Der wichtigste Final Table deiner Karriere
Wenn es um den größten Zahltag deiner Laufbahn geht, darfst du dich nicht von emotionalem ICM unter Druck setzen lassen, warnt Dara O'Kearney.

Ich begleite regelmäßig Spieler, die vor den größten Final Tables ihrer Karriere stehen.
Bei diesen entscheidenden Momenten erlebe ich immer wieder zwei typische Denkweisen.
Die eine Gruppe fühlt sich bereits als großer Gewinner, da der neunte Platz bereits sicher ist. Sie betrachten den Spot als Freeroll und gehen unnötige Risiken ein.
Die andere Gruppe hingegen fixiert sich auf eine bestimmte Platzierung, etwa den sechsten Platz, und betrachtet alles darunter als Desaster. Diese Spieler neigen dazu, übervorsichtig und zurückhaltend zu spielen.
Letzteres ist mit Abstand die häufigere Reaktion, doch beide Herangehensweisen sind suboptimal – auch wenn sie aus psychologischer Sicht durchaus nachvollziehbar sind.
Emotionales ICM

Die richtige Strategie am Final Table hängt in erster Linie vom Risk Premium ab – also dem jeweiligen ICM-Druck. Ob es um $1.000 oder um $1 Million geht, spielt dabei keine Rolle.
Gegen starke Regulars gilt es, sich an solverbasierte Spielweisen zu halten und bevorzugt Entscheidungen zu treffen, die mit niedriger Varianz einhergehen.
Gegen Freizeitspieler hingegen solltest du von der GTO-Strategie abweichen und vermehrt auf Exploits setzen.
Wenn beide Fraktionen am Tisch sitzen, sollte man gegen die starken Spieler tendenziell tighter spielen als die GTO-Strategie vorsieht.
Denn die größte Edge am Final Table ergibt sich aus den Fehlern der Amateure, die sich ihrem eigenen emotionalen ICM-Druck beugen. Duelle mit anderen Regulars solltest du daher tunlichst vermeiden – besonders, wenn noch schwächere Kontrahenten im Spiel sind.