Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Das SmartHUD von GGPoker einfach erklärt

Viele Pokeranfänger sind vermutlich bereits über das SmartHUD bei GGPoker gestolpert. Was genau das Tool über die gegnerischen Tendenzen am Tisch verrät, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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Beim Online-Poker gestatten einige Seiten den Spielern die Benutzung von Tracking-Software. Diese blenden direkt auf den Pokertischen zahlreiche Statistiken ein, die auf den gespielten Händen der Gegner basieren. Im Online Poker zeigt das sogenannte HUD (Heads-up Display) Kennzahlen an, die Tendenzen des gegnerischen Spielverhaltens beschreiben. So lässt sich auf einen Blick ablesen, wie aggressiv jemand im Allgemeinen spielt oder zu welchen Setzmustern ein Gegner auf bestimmten Straßen neigt. 

Bei vielen Pokerseiten ist die Verwendung von HUDs untersagt, da sie den Benutzern einen unfairen Vorteil bieten. GGPoker hat diesbezüglich einen ganz eigenen Weg eingeschlagen und bietet allen Spielern ein integriertes HUD an, das SmartHUD. 

Das SmartHUD zeigt eine Reihe von wichtigen statistischen Kennzahlen über die Gegner an, die sich aus den bisher gespielten Händen ableiten lassen. Dabei werden ausschließlich Statistiken angezeigt, die während des gemeinsamen Spiels an den Tischen gesammelt wurden. Gespielte Hände der Gegner abseits der gemeinsamen Tische werden nicht erfasst. 

Hier findet ihr die wichtigsten Statistiken des SmartHUDs und deren Bedeutung:

VPIP (Voluntarily Put in the Pot)

Diese vielleicht wichtigste Kennzahl beschreibt, wie loose oder tight ein Gegner spielt. Der VPIP gibt an, in welchem Prozentsatz der Fälle ein Spieler freiwillig zusätzliches Geld in den Pot investiert, sei es durch eine Bet, einen Call oder einen Raise. Diese Kennzahl ist die einzige, die permanent anzeigt wird, ohne das man mit der Maus über das SmartHUD fahren muss. 

Zwar variiert diese Kennzahl je nach Spielvariante und Tischgröße, doch im Allgemienen deutet ein VPIP von 30 oder höher auf einen recht loosen Gegner hin, während Werte über 40 nur von besonders aggressiven Spielern erreicht werden. Ein VPIP unter 20 spricht für ein eher tightes Spiel. Fällt ein Spieler durch einen VPIP von 15 und weniger auf, spielt er vermutlich ausnahmslos erstklassige Hände. 

PFR (Preflop Raise)

Dieser Wert gibt an, wie häufig ein Spieler raist, wenn er an einem Pot teilnimmt und liefert damit einen Hinweis, wie aggressiv oder passiv jemand vor dem Flop spielt.

Dieser Wert sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern stets im Vergleich mit dem VPIP. Erreichen der VPIP und der PFR ähnliche Werte (wie etwa 27 VPIP, 25 PFR) hat man es vermutlich mit einem aggressiven Gegner zu tun. Besteht eine große Diskrepanz zwischen den beiden Werten (wie etwa 27 VPIP, 12 PFR), kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass solch ein Spieler eine recht passive Strategie verfolgt.

Anzahl der Hände

Diese Zahl mag auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, aber tatsächlich ist sie womöglich einer der wichtigsten Werte auf dem HUD. Die Anzahl der gespielten Hände ist aus den folgenden zwei Gründen so bedeutsam. 

Zum einen gilt: Je größer die Anzahl der gespielten Hände ist, desto verlässlicher sind die anderen Statistiken. Erreicht ein Spieler einen VPIP von 40, während er nur 12 Hände gespielt hat, ist die Aussagekraft äußerst begrenzt. Wenn ein Spieler hingegen bereits über 10.000 Hände mit einem VPIP von über 40 gespielt hat, lässt sich mit Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um einen sehr loosen Spieler handelt. 

Zum anderen lässt sich aus einer hohen Anzahl gespielter Hände ableiten, dass ein Spieler besonders aktiv an den Tischen ist. Ein 'Regular', der durch besonders hohe Spielaktivität bei GGPoker auffällt, ist vermutlich deutlich erfahrener als jemand, der vor Kurzem seine erste Einzahlung getätigt hat.

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Das SmartHUD bei GGPoker

ATS (Attempt to Steal)

Der ATS-Wert beschreibt, wie oft ein Spieler die Blinds vom CO, BTN oder SB aus attackiert. Spieler mit einem hohen ATS-Wert greifen die Blinds mit einer weiten Range an. Als Konter bietet es sich an, den eigenen Blind freizügiger durch Calls und 3-Bets zu verteidigen. Wenn der Gegner zu 70% die Blinds attackert, sofern er als erster agiert, wird er gezwungen sein, einen Großteil seiner weiten Range zu folden, nachdem man ihn mit einer 3-Bet kontert. Gegen einen Gegner mit einem niedrigen Steal-Wert ist man besser beraten, seinen Big Blind zu folden, da dieser vermutlich eher starke Hände nutzt, um die Blinds anzugreifen. 

3BET (Raise 3-Bet)

3BET beschreibt wie häufig ein Spieler nach einem Raise erneut raist. Diese spezielle Form der Aggression sollte einen wesentlichen Einfluss auf die eigene Strategie ausüben. Mit der Gewissheit, dass ein Gegner selten 3-Bets spielt, sind Steals aus späten Positionen erfolgversprechend, da wenig Gegenwehr zu erwarten ist. Gegen Spieler mit einem hohen 3-Bet-Wert sollte man hingegen von Steals mit marginalen Händen absehen und dafür häufiger 4-Bets spielen, um seine aggressiven Tendenzen zu kontern.

CB (Continuation Bet)

Die Frequenz, mit der ein Preflopraiser auf dem Flop setzt. Viele Spieler setzen zu 100% eine C-Bet, nachdem sie vor dem Flop erhöht haben. Dieses Verhalten kann ausgenutzt werden, indem man häufiger checkraist. Andere Spieler setzten ausschließlich eine C-Bet, wenn sie den Flop getroffen haben, was etwa in 30% der Fälle zutrifft. Gegen Spieler mit einem niedrigen C-Bet-Wert empfiehlt es sich, Out of Position häufiger Donkbets zu spielen und den Turn aggressiv zu spielen, falls der Gegner am Flop auf eine C-Bet verzichtet hat.

FCB (Fold to Continuation Bet)

Die Häufigkeit, mit der ein Spieler gegen eine C-Bet foldet. Wenn dieser Wert hoch ist, sollte man mit dem Großteil seiner Hände versuchen, den Pot am Flop mit einer Bet für sich zu entscheiden, nachdem der Gegner gecheckt hat. Ist dieser Wert jedoch niedrig, lässt sich das ausnutzen, indem man auch mit marginalen Treffern Valuebets platziert. 

CCB (Call to Continuation Bet)

CCB ist das Gegenteil von FCB und drückt aus, wie oft ein Spieler eine C-Bet callt.

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Der VPIP wird permanent eingeblendet

RCB (Raise to Continuation Bet)

Dem RCB-Wert lässt sich entnehmen, wie oft ein Spieler gegen eine C-bet raist. Ein niedriger Wert bedeutet, dass der Gegner selten raist, wodurch sich C-Bets mit einem breiten Spektrum von Händen anbieten. Gegen Spieler mit einem hohen RCB-Wert bietet es sich an, mit starken Händen C-Bets zu platzieren, um den Gegner zu einem Raise zu verleiten. Darüber hinaus sollte man gegen solche Spieler häufiger 4-Bet-Bluffs spielen.

WT (WTSD = Went to Showdown)

WTSD ist ein Maß dafür, wie oft ein Spieler zum Showdown gelangt. Ein Spieler mit einen hohen WTSD-Wert könnte einerseits eine Calling Station sein, der ungern foldet. Andererseits könnte es sich um einen passiven Spieler handeln, der durch häufiges Checken versucht günstig zum Showdown zu kommen. Gegen diesen Spielertyp sollte man von gewagten Bluffs absehen und statt dessen häufiger Valuebets sowohl auf dem Turn als auch auf dem River platzieren. 

WSD (WMSD = Won Money at Showdown)

Der Prozentsatz, wie oft ein Spieler am Showdown die beste Hand zeigt. Ein hoher Wert deutet auf einen tighteren Spieler hin, da er in der Regel die beste Hand hält, wenn es zum Showdown kommt. Daraus lässt sich ableiten, dass dieser Spielertyp selten am River blufft. Bei einer hohen und damit aussagekräftigen Anzahl von Händen sollten Spieler mit einem hohen WT-Wert theoretisch einen niedrigen WSD-Wert und umgekehrt vorweisen. 

TAF (Total Aggression frequency)

Ein allgemeines Maß der Aggression durch Bets und Raises, welches nicht berücksichtigt, wie ein Spieler auf bestimmten Straßen spielt.

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Die Statistiken unterscheiden sich bei den verschiedenen Formaten 

Das SmartHUD liefert Kennzahlen zu jeder einzelnen Straße. Dabei können die Unterschiede der Statistiken zwischen den Straßen zur Folge haben, spezifische Anpassungen der eigenen Strategie vorzunehmen. So könnte man die Tendenz eines Spielers, der zu 70% C-Bets spielt, aber daraufhin in nur 20% der Fälle den Turn setzt, ausnutzen, indem man den Flop mit einer weiten Range callt, um den Pot am Turn zu stehlen. 

Die Bandbreite der Statistiken hängt ganz wesentlich von der Pokervariante ab. Die Kennzahlen der Spieler unterscheiden sich bei Cashgames, MTTs und Spin-&-Golds drastisch voneinander. Daher sollte man stets berücksichtigen, um welches Format es sich handelt, wenn man die Statistiken der Spieler analysiert.

Welchen Statistiken schenkt ihr die größte Aufmerksamkeit bei GGPoker? Wir freuen uns auf eure Kommentare!