Ganstarapper: "Ein Ende ist nicht in Sicht"
Ganstarapper ist einer der jüngsten Diamond-Member bei PokerStrategy.com. Auf dem Weg zum Black Member spricht er natürlich über Poker, wie er zu seinem Namen kam und Zukunftsplanungen.
Er gehört zu den jüngsten Diamonds bei PokerStrategy.com und ist aus der Top250-Promo nicht wegzudenken: Die Rede ist von PokerStratege ganstarapper, der kurz davor steht, Black Member zu werden.
Doch bevor es soweit ist, sprach PokerStrategy.com mit ihm über aktuelle Zukunftsplanungen, wie ein Heavy Metal-Fan an einen Namen aus der Rap-Szene kommt und seinen kürzlichen Abstecher nach Gibraltar zusammen mit caber.
Interview mit Ganstarapper
PokerStrategy.com: Hallo Ganstarapper, Dein Name ist den meisten Mitgliedern alleine durch Top-Positionen im Top250-Race bekannt. Wer verbirgt sich hinter diesem Pseudonym?
ganstarapper: Hey, mein Name ist André, ich bin gebürtiger Weißrusse und lebe seit meinem siebten Lebensjahr in Deutschland. Aktuell bin ich Schüler und kämpfe grade noch ums Abi, wo die Chancen für dieses Jahr allerdings mehr und mehr schwinden. Wenn ich grade mal nicht grinden muss, bin ich nachts immer in irgendeinem Club oder einer Bar zu finden. Tagsüber spiele ich gerne Fußball, Tischtennis, Billard oder Schach.
PokerStrategy.com: Was das Abi betrifft: ist dir das nicht so wichtig oder ist es einfach Zeitmangel?
ganstarapper: Naja, es ist so, dass ich völlig unabhängig vom Poker schon in der zehnten und elften Klasse nur Mist gemacht habe. Lernen oder Anwesenheit im Unterricht kamen erst weit nach Dingen wie Feiern, Schlafen etc., so dass ich schon in den Vorjahren einen unglaublich schlechten Grundstein gelegt habe, den ich jetzt kaum noch korrigieren kann. Ich versuche, in den nächsten Klausuren kleine Wunder zu vollbringen, aber ich denke eher, dass ich das Abi dieses Jahr wohl nicht bekommen werde.
PokerStrategy.com: Wie sehen denn Deine Planungen bzgl. der nächsten Jahre aus? Hast Du schon konkrete Vorstellungen, die auch in Richtung Poker gehen könnten?
ganstarapper: Mein eigentlicher Plan ist es, eine Lehre zum Bankkaufmann zu beginnen und danach evtl. mein Abi nachzuholen. Das Problem ist bloß, dass das Abi bei diesem Weg erwünscht ist, so dass ich in nächster Zeit einige Praktika machen werde, um meine Chancen zu erhöhen. In dieser Zeit hab ich natürlich genügend Zeit, um die eine oder andere Stunde zu grinden, so dass ich erstmal weiterpokern werde. Definitiv werde ich noch dreieinhalb Monate spielen, um über sechs Monate den D3-Status auf Mansion zu halten (d.h min 120k SPs/Monat). Dann werde ich schauen, wie die Pokerszene, die sich jeden Monat ändert, gerade so aussieht und wie ich weiter verfahren werde. Aber erstmal heißt es grinden - grinden – grinden.
PokerStrategy.com: Du hast ja gerade erwähnt, dass Du bei Mansion Poker spielst. Was spielst Du dort für Limits? Wie lange am Tag/Woche?
ganstarapper: SNGs mit Buy-ins von $109 bis $1.060 - was halt grade aufgeht und vor allem gerne shorthanded. Manchmal, wenn gar kein Traffic ist, bin ich auch bei den $55er SNGs zu finden. Ich spiele im Schnitt fünf Stunden am Tag mit einer Pause nach drei Stunden. Normalerweise so 9-16 Tische, kommt auch auf die Stärke der Gegner an. Insgesamt komme ich auf knapp 20-22 Tage im Monat (also ca. 100 bis 120 Stunden/Monat).
PokerStrategy.com: Wieso ist Mansion Poker Dein bevorzugter Pokerraum?
ganstarapper: Das VIP System ist hervorragend, man hat ein klar strukturiertes System, das einem ohne ständiges Nachfragen gleich den Rakebacksatz offenlegt, der bei dem riesigen Pensum sehr gut ist. Ein anderer Faktor ist der Support, der sehr schnell und sehr präzise Antworten gibt. Auf anderen Seiten bin ich oft verärgert über die Inkompetenz der Angestellten, wenn sie z.B. nicht wissen, das PokerStrategy.com ein Partner des besagten iPoker-Skins mit T ist. 🙂 Zu iPoker selbst zieht mich die schnelle Blindstruktur, die ich bei den SNGs auf Full Tilt Poker zum Beispiel nicht so mag.
Poker als Arbeit und Spaß
![]() |
| Ganstarapper (l.), Caber (M.) und OnkelHotte (r.) |
PokerStrategy.com: Wie lange bist Du schon Mitglied bei PokerStrategy.com und wie bist Du dazu gekommen?
ganstarapper: Ich bin jetzt seit ca. anderthalb Jahren Mitglied um kam über caber, den man auch aus der Top250-Promo kennt, zu PokerStrategy.com. Er hat mich halt am Anfang gecoached, weil ich wirklich faul bin und mir die Grundlagen sonst wohl nicht angeeignet hätte, mit dem klaren Ziel, die "Tell-a-Friend-Kohle" abzustauben. Doch hatte ich nach einem Upswing in der Anfangszeit schnell sein Limit erreicht und ab da fielen die Coaching-Sessions mehr und mehr weg.
PokerStrategy.com: Ist das Ganze denn mehr Spaß oder Arbeit für Dich?
ganstarapper: Im Grunde ist es mehr Arbeit. Ich habe noch Spaß am Pokern, wenn ich mit meinen Kumpels um ein paar Bier spiele und alle zwei Sekunden ein dummer Spruch zu jeder Aktion am Tisch kommt, aber vor dem Rechner zu sitzen und 16 Tische über fünf Stunden zu grinden ist dann eher kein Spaß. Wenn ich meine Session alleine mache, schallt immer Metal durchs Haus – das ist irgendwie entspannend... Ansonsten lade ich öfter Freunde ein, die inzwischen schon auf den $20SNGs angelangt sind und coache sie ein bisschen für ein "Aftersessionbier".
PokerStrategy.com: Jetzt zu einer Frage, die Du bestimmt schon oft zu hören bekommen hast: Was hat es mit Deinem Namen auf sich?
ganstarapper: Also: das ist nicht mein Verschulden! Ich hatte ja schon erwähnt, dass caber, unbedingt über mich die "Tell-a-friend-Kohle haben wollte. Ich sagte ihm damals, er solle sich um den Organisationskram kümmern, weil er ja schließlich auch das Geld will (hab das Ganze damals nicht wirklich ernst genommen). Er fragt mich also irgendwann, wie mein Nickname sein soll, worauf ich "ist mir egal" antwortete - ein Fehler. Mit dem Wissen, dass ich Metal höre und so ziemlich genau das Gegenteil eines Fans von Rap bin, hat er mir, einem Typen, der damals noch längere Haare hatte als seine eigene Mutter, diesen Nickname verpasst.
PokerStrategy.com: Und wie war deine Reaktion auf diese Aktion?
ganstarapper: Damals dachte ich mir "Ich brauch den Account ja eh nicht so lange", doch je mehr ich pokerte und je höher die Bankroll stieg, desto nerviger war dieser Name. Er hat es tatsächlich geschafft, mich mit einer Aktion über anderthalb Jahre zu nerven. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
PokerStrategy.com: Wirst Du denn oft auf den Namen angesprochen?
ganstarapper: Im Forum nicht so oft, aber bei jeder Live-Veranstalltung zirka 100.000 Mal. Auf der letzten Diamond-Party bestimmt 30-40 Mal!
PokerStrategy.com: Wo wir schon bei den Diamond-Partys sind – was bedeuten sie Dir und wie erlebst Du diese Partys?
ganstarapper: Ich liebe die Partys! So kommt man in Clubs rein, die man sonst nicht besuchen würde, die Leute sind top - man kann mit vielen anderen Spielern reden und Erfahrungen austauschen und vor allem viel trinken :). Auch das Essen fand ich bisher immer sehr gut und die Locations ebenso. Vor allem freue ich mich schon sehr auf die Black Member Partys, die ich demnächst in München besuchen kann. Wenn ich die Zusammenfassungen der Black Member Partys lese, motiviert es mich ungemein, noch mehr zu spielen, um noch schneller Black Member zu werden. Mir fehlen noch ca. 180.000 StrategyPoints, d.h in ca. anderthalb Monaten habe ich es geschafft und dann gehts nach München!
"Zufrieden ist man wohl nie mit sich"
![]() |
| Ganstarapper und Caber bei PokerStrategy.com in Gibraltar |
PokerStrategy.com: Wie verlief Deine Pokerkarriere bis jetzt? Bist Du zufrieden mit Dir?
ganstarapper:
Ich muss sagen, dass meine Anfangszeit doch sehr fishy war. Ich hatte die $50 von PokerStrategy.com ziemlich sinnlos „vertiltet“ und habe erst einen Monat später mit dem Eincashen von $200 auf einen 200% Bonus richtig angefangen. Nachdem ich die Grundlagen einigermaßen beherrschte, startete ich auf den $5 SNGs. Nachdem ich mich nicht ans BRM und keine Logik gehalten hatte, war ich nach ca. drei Wochen Diamond Member mit einer BR von etwa $5.000 (ich hatte einen Upswing und habe die Limits teils schon mit 10 Buy-ins übersprungen). Nach der ersten Party in Berlin hatte ich, wie zu erwarten war, einen Down, der mich auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Ich fing erst nachdem ich über 60% meiner BR wieder verspielte hatte an, mich intensiv mit der Pokertheorie auseinanderzusetzten. Die nächsten Wochen brachte ich mit dem Lernen der Theorie zu. Ich hatte ja glücklicherweise auch den ganzen Content frei, da ich Diamond war, so dass ich sehr viel lernte und nach zirka drei Wochen wieder mit $30 SNGs anfing.
Danach spielte ich kontrollierter und begann nach und nach mit dem Beachten des BRMs die Limits hochzuklettern. In den MTTs hatte ich auch den einen oder anderen Erfolg, so dass ich mich bis zum heutigen Tag auf den Highroller SNGs etablieren konnte.
Naja, zufrieden ist man, denke ich, nie. Ich muss noch viel an mir arbeiten, da ich mein Pensum zu früher in etwa verdreifacht habe. Es ist mehr Stress und ich treffe noch viel zu oft schwachsinnige Entscheidungen, wenn ich tilte. Das muss ich unbedingt abstellen, weil ich auch langsam keine Lust mehr habe, mir alle zwei Wochen eine neue Maus zu kaufen. Ich habe schätzungsweise schon 15 Stück auf dem Gewissen, weswegen ich immer mindestens eine Ersatzmaus im Haus habe. Einmal habe ich die Maus geschrottet, keinen Ersatz da gehabt und die Tische liefen aus. Aber zum Glück war es am dem Tag nicht so schlimm.
PokerStrategy.com: Was waren für Dich bis jetzt die besten und schlimmsten Momente Deiner Pokerkarriere?
ganstarapper: Der Beste war wohl, als ich das Friday 150k Gtd. auf Mansion und drei Tage später das Highroller-Event gewann. Die wohl schlimmsten Momente waren zum Einen bei der ECOOP. Es waren nur noch drei Spieler left, ich hatte mich für $1.000 bei Caber eingekauft, als er einen guten Stack hatte (er 1,6 Millionen Chips, der andere 500k und der Dritte 150k). Leider wurden wir nur Dritter , nachdem wir mit JJ gegen K6 auf dem River verloren.
Für den ersten Platz gab es $86.000; für Platz zwei $54.000 und "nur" $28.000 für den dritten Platz. Ein Suckout für mindestens $26.000 ist schon "asso". Dann erinnere ich mich and die IPT in Italien, als ich im Mainevent einen sehr guten Stack hatte und kurz vor Tag 2 Q-Q bekam. Ein Superfish reraiste meine Bet, ich 3-bette und bin comittet, er pusht, ich calle und er zeigt Q-T off und flopt die Straight. Das war wirklich nicht cool, dannach war er glaube ich Chipleader und ist nach weiteren 50 Min. ausgeschieden.
PokerStrategy.com: Was ist für Dich das Beste am Poker? Das Geld, die Reisen, die Leute, die Atmosphäre..?
ganstarapper:Schwer zu sagen. Ich denke, das Reisen ist schon extrem nice, aber auch der Kick eines teuren Showdowns und die vielen gleichgesinnten Leute, die man auf den Parties so trifft. Das sind alles Aspekte, die das Pokern für mich sehr interessant machen. Abgesehen davon stimmt auch die Bezahlung.
"Rauchen, Saufen, Glücksspiel, Freundin!"
![]() |
| OnkelHotte, Caber u. Ganstarapper (v. links) |
PokerStrategy.com: Inwieweit hat Poker Dein Leben verändert?
ganstarapper: Es ist schon eine andere Welt, ich habe neue Leute kennengelernt und neue Orte bereist. Das Pokern eröffnet mir neue Optionen, finanziell sowie privat. Es ist immer schön zu wissen, dass man die nächste Miete und Rechnung problemlos bezahlen kann - Geld beruhigt- und es ist ebenso gut, wenn ich meiner Großmutter in Weißrussland ein paar hundert Euro dalassen kann, weil das Geld dort einen x-fachen Wert hat und ich weiß, dass ich einfach geholfen habe. Es bringt natürlich auch Probleme mit sich, da die Spielzeiten immer abends sind. Für meine Freundin war es am Anfang sehr schwer zu verstehen, dass Pokern einfach als Beruf mit abendlichen Arbeitszeiten zu verstehen ist. Am Anfang der Beziehung gab es oft Streit, doch inzwischen hat sich alles eingependelt und ich bin sehr glücklich mit ihr. Heute sieht sie es lockerer, wenn es mal heißt "Schatz, ich kann heut nicht mitkommen, es gibt doppelte Punkte". Als Wiedergutmachung kann ich mir dann für sie einen Blumenstrauß oder ein Kinobesuch mehr leisten, was sie ja auch immer freut.
PokerStrategy.com: Wie reagiert sonst Deine Umwelt darauf, dass Du so ein aktiver Pokerspieler bist? Gab es da auch gutgemeinte Ratschläge, die Finger von Poker zu lassen?
ganstarapper: Oh ja, eigentlich von allen Seiten: Famillie, Freunde, Freundin, wie gesagt, eigentlich alle. Auch heute bekomme ich noch von meinen Eltern diese Hinweise, aber ich hoffe, dass ich den Zeitpunkt erkenne, wenn es nicht mehr lukrativ ist und von selber aufhöre, wenn es soweit ist.
PokerStrategy.com: Welche Turniere möchtest Du unbedingt einmal spielen?
ganstarapper: Also ein festes Ziel für mich ist Vegas 2011, wenn ich endlich 21 bin. Da möchte ich auf jeden Fall hin und mich mit den besten Spielern messen. Ansonsten will ich noch ein paar Events in Europa mitmachen, wie Mitte November in Malta oder Prag/Warschau, was ich auch geplant habe.
PokerStrategy.com: Früher hast Du ja WC3 gespielt und vorhin erwähnt, dass Schach ein Thema für Dich ist. Spielst Du diese Spiele immer noch aktiv?
ganstarapper: In WC3 habe ich damals extrem viel Zeit inverstiert, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Vor ca. anderthalb Jahren habe ich meine RazorMaus an den Nagel gehängt. Schach spiele ich inzwischen seit zwölf Jahren im Verein. Früher war ich relativ erfolgreich, als ich mit elf Jahren die Nr. 19 in Deutschland in meiner Altersklasse war, doch ich habe danach das Training eingestellt und nur noch als Hobby weitergemacht. Unsere Manschaft "USG Chemnitz", in welcher caber, ebenfalls spielt, hat sich dieses Jahr für die Deutschen Jugendmeisterschaften im Winter qualifiziert, wo ich mein letztes Turnier in der Jugend spielen werde. Um mich da nicht völlig zu blamieren, habe ich in letzter Zeit noch etwas trainiert, aber alles in allem ist Schach nur ein Hobby.
PokerStrategy.com: Gibt es irgendwas, nach dem Du süchtig bist? Oder anders: ohne was kannst Du nicht leben?
ganstarapper: Ich bin eigentlich nach so ziemlich allem süchtig, was Suchtstoffe enthält: Rauchen, Saufen, Glückspiel, Freundin 🙂 aber abgesehen von Rauchen und Freundin denke ich, dass die anderen Faktoren noch gut in den Griff zu bekommen sind.
PokerStrategy.com: Du hast uns zusammen mit caber am Samstag besucht. Was habt ihr hier gemacht? Wie war Dein Eindruck von Gibraltar und PokerStrategy.com?
ganstarapper: caber hatte den D3-Status über sechs Monate gehalten und erhielt dafür einen $100.000 Scheck. Da ich der zweite bin, der das Ziel hat, haben die Leute von Mansion Poker mich gleich mit eingeladen, da sie uns beide kennenlernen wollten.
Es war wirklich sehr interessant zu sehen, wie das Office und die ganze Region so aussieht. Auch die Leute kennenzulernen, die die ganze Seite verwalten, war ein super Erlebnis. Der Eindruck, den ich bekommen habe, ist sehr positiv und die Zeit mit euch war wirklich witzig. Ich hätte auch jetzt nicht dagegen, in Gibraltar zu sein, da es hier schweinekalt ist!
PokerStrategy.com: Letzte Worte?
ganstarapper: Ich danke für die Lesezeit und hoffe, alle Fragen angemessen beantwortet zu haben. Wer noch etwas wissen möchte, soll mich einfach anschreiben, ich freu mich! Jetzt muss ich weitergrinden, also dann, viel Glück an den Tischen euch allen!


