Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Häufig wird die eigene Entwicklung falsch bewertet

Eine neue Reihe an Tipps und Tricks von Jared Tendler lehrt uns heute, die eigenen Fortschritte richtig zu bewerten und in diesem Jahr richtig durchzustarten...

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Jared Tendler

Es gibt ein bekanntes Sprichwort, das besagt, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollte. Aber warum? Wenn man zwei Dinge vergleicht, die von Natur aus komplett verschieden sind, ist es unmöglich, die Unterschiede zu erkennen, die tatsächlich relevant und sinnvoll sind.

Dies gilt insbesondere für die Bewertung der eigenen Fortschritte, die im Grunde genommen einen Vergleich zwischen zwei Ichs darstellt – dem von gestern und dem von heute oder beispielsweise aus den Jahren 2021, 2022 oder 2023. Wenn die Evaluierung jedoch nicht korrekt durchgeführt wird, wirkt sich eine Vielzahl von Problemen nicht nur auf den Alltag, sondern auch auf die Gesamtbilanz aus und die Wahrnehmung dessen, was man während dieser Zeit erreicht hat, wird ungenau sein.

Das wiederum führt dazu, dass das Selbstbewusstsein leidet - man bekommt das Gefühl, dass man nicht genug tut, dass man versagt oder zu wenig leistet (obwohl bei einigen Pokerspielern genau das Gegenteil der Fall ist, da sie sich selbst überschätzen und zu selbstbewusst werden). Noch wichtiger ist aber, dass eine falsche Einschätzung des Fortschritts zu einem Rückgang der Motivation führen kann. Man fühlt sich, als wären alle Bemühungen umsonst, als würde man an den falschen Dingen arbeiten oder etwas übersehen. Man steckt fest und ist unsicher, was einen auf den richtigen Weg zurückbringt.

Dieses ganze Chaos kann viel Geld kosten, aber zum Glück gibt es dafür eine einfache Lösung.

Falsche Vergleiche anstellen

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Sofort aufhören Äpfel mit Orangen zu vergleichen

Pokerspieler neigen oft zu einer eindimensionalen Bewertung der eigenen Leistung. Entweder ist sie gut oder sie ist schlecht. Sie berücksichtigen nicht den eigenen Fortschritt und sehen auch nicht die natürlichen Schwankungen. Entweder sie fühlen sich wohl und spielen wirklich gut, oder sie stecken in einer Negativspirale und suchen nach einem Ausweg.

Ich erlebe häufig, dass Klienten übermäßig hart mit sich ins Gericht gehen, nachdem sie schlechte Ergebnisse in Verbindung mit schlechter Leistung erzielt haben. Sie sind nicht nur verärgert, dass sie zu wenig leisten, sondern haben auch das Gefühl, dass ihre harte Arbeit keine Ergebnisse mit sich bringt. Sie fragen sich sofort: "Wie konnte ich nur diese Fehler machen?" Und beklagen sich, dass sie nicht mehr ihre bestmögliche Leistung abrufen können.

Die erste Reaktion sollte stattdessen sein, das C-Game mit einer früheren Version des C-Games von vor 1 Monat, 3 Monaten, 6 Monaten, einem Jahr oder von früher zu vergleichen. Fortschritt ist nicht nur ein Maß dafür, wie gut man sein "A-Game" aufrechterhalten kann. Er wird auch daran gemessen, wie gut es einem gelingt, an seinem C-Game zu arbeiten. Dieser Vergleich wird oft vernachlässigt, selbst bei Kunden, die schon seit Jahren an diesem Thema arbeiten. Es ist einfach nicht intuitiv, so zu denken. Man muss es trainieren wie alles andere auch.

Idealerweise sollte man Äpfel mit Äpfeln vergleichen - das aktuelle A-Game mit dem vorherigen A-Game, das momentane B-Game mit dem vorherigen B-Game und das aktuelle C-Game mit dem vorherigen C-Game. Diese Art von Vergleich A-zu-A, B-zu-B, C-zu-C, ermöglicht eine bessere Einschätzung der Fortschritte, die man erzielt hat.

Wenn man so etwas noch nie gemacht hat, kann man damit anfangen, indem man das momentane A-, B- und C-Games mit den früheren Versionen vergleicht. Ja, das ist nicht ideal, aber ich möchte, dass man irgendwo ansetzt. So hat man eine Grundlage, um die tägliche Leistung zu bewerten. Und wenn man im Laufe des Jahres Fortschritte macht, hat man einen Bezugspunkt, um die Entwicklung im Laufe der Zeit zu begutachten.

Auf die Lücke achten

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Sich wie eine Raupe weiterentwickeln

Ein weiterer häufiger Fehler bei der Feststellung von Fortschritten ist der Irrglaube, dass man gar keine gemacht hat, weil der Unterschied zwischen seinem A-Game und seinem C-Game gleich geblieben ist. Das ist nicht unbedingt wahr. Es ist sehr gut möglich, dass sich sowohl das A- als auch das C-Game in einem ähnlichen Tempo weiterentwickelt haben.

Das zeigt sich vor allem dann, wenn man den Eindruck hat, dass das C-Game im Vergleich zum A-Game noch zu schwach ist. Wenn man gut drauf ist, ist man gut drauf, aber wenn man nicht in Form ist, ist man so schlecht wie nie zuvor. Zumindest vermutet man das. Diese Fehleinschätzung entsteht, weil man nicht erkennt, wie sich alle Fähigkeiten weiterentwickelt haben.

Man sollte sich daran erinnern, wie sich eine Raupe bewegt. Die Verbesserung kommt durch einen Schritt nach vorne (das A-Game wird besser), gefolgt von einem Schritt nach hinten (das C-Game ist weniger schlecht). Wenn man beides verbessert, bewegt sich die gesamte Raupe vorwärts.

Wenn sich die Raupe vorwärts bewegt, hat man Fortschritte gemacht, aber der Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Performance kann ähnlich groß bleiben. Wenn man das Gefühl hat, dass die Kluft zwischen dem A-Game und dem C-Game zu groß ist, kann das aber eine berechtigte Sorge sein. Das ist aber ein anderes Problem, das es zu lösen gilt und kein Hinweis darauf, dass man keine Fortschritte gemacht hat.

Worauf sollte der Fokus gelegt werden?

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Konzentration auf das Wesentliche

Die Bewertung von Fortschritten ist entscheidend, damit man künftig die passenden Schritte unternehmen kann. Ein Jahreswechsel ist immer ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Wie und in welchen Bereichen hat man sich verbessert? Und wenn man nicht so viele Verbesserungen erzielt hat wie erwartet, warum nicht? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen und Antworten ist eine wichtige Grundlage für Entscheidungen in einem Folgejahr.

Wenn sich zum Beispiel das C-Game stark verbessert hat, sollte man sich in der Zukunft auf die konsequente Umsetzung konzentrieren. So könnte es darum gehen, die bisherigen Erfolge zu nutzen, ohne das Gefühl zu haben, dass man große Fortschritte machen muss. Stattdessen feilt man von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche an seiner Performance.

Vielleicht befindet man sich aber auch in der umgekehrten Situation. Man hat wirklich hart gearbeitet und das A-Game ist besser geworden, aber das C-Game hat nicht Schritt gehalten. Wenn das C-Game stagniert, ist das ein Zeichen dafür, dass man noch nicht alle Probleme gefunden hat, die einen bremsen. Man darf sich aber auf keinen Fall entmutigen lassen. Manchmal ist es wirklich schwer, alle Ursachen für Probleme im „mental Game“ zu erkennen. Dies ist das Bereich, in dem meine Klienten nach einer Unterbrechung oft zurückkommen und erneut Hilfe suchen.

Ein Beispiel, das für Klienten oft schwer zu erkennen ist, ist, wenn sich das A- und B-Game weiterentwickelt haben, während das C-Game auf der Strecke geblieben ist. Der Unterschied zwischen dem vorderen und dem hinteren Ende ist vergleichbar mit einem gespannten Gummi und führt dazu, dass die Probleme in größerer Form auftauchen können, wie zum Beispiel durch eklatante Fehler oder schweren Fehleinschätzungen.

Das alles kann zwar verwirrend sein, aber es kann auch dazu führen, dass die zugrunde liegende Wurzel leichter zu erkennen ist. Manchmal ist der eigentliche Fehler mit einem eher persönlichen Problem verbunden und schwer zu erkennen, wenn man selbst in das Thema verwickelt ist. Eine objektive Sicht von außen kann dabei helfen, sich aus der Sackgasse zu manövrieren. Gelegentlich können sogar nur ein paar Sitzungen mit einem Klienten als Katalysator dienen, um herauszufinden, was ihn wirklich blockiert.

Unabhängig davon, wie stark das A-, B- und C-Game ist, ist es wichtig, dass man erkennt, wo Fortschritte stattgefunden haben und wo nicht - so findet man heraus, worauf man sich künftig konzentrieren sollte. Wenn man seinen Fortschritt auf diese Weise monatlich, wöchentlich oder sogar täglich bewertet, kann man die Schwachstellen schneller erkennen und beheben.

Bei der Bewertung der Fortschritte ist es aber auch wichtig, Erfolge zu würdigen und zu feiern. Diese sind wichtig für das Selbstvertrauen. Man muss die Entwicklung richtig einschätzen, Erfolge feiern und immer am Ball bleiben.

Wie arbeitet ihr an euren mentalen Fähigkeiten? Wir freuen uns auf eure Kommentare!