Die neue Alternative zu "S.M.A.R.T.": "Grinden"!
Wer erfolgreich sein will, muss "Grinden"! Egal ob beim Sport, in der Mathematik oder beim Poker. KTU stellt euch nun die neue Alternative zum "S.M.A.R.T."-Ansatz vor!

2014 veröffentlichten wir unsere Videoserie zu "S.M.A.R.T." Die Hoffnung war, dass "S.M.A.R.T." jedem motivierten Mitglied hilft, sein Leben produktiver und erfüllter zu gestalten. Die Idee hinter "S.M.A.R.T." lautet, aus schwammigen Visionen konkrete Ziele zu machen. Aus "Ich möchte ein erfolgreicher Pokerspieler werden" wird "Ich möchte NL400 mit 100 Stacks BRM spielen und in den letzten 6 Monaten eine Winrate von >3bb/100 aufweisen können."
Konkrete Ziele lassen sich planen und dann mit etwas Disziplin auch erreichen. Dabei werden weit entfernte Ziele in konkrete Zwischenziele mit exakten Aufgaben zerlegt, die dann ganz konkret geplant und ausgeführt werden können. Auf dem Plan stehen am Ende Aufgaben wie "Analysiere 3 Hände!", "Schaue zwei Pokervideos!", "Spiele 2.000 Hände!" und wenn man nur lange genug dem Plan folgt, klappt es auch mit der Bankroll.
"Hier das erste "S.M.A.R.T."-Video, falls ihr mehr Details erfahren wollt:
Heute glaubt KTU nicht mehr an die allgemeine Gültigkeit von "S.M.A.R.T.", um wirklich gut und produktiv zu sein. Das erste gute Argument gegen "S.M.A.R.T." ist ein statistisches. Keiner von KTUs erfolgreichen Freunden hat jemals einen Lehr- oder Masterplan befolgt. Es gab kein geheimes Projekt "herausragende Spieltheoretikerin", "Datenbank-Experte", "Großmeister" oder "Skystakes-Winning-Player".
Die schwammige "Mal sehen, was geht"-Vision
Alle vereint stattdessen die Faszination für ihr Fach und sie haben alle viel und ernsthaft gearbeitet, allerdings ohne den 5-Jahres-Masterplan in der Hinterhand. Das heißt natürlich nicht, dass es mit "S.M.A.R.T." nicht auch funktionieren hätte können. Auffällig ist allerdings, dass die meisten tatsächlich doch mit der schwammigen Vision "Mal sehen, was geht" gearbeitet haben.

Das zweite Argument gegen "S.M.A.R.T." ist ein mathematisches. Besteht ein großer Masterplan aus vielen Zwischenzielen, die dann wieder in jeweils mehrere konkret geplante Aufgaben unterteilt sind, dann existiert für jede Aufgabe eine Misserfolgswahrscheinlichkeit. Also eine Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis der Aufgabe so unbefriedigend ist, so dass der gesamte Plan überarbeitet werden muss:
Beispiele:
Aufgabe: "Überarbeiten der 3-Bet-Ranges im CO, 13:30-15:00"
Resultat: Datenbank zerstört beim Erstellen des Alias, HM/PT-Setup funktioniert nicht mehr.
Folge: Neue Aufgaben für "Setup reparieren" müssen mit hoher Priorität in den Plan. Die Aufgaben für die nächsten Tage: "3-Bet-Ranges am BTN überarbeiten" und "3-Bet-Ranges im SB überarbeiten" müssen erst einmal weit nach hinten verschoben werden.
Aufgabe: "Analysiere 5 Handhistories"
Resultat: Aufgabe erscheint sinnlos: "Von Hand zu Hand zu denken bringt mir nix. Ich möchte viel lieber jetzt mal ein paar GTO-C-Bet-Strategien am Flop in verschiedenen Spots erstellen!"
Folge: Der Masterplan muss grundlegend neu konzipiert werden, da sich elementare Bestandteile als nicht effektiv erweisen werden. Die Realität zeigt also wenig Nachsicht mit dem Plan.
"Konkretes Planen gleicht eher der Vorhersage des Wetters"
Hat man jetzt ein großes Ziel mit 15 Zwischenzielen à 30 Aufgaben zerlegt und somit insgesamt 450 Aufgaben geplant, dann geht der Masterplan bei einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 5 Prozent pro Aufgabe in 0,0000000094541 Prozent auf. Hätte man sich also auch sparen können. Konkretes Planen gleicht aus mathematischer Sicht also eher der Vorhersage des Wetters und wenn es eine Woche gut geht, dann ist schon viel geschafft.
Für lange Zeiträume sind konkret geplante Ziele aber ungeeignet und folgendes scheint doch sinnvoller zu sein: "Grob die Richtung vorzugeben und dann schauen was geht". Aus "Ich möchte NL400 mit 100 Stacks BRM spielen und in den letzten 6 Monaten eine Winrate von >3bb/100 aufweisen können" wird jetzt wieder: „Poker hat bei mir eine hohe Priorität und ich will sehen, was ich erreichen kann“.
"Konkretes Problem – Konkrete Lösung"
Es ist gut von "S.M.A.R.T." mal gehört zu haben und es ist ein guter Schritt in die Richtung, sein Denken an "Konkretes Problem – Konkrete Lösung" zu gewöhnen. Auch beim Realitätscheck hilft einem der "S.M.A.R.T."-Ansatz. Für die tägliche Arbeit, um an der eigenen besseren Vision von sich selbst zu feilen, ist es aber nicht besonders hilfreich. Konkretes Planen ist dann besonders sinnvoll, wenn man in einem Bereich schon viele Erfahrungswerte hat und die Prozesse ganz genau kennt und vielfach durchlaufen hat.
Es macht also Sinn zu sagen: Ich stehe um 08.00 auf, verlasse das Haus um 08.50 und hab dabei noch 20min in den Ordnungszustand meiner Wohnung investiert. Dann gegen die Uhr wie ein Elitesoldat seine Tasks "Duschen 08:05 bis 08:13" abzuarbeiten, ist gut. Will man aber "Poker Theorie machen" dann kann man nicht mehr so planen, weil man nicht genau weiß, wohin die Reise geht und wie lange sie dauert.
Konstant und ernsthaft Zeit in wichtige Projekte investieren!
KTUs neue Alternative zu S.M.A.R.T. ist "Grinden". "Grinden" ist hier nicht nur auf das Abspulen von Pokerhänden limitiert, sondern basiert darauf, dass man konstant und ernsthaft Zeit in die Projekte investiert, die einem wichtig sind. Man grindet seine Projekte eben runter. Dafür legt man Einheiten fest, die sich "runtergrinden" lassen.
Step 1: Bestimme Bereiche in denen du dich gerne weiterentwickeln möchtest und gib eine schwammige Vision an!
Beispiele:
"Ich möchte im Poker ernsthaft besser werden!"
"Ich möchte mehr Quality Time im Alltag unterbringen!"
"Ich möchte mehr Energie haben!"
Step 2: Gib für den nächsten Monat grindbare Einheiten und ein Volumenziel an!
Beispiele:
• Eine Stunde ohne Ablenkung Theorie machen entspricht einer Einheit. Ziel: 15 Einheiten
• Eine Sportaktivität ist eine Einheit. Sei es Laufen, YouTube-Workout oder Fitnessstudio. Ziel: 20 Einheiten.
• Ein wunderschönes Frühstück ist eine Einheit. Ziel: 4 Einheiten.
Step 3: Grinden und Fortschritt beobachten! Das kann dann so aussehen:
(Ab Sonntag helfen wir euch beim Visualsieren!)
Step 4: Reflektieren und für den nächsten Monat neue Volumenziele zum Grinden definieren!
Natürlich hat auch dieser Ansatz seine Tücken und bekannte Probleme sind: "Zeit absitzen", "In Details ziellos verzetteln", "Viel anfangen, aber wenig zu Ende bringen", "Überschätzen der eigenen Ressourcen", "Probleme beim Einhalten von Deadlines".
Darum gibt es am Sonntag auch eine weitere News zu den Details. Dann beginnt auch unsere große Community-Aktion zum Thema, wo wir zusammen das Leben "Grinden" können.

