Der größte Fehler bei mehrtägigen Turnieren
Dara O'Kearney erklärt, warum viele Spieler bei mehrtägigen Turnieren oft nicht die passende Strategie für den jeweiligen Spieltag wählen.

Immer wieder werde ich von Spielern gefragt, wie sie sich am besten auf Tag 2 eines großen Turniers vorbereiten können. Meist geht es dabei um die Analyse des spezifischen Stacks, mit dem sie starten, und die damit einhergehende Bestimmung des Risk Premiums.
Doch es gibt auch einige allgemeine Tipps, die ich Spielern für den zweiten Turniertag mitgeben kann.
Die meisten Fallstricke lauern jedoch überraschenderweise bereits vor dem Erreichen von Tag 2.
Ein klassischer Fehler besteht darin, gegen Ende von Tag 1 zu viel zu riskieren, nur um am zweiten Tag nicht mit einem Shortstack starten zu müssen.
Dieses Vorgehen bringt viele Spieler in eine ungünstige Ausgangsposition und führt häufig direkt zu einem weiteren typischen Fehler: zu tightes Spiel zu Beginn des zweiten Turniertages.
Den Gewinn fest im Visier

Viele Spieler starten den zweiten Turniertag mit einer klaren Vorstellung davon, welchen Gewinn sie sich mindestens sichern wollen, bevor sie beginnen, wirklich aktiv zu spielen.
Vor allem bei Low-Stakes-Turnieren sind die Spieler zu Beginn von Tag 2 oft übermäßig passiv, was dir die Möglichkeit gibt, aggressiv zu spielen und ohne großen Widerstand Chips anzuhäufen.
Paradoxerweise berufen sich viele Spieler auf das Independent Chip Model (ICM), obwohl sie es am Ende von Tag 1 völlig ignoriert haben. Fakt ist: Der ICM-Druck unterscheidet sich zwischen der letzten Hand von Tag 1 und der ersten Hand von Tag 2 kaum. Dennoch wird dies von den meisten Spielern scheinbar übersehen.
Vermeide es, am Ende von Tag 1 zu große Risiken einzugehen, nur um mit einem größeren Stack an Tag 2 zu starten. Stattdessen solltest du dich nicht davor scheuen, den zweiten Tag mit einem Shortstack zu beginnen und gleich ordentlich Druck auszuüben. Den meisten Spielern gelingt es nicht, ihr Spiel dem vorherrschenden ICM-Druck anzupassen.
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