Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Der schmale Grat dünner Valuebets

Die Mathematik hinter dünnen Valuebets bleibt vielen Spielern ein Rätsel. Dara O'Kearney bringt Licht ins Dunkle und zeigt, wie man mehr aus mittelstarken Händen herausholen kann.





Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Dünne Value-Bets, insbesondere am River, gehören zu den ertragreichsten Spielsituationen, deren Tragweite von vielen Spielern unterschätzt wird. 

Auf dem Flop und dem Turn gehen Valuebets in der Regel zwar noch recht leicht von der Hand, doch am River stellen sich häufig erste Zweifel ein, ob das eine Paar tatsächlich stark genug ist, um erneut zu setzen. Daher neigen viele dazu, die letzte Bet nur dann zu setzen, wenn sie zu 100% überzeugt sind, die beste Hand zu halten. 

Diese Betrachtungsweise ist jedoch völlig ungeeignet, denn definitionsgemäß spricht man von einer dünnen Valuebet, sobald die Erfolgsquote 50% übersteigt. 

Duell der mittleren Ranges

GTO Wizard bietet eine hervorragende Funktion namens Equity-Chart an, mit der man die Equityverteilung verschiedener Ranges in Form von Graphen gegenüberstellen kann. Dabei wird eindrucksvoll deutlich, wie viele Hände sich tatsächlich für dünne Valuebets qualifizieren.

Betrachten wir dazu einen River-Spot zwischen UTG und BTN mit effektiven Stacks von 50 Big Blinds. Nachdem beide Spieler auf dem J♥7♣5♦-Flop gecheckt haben, erscheint die Q♥ auf dem Turn, woraufhin der BTN die 55%-Bet des UTG-Spielers callt. Auf dem River erscheint die wenig verändernde 2♠. Die Equity-Verteilung für diesen Spot stellt sich wie folgt dar:

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Die UTG-Range verfügt insgesamt über einen Equityvorteil in Höhe von 56%. Es fällt auf, dass der Graph etwa auf halber Strecke sprunghaft ansteigt. Wenn man mit der Maus über die Linie fährt, werden einem die entsprechenden Hände beider Spieler angezeigt.

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Die 50%-Marke markiert die Gewinnschwelle und beinhaltet für den UTG-Spieler das zweitbeste Paar mit JTs, während der BTN sich mit 76s als drittbestes Paar zufriedengeben muss. Bei der 65%-Marke steigt die untere Grenze für den UTG-Spieler auf AJs an, für den BTN auf 99. An der 70%-Marke zeigt der Graph QTs für UTG und KJs für den BTN an. 

Der UTG-Spieler sollte also mit allen Händen, die jenseits der 50%-Marke liegen, setzen, während der BTN mit seiner entsprechenden Range callen sollte. Sollte sich UTG aus Unsicherheit für einen Check entscheiden, lässt er eine Menge Chips auf dem Tisch liegen, da der BTN vermutlich bereitwillig den Check erwidern wird.

Das Equity-Diagramm oben verdeutlicht, dass es bei dünnen Value-Bets vor allem auf den mittleren Bereich deiner Range ankommt, der nur knapp über der Gewinnschwelle liegt. Auch wenn deine Hand nicht besonders attraktiv erscheint, kann sie profitabel sein, da der Gegner gezwungen ist, mit schwächeren Händen zu callen. Viele Amateure versäumen es zu setzen, wenn sie nur knapp die Nase vorn haben.

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