Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Interview der Woche: Tigga

Bisher waren Interviews mit je einem NL- und einem FL-Coach dran, in unserem dritten Interview der Woche vertrat Tigga jetzt die SnG-Sektion:

"Bei mir ist immer Action"

"Ich coache mit Leib und Seele", sagt der PokerStrategy-Coach Mark 'Tigga' Schäuble. Im Interview mit PokerStrategy berichtet er von seinem schwierigen Einstieg in die Pokerwelt und den lustigen und den deprimierenden Momenten seiner bisherigen Laufbahn.

 

Pokerstrategy: Hallo Tigga stell dich doch bitte einmal kurz vor.

Tigga: Hallo, mein Name ist Mark Schäuble, ich bin 19 Jahre alte und komme aus dem schönen Dorf Hofstetten in der Nähe von Offenburg. Ich gehe momentan noch auf die Schule und mache dort mein Abitur

Pokerstrategy: Wie lange bist du schon ein Mitglied von PokerStrategy und wie bist du dazu gekommen?

Tigga: Ich bin seit zwei Jahren (November 2005) Mitglied bei Pokerstrategy. Ich bin damals durch einen Freund auf die Seite aufmerksam gemacht worden und da ich mich zu dem Zeitpunkt wie viele Andere auch sehr stark für Poker interessierte, habe ich mich dort direkt angemeldet.

Pokerstrategy: Hattest du über Pokerstrategy deinen ersten Kontakt zum Pokern?

Tigga: Eigentlich schon, ich habe damals mit den 5$ auf PokerStars meine ersten Erfahrungen gesammelt.

Pokerstrategy: Wie verlief dein Karrierestart? Hattest du am Anfang Probleme oder ging es schnell aufwärts?

Tigga: Der Anfang meiner Pokerkarriere war sehr, sehr beschwerlich. Ich habe bestimmt ein halbes Jahr gebraucht bis ich von PokerStars weg kam und auf PartyPoker wechseln „durfte“. Ich hab mich auf Party innerhalb eines halben Jahres von FL 0.25/0.50 bis FL 5/10 hoch gekämpft (3/6 hatte ich damals ausgelassen, da alle sagten, das Limit sei tougher als 5/10).

Kaum auf 10/20 aufgestiegen kam dann der Downswing. Da ich zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr auf FL hatte, habe ich auf SnGs gewechselt. Ich konnte dort ebenfalls in den Limits recht schnell aufsteigen und spielte nebenher immer ein bisschen Omaha zum Spaß. Im Januar 2007 war dann der vorläufige Zenit meiner Karriere. Ich war aus privaten Gründen gezwungen, fast meine komplette Bankroll auszuzahlen. Ich hatte dann für bestimmt einen Monat jegliches Interesse an Poker verloren, bis ich von Bahmrockk dazu angestachelt wurde, wieder anzufangen. Gesagt getan. Mittlerweile habe ich meine Bankroll wieder schön ausgebaut und es reichte, um meine gewohnten PL Omaha Stammlimits zu spielen (PL 1000 und 2000). Durch einen „kleinen“ Downswing habe ich Omaha kurzzeitig auf Eis gelegt und spiele momentan FL 5/10.

Pokerstrategy: Welche Limits spielst du derzeit und was sind deine Ziele in naher Zukunft?

Tigga: Ich spiele derzeit PL Omaha 1000 und 2000 sowie 5/10 FL. Meine Ziele sind vorerst auf 5/10 winnig Player werden und mein Omaha-Können weiter auszubauen, so dass ich bald auf FullTiltPoker wechseln kann.

Pokerstrategy: Was waren die schönsten aber auch schlimmsten Momente in deiner Pokerkarriere?

Tigga: Der schlimmste Moment war bisher, als ich Anfang des Jahres meine komplette Bankroll auszahlen musste. Die schönsten Momente sind mit Freunden im Casino am Tisch zu spielen.

Pokerstrategy: Was war der für dich persönlich härteste BadBeat bisher?

Tigga: Mein härtester Bad Beat war im Omaha: Mein Gegner trifft in einem 16000$-Pot auf dem River noch sein einziges Out und gewinnt.

Pokerstrategy: Was war der lustigste Moment deiner Pokerkarriere?

Tigga: Lustige Momente gab es viele... Einer der lustigsten war aber bestimmt, als ich in einem 215$ FL Turnier 3ter wurde für etwa 6000$. Ich dachte lange, dass das Turnier ein No-Limit-Turnier wäre, aber genau dieser Moment der Verwunderung, warum meine Gegner alle nur Minimumraises machen und der Erkenntnisse, dass das ein Fixed-Limit-Turnier ist, war garantiert einer der witzigsten.

Pokerstrategy: Was war dein größter Turniererfolg?

Tigga: Mein größter Erfolg war in einem 109$ Rebuy Turnier der erste Platz für ca.13000$.

Pokerstrategy: Spielst du auch außerhalb des Internets Poker, ob in Kasinos oder mit Freunden?

Tigga: Ich gehe sehr regelmäßig in Casinos. Allerdings spiele ich auch gerne in den berühmten Sonntag-Abend-Partien mit meinen Freunden. Ist zwar nur NL10, aber zum Spaß haben ideal.

Pokerstrategy: Hast du vielleicht sogar neue Freunde durch das Pokern kennen gelernt?

Tigga: Ich habe sehr viele nette, interessante Leute durch das Pokern kennen gelernt. Ohne diese Leute würde mir mittlerweile bestimmt etwas fehlen. Ganz vorne Bahmrockk, der mir mittlerweile ein persönlicher Freund wurde. Oder zum Beispiel die zehn Stunden Skype Sessions mit Schiep, Milamber und Sandman... Tobsen natürlich auch nicht zu vergessen. Es gibt noch viel mehr Leute, die ich durch Poker kennen gelernt habe, aber alle zu nennen würde ewig dauern.

Pokerstrategy: Inwiefern hat Pokern dein Leben verändert?

Tigga: Das ist eine Frage, um die zu beantworten, ich mehrere Bücher schreiben könnte. Ich denke, dass die meisten Veränderungen im Bezug auf Geld kamen. Auf der einen Seite gibt es viele positive Aspekte: Ich hab es nicht nötig, einen Ferienjob zu suchen oder allgemein jobben zu gehen; die finanzielle Freiheit. Auf der anderen Seite schwingt natürlich auch gerade bei dem finanziellen Aspekt im Pokern sehr viel Negatives mit: Geld fängt irgendwann an „unwichtig“ zu werden, beziehungsweise ich habe Stück für Stück die die Realität zum Geld verloren.

Pokerstrategy: Welche Tugend ist deiner Meinung nach die wichtigste beim Pokern und warum?

Tigga: Geduld. Jeder, der schon länger Poker spielt, weiß, wie lang und Nerven aufreibend ein Downswing sein kann und wenn man dann nicht geduldig und diszipliniert bleibt, schmeißt man zu schnell alles hin.

Pokerstrategy: Ein Freund von dir fängt ganz neu mit dem Pokern an. Welchen Rat gibst du ihm?

Tigga: Ich sage ihnen immer, dass sie sich die Einsteigersektion auf Pokerstrategy sehr genau durchlesen sollen oder falls sie das noch nicht getan haben, sich anmelden sollen. Es ist sehr wichtig, dass man sich am Anfang Fehler eingestehen kann und diese auch bereit ist, zu suchen. Nobody is perfect. Bei der Suche nach Fehlern sollte man auch unbedingt die Hilfe Anderer in Anspruch nehmen, sei es, durch Coachingbesuche oder durch das Posten von Beispielhänden.

Pokerstrategy: Seit wann bist du schon Coach und wie bist du dazu gekommen? Was macht dir am Coachen den meisten Spaß?

Tigga: Ich bin seit Anfang 2007 Coach und wurde damals von Sammy gefragt, ob ich den Job machen möchte. Mir persönlich macht es am meisten Spaß, mein Wissen weiterzugeben und fragen der Zuhörer zu beantworten.

Pokerstrategy: Wenn du mal gar keine Lust mehr hast zu Pokern. Wie motivierst du dich oder machst du einfach mal eine längere Pause?

Tigga: Wenn ich keine Lust habe, dann habe ich keine Lust. Ich versuche mich dann nicht künstlich zu motivieren, sondern mache einfach eine Pause, die sich dann auch mal über zwei bis drei Wochen hinziehen kann.

Pokerstrategy: Wie viel Zeit verbringst du pro Woche etwa noch mit Handanalysen und dem Verbessern deiner Theoriekenntnisse? Wie viel Zeit hast du noch zu Beginn deiner Karriere damit zugebracht?

Tigga: Mittlerweile verbringe ich mit Handanalysen eher weniger Zeit, da ich zum größten Teil mit meinem Spiel zufrieden bin. Wenn ich mit einer Hand ganz speziell unzufrieden bin, schaue ich sie mir allerdings nach der Session schon nochmal an. Am Anfang meiner Karriere habe ich mit Theorie nur sehr wenig Zeit verbracht, zu dem Zeitpunkt war mir Pokern auch nicht so wichtig. Als es mir jedoch dann wichtiger wurde und ich angefangen habe damit Geld zu verdienen habe ich pro Tag im Schnitt 1,5h Theorie gebüffelt.

Pokerstrategy: Was denkst du, warum eines unsere Mitglieder gerade dein Coaching besuchen sollten? Was zeichnet es besonders aus?

Tigga: Bei mir ist immer Action im Coaching und so wird einem nie langweilg. Ich coache mit Leib und Seele und gehe auf jede Frage im Coaching ein, solang sie themenbezogen ist. Aber wer wissen will, welches Coaching ihm gefällt, der sollte halt einfach mal zuhören.

PokerStrategy: Vielen Dank für das Interview Tigga.