Die Strategie hinter Overbets am Flop
Dara O'Kearney beschreibt die wahren Absichten hinter einer Overbet am Flop und zeigt auf, welche Kriterien dafür erfüllt sein sollten.
Einige Spieler scheinen Schwierigkeiten damit zu haben, den richtigen Zeitpunkt für Overbets am Flop zu erkennen. Folgende Rahmenbedingungen sollten dabei erfüllt sein:
- Du verfügst über eine starke Hand
- Deine Hand ist anfällig
- Auf dem Flop ist weder eine Straight noch ein Flush möglich, auf dem Turn jedoch schon
Untersuchen wir dazu zwei Beispiele mithilfe von GTOWizard. In beiden Szenarien callt der Big Blind (BB) das Raise vom Button (BTN) und checkt seine gesamte Range am Flop, wobei die effektive Stacksize 40 BB beträgt.
Folgende Strategie wird auf einem 852-Rainbow-Flop vorgeschlagen:

Und so fährt der BTN auf einem AK7-Flop fort:

Die beiden Boards könnten kaum unterschiedlicher sein. Das erste Board bietet mit seinen niedrigen Karten ein gewisses Straightpotenzial, während das zweite Board durch seine hohen Kartenwerte dem BTN in die Karten spielen dürfte. Es fällt auf, dass der Solver auf dem 852-Board vorzugsweise Overbets vorschlägt. Auf dem AK7-Board hingegen werden hauptsächlich kleinere Bets empfohlen, allerdings existiert auch hier eine Overbet-Range.
Der Sinn und Zweck einer Overbet

In beiden Szenarien werden Overbets mit starken, aber anfälligen Händen empfohlen. Auf dem AK7-Board werden hauptsächlich Ax-Hände für Overbets verwendet, da jede weitere Broadway-Karte das Potenzial für Straights, Two Pair oder Trips birgt. Auch auf dem 852-Board ist das Top Pair der beste Kandidat für Overbets. Jede 8x-Kombination liegt vermutlich derzeitig vorne und profitiert enorm von Overbets, da es kaum attraktive Turnkarten geben kann.
Monsterhände wie Sets oder Two Pairs spielen nur selten Overbets, da sie äußerst robust sind und nur selten überholt werden. Mit solch starken Händen versuchen wir stets, unseren gesamten Stack über mehrere Straßen hinweg in die Mitte zu bekommen. Sie sind schlichtweg zu stark, um den Gegner durch Overbets zu vergraulen.
Zudem fällt auf, dass starke Draws hier nur äußerst selten für Overbets verwendet werden. Sowohl QJs auf dem AK7-Board als auch 67s auf dem 852-Board setzen, wenn überhaupt, vorzugsweise klein. Als Bluffs eignen sich vor allem schwächere Hände mit Backdoor-Potenzial, die bei Gegenwehr ohne zu zögern im Muck landen. Die Equity eines starken Draws aufgeben zu müssen, wäre ein kostspieliger Fehler.
Die Overbet am Flop ist allerdings kein Freifahrtschein für weitere Overbets auf späteren Straßen. Der Zweck besteht darin, eine aussichtsreiche, aber anfällige Hand durch möglichst große Bets zu schützen, solange sie noch in Führung liegt.
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