Mitglied des Monats TimBus über seinen ganz eigenen Lebensstil
Der PokerStratege TimBus finanziert sich mit Poker nicht nur einen außergewöhnlichen Lebensstil, er lässt auch das gesamte BBV an seinen Erlebnissen teilhaben. Das führte nicht nur zu inzwischen fast 180 Seiten Content, sondern auch zum Sieg bei der Wahl zum Mitglied des Monats. Hier gibt es das Interview.
Erst Paraguay, nun Thailand – PokerStratege und Fixed Limit-Spieler timbus hat seinen ganz eigenen Weg gewählt, außergewöhnlich zu leben. Seit über einem Monat lebt er nun schon in Thailand und lässt dabei das gesamte BBV-Forum an seinen Erlebnissen teilhaben. Wir sprachen kurz nach einem starken Unwetter in Thailand mit ihm über seine Zeit in Asien und seine Lebenseinstellung. Herausgekommen ist ein Poker-Interview der etwas anderen Art.
Hier geht's zu TimBus' Thailand-Blog: Der BBV Blog. Besser!
PokerStrategy.com: Hallo TimBus, herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum Mitglied des Monats. Standardfrage: How do you feel?
timbus: Natürlich freue ich mich über das deutliche Votum, aber ich glaube, die meisten Leser kennen mein Blog so oder so schon. Daher macht die Wahl jetzt auch nicht mehr den ganz großen Unterschied.
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| TimBus unterwegs im Nachtleben Fotograph: krach-bumm-ente |
Auf Empfehlung von Backpackern nach Südostasien
PokerStrategy.com: Wie bist du damals überhaupt auf die Idee gekommen, länger nach Thailand zu reisen?
timbus: Zunächst wollte ich einfach nur länger in ein billiges Land. Als Erstes habe ich dann Paraguay getestet, was auch immer noch mein Favorit ist. Dort habe ich allerdings jede Menge Backpacker getroffen, die mir fast alle rieten, Südostasien anzuschauen, bevor ich mich festlege. Und dieser Empfehlung folgend bin ich jetzt erst mal hier.
PokerStrategy.com:"...bevor ich mich festlege." – dein Ziel ist also das dauerhafte Niederlassen an einem Ort wie Thailand?
timbus: Nicht dauerhaft, aber zumindest für die nächsten Jahre. Eigentlich mache ich es davon abhängig, wie lange Online-Poker noch profitabel läuft. Je länger desto besser, aber wenn es mal nicht mehr sein soll, geht es wahrscheinlich erst mal zurück nach Deutschland.
PokerStrategy.com: Du spielst derzeit FL $1/$2. Käme es für dich auch infrage, die Variante zu wechseln, um mehr Action zu kriegen?
timbus: Wahrscheinlich erst, wenn es auf FL $1/$2 gar nicht mehr läuft und ich wüsste, dass woanders noch Geld zu holen ist. Ich bin sehr lernfaul, muss ich zugeben. Bis ich auf meinem jetzigen Niveau angekommen bin, habe ich sehr viel Zeit in Theorie investiert. Aber als ich gemerkt habe, dass mir das Geld bereits zum Leben reicht, war die Motivation auf höhere Limits zu kommen sofort verschwunden. Davon mache ich nur manchmal Ausnahmen in Form von U2U Coachings oder Videos.
PokerStrategy.com: Dann verpasst du ja die PokerStrategy.com-Handbewertungsforen.
timbus: Haha, das kann gut sein, ich muss allerdings nicht mit Poker das große Geld verdienen. Sobald ich mir was zu essen und ein Dach über dem Kopf leisten kann, bin ich zufrieden. Zudem ist FL $1/$2 für mich relativ swingfrei und ich sehe daher nicht, warum ich mit mehr Theorie im Rücken in den Limits aufsteigen sollte.
Der Weg zum Auslands-Poker-Profi
PokerStrategy.com: Hast du denn Poker von Anfang an so betrachtet, dass du damit mal deinen Lebensunterhalt bestreiten könntest, oder kam das eher so nebenbei?
timbus: Ich hatte meinen letzten Job an einer Tankstelle geschmissen und ein halbes Jahr gar nichts gemacht. In der Zeit habe ich sehr viel Zeit mit SnGs verbracht und aus den $50 Startkapital etwa $500 gemacht. Nach dem halben Jahr hab ich es dann mal mit FL probiert und im ersten Monat auf $.25/$.50 gleich mal $900 Dollar gemacht. Danach war ich dann noch einen Monat mit Freunden auf einem Roadtrip an der Westküste Kanadas/USA und danach dachte ich mir: "Warum wieder arbeiten?"
Die ersten neun Monate waren aber nicht leicht. Ich hatte zum Glück immer noch genug Rücklagen, um mein Leben zu finanzieren, wenn es mal nicht so lief. Da ich aber regelmäßig alles bis auf $500 ausgecasht hab, war Bankrollbuilding unmöglich. Erst als ich dann mal einen guten Upswing hatte, ging es langsam bergauf und ich konnte noch zwei Limits höher klettern. Der Upswing kam gerade rechtzeitig, denn mein Konto war zu dem Zeitpunkt fast leer und ich hätte bald wieder ein "normales" Leben führen müssen. So hab ich es aber geschafft und seitdem füllt sich mein Konto wieder stetig.
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| Hier wird gegrindet. |
PokerStrategy.com: Wie läuft's denn, seitdem du in Thailand bist? Der Graph sieht ja recht vielversprechend aus.
timbus: Ich kann mich nicht beklagen. Seit ich auf PokerStars Supernova bin, sind die Winnings auch nicht mehr so wichtig, da das Rakeback einen guten Teil des Gesamteinkommens ausmacht. Der neue Monat begann zwar mit nem kleinen Downswing, aber das ist man nach so vielen Händen, wie ich sie gespielt habe, ja gewohnt.
PokerStrategy.com: Wie reagieren eigentlich die bärtigen Rucksackhippies, wenn du ihnen erzählst, dass du deinen Aufenthalt mit Poker finanzierst?
timbus: Mit richtigen Hippies hatte ich noch gar keinen Kontakt. Schade eigentlich, denn ich mag Strandpartys mit Gitarre und Lagerfeuer. Aber 100% der Leute, denen ich erzähle, was ich mache, finden das spannend und interessant, auch wenn sie von Poker überhaupt nichts verstehen. Die einzige Ausnahme stellen leider meine Eltern dar, wobei die sich über die Jahre zumindest einigermaßen daran gewöhnt haben. Trotzdem höre ich immer noch regelmäßig ein "Willst du nicht doch noch was Richtiges lernen oder studieren?". Und das in meinem Alter... ffffuuuu
PokerStrategy.com: Du bist jetzt 31, richtig?
timbus: Das hat noch nicht einmal was mit Poker zu tun. Ich habe ja die Jahre vorher auch meistens nur gejobbt. Das passte nicht so ganz mit der Vorstellung eines erfolgreichen Sohns zusammen – dabei sind sie selbst 68er und ich finde, dass ich ihre Erziehung sehr gut umsetze. Ich bin übrigens auch sehr glücklich mit meinem Leben!
PokerStrategy.com: Auch wenn wir den Tag, an dem man dich mit "Dr. TimBus" ansprechen muss, vermutlich nicht mehr erleben werden.
timbus: Vielleicht kaufe ich mir mal einen Dr. der Trollologie (lacht).
TimBus' goldene Regeln für Auswanderer
PokerStrategy.com: Wenn jetzt jemand in Deutschland zu Hause vor dem Rechner sitzt und sich auch überlegt, mit Poker als Lebensunterhalt in ein billigeres Land auszuwandern, was wären deine "fünf goldenen Regeln"?
timbus: Oh, das ist schwer zu sagen. Ich halte mich nämlich an gar keine Regeln, aber ich versuche es trotzdem mal: Auf jeden Fall sollte man nicht als Tourist kommen, der nur so mit den Geldscheinen rumwedelt. Eher als Einwanderer, oder wie in meinem Fall bisher, zumindest als potenzieller Einwanderer und entsprechend auf die Lebensart der Einheimischen adapten.
Von großem Vorteil ist es auch, die Landessprache zu beherrschen. Mein Spanisch ist zwar noch weit von der Perfektion entfernt, aber in Paraguay hatte ich insgesamt einen wesentlich besseren Draht zu den Einheimischen als hier. Wenn man vorhat, länger in einem Land zu bleiben, sollte man erst mal ein paar Wochen oder Monate in einem Hostel wohnen, um Kontakte zu knüpfen, und sich erst dann mit deren Hilfe eine feste Bleibe suchen. Es gibt zwar überall auch Agenturen, die einem dabei helfen, aber das sind meistens üble Abzocker, denen dein Wohl nicht so sehr am Herzen liegt wie dein Geld.
Das waren zwar keine fünf, aber immerhin ein paar Tipps.
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| Hier wohnt TimBus. |
PokerStrategy.com: Wie lange willst du jetzt noch in Thailand bleiben?
timbus: Da ich mir hier trotz der vielen Partys immer noch genug Zeit zum Grinden nehme und die Kosten wirklich niedrig sind, steigt mein Kontostand stetig. Das ist also nicht das Problem. Ursprünglich hatte ich vor fünf Monate zu bleiben, da Thailand es einem mit dem Visum aber nicht so leicht macht wie Paraguay, bin ich dieses Mal nur die drei Monate hier, die das Standardvisum hergeben.
PokerStrategy.com: Und dann?
timbus: Danach geht's erstmal über den Sommer zurück nach Deutschland. Solang es da warm ist, lässt sich's ja gut aushalten. Im Herbst geht es dann sehr wahrscheinlich wieder nach Paraguay und dieses mal dann für ein paar Jahre. Da ich aber von Plänen nicht viel halte, ist es auch gut möglich, dass ich doch noch ein paar andere Länder anteste oder hierher zurückkomme, bevor ich mich festlege. Mal sehen, wonach ich mich fühle, wenn es so weit ist.
Wenn Schluss ist, ist Schluss – mit dem Blog
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| TimBus und ein einheimischer Thaijunge |
PokerStrategy.com: Wirst du auch nach deiner Rückkehr ab und zu noch deine Leser über dein Leben auf dem Laufenden halten? Oder war das eine Ausland-Only-Sache?
timbus: Sofern den Blog nicht jemand anderes, der hier ist, weiterführt, wird er wohl auf ewig in den Tiefen des BBV verschwinden. Mein Leben ist in Deutschland bei Weitem nicht so spannend wie hier. Aber wenn ich die nächste Reise antrete, gibt es mit Sicherheit einen neuen Thread.
PokerStrategy.com: Was war deine Motivation, so ein Blog zu führen?
timbus: Das hat sich völlig zufällig entwickelt. Als ich in Paraguay war, habe ich ab und zu in Helgas Blog Beiträge verfasst und die kamen bei einigen Leuten sehr gut an und es wurde nach mehr gefragt. Darum habe ich beschlossen, in Thailand einen eigenen Blog zu starten. Da ich 95% meiner Zeit auf ps.com im BBV verbringe, wollte ich es dieses Mal dort probieren. Und abgesehen von den paar unvermeidbaren Hatern war es auch ein durchschlagender Erfolg.
PokerStrategy.com: Hat dein Blog deinen Aufenthalt vor Ort messbar verändert?
timbus: Es hat mich auf jeden Fall viel Zeit gekostet, die ich sonst mit Grinden verbracht hätte. Die 100 Dollar, die ich dafür bekommen habe, reichen mit Sicherheit nicht aus, um den Verlust zu kompensieren. Aber ich genieße es selbst immer wieder in meinem Beiträgen zu lesen und Erinnerungen an die Erlebnisse wachzurufen, somit hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ansonsten gab es keinen großen Einfluss auf meinen Aufenthalt, wobei ich nach wie vor für Interaktion mit dem Publikum und dumme Späße zu haben bin.
PokerStrategy.com: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Spaß auf deinen Auslandsaufenthalten!
Strand]
- TimBus, ich hoffe, ich erwische dich zu einem passenden Zeitpunkt. Zeitverschiebung, auf deinen
geregelten Tagesablauf ist auch nicht groß Verlass - da kann man schon mal daneben liegen.
Das stimmt, aber es passt ganz gut. Ich hatte heute mal wieder ein vernünftiges Frühstück, das
reicht noch eine Weile.
- Mit Würstchen, Eiern und Speck?
Ohne Würstchen und Speck, aber dafür mit umso mehr Eiern (lacht). Was Würstchen angeht, bin ich noch
etwas traumatisiert. Es gab einen Stromausfall und ich warte doch lieber, bis alles, was darunter
gelitten hat, abverkauft ist.
- Wie ist denn die Wettervorhersage? Ist das Unwetter jetzt erstmal überstanden?
Schreint so. Als ich das letzte Mal vpr drei Tagen nachgeschaut habe, hieß es Sonnenschein die ganze
Woche.
- Hattest du denn während des Unwetters je so richtige Sorgen um dein Wohlergehen? Ein Situation, in
der du dachtest "scheiße, wenn das so weitergeht, dann gibts echt straßenköter an frischen maden"?
Nur während der zwei Sekunden in dem Kanal am Strand. Alle anderen Widrigkeiten habe ich eher als
Abenteuer empfunden.
- Wie bist du damals überhaupt auf die Idee gekommen, länger nach Thailand zu reisen?
Zunächst wollte ich einfach nur länger in ein billiges Land. Als erstes habe ich dann Paraguay
getestet, was auch immer noch mein Favorit ist. Dort habe ich allerdings jede Menge Backpacker
getroffen, die mir fast alle rieten, Südostasien anzuschauen, bevor ich mich festlege. Und dieser
Empfehlung folgend bin ich jetzt erstmal hier.
- "...bevor ich mich festlege." - das Ziel ist also das dauerhafte Niederlassen an einem Ort wie
Thailand?
Nicht dauerhaft, aber zumindest für die nächsten Jahre. Eigentlich mache ich es davon abhängig, wie
lange Online-Poker noch profitabel läuft. Je länger umso besser, aber wenn es mal nicht mehr sein
soll, geht es wahrscheinlich erstmal zurück nach Deutschland.
- Du spielst derzeit FL $1/$2 - käme es für dich auch in Frage, die Variante zu wechseln, um mehr
Action zu kriegen?
Wahrscheinlich erst wenn es auf FL $1/$2 gar nicht mehr läuft und ich wüsste, dass woanders noch
Geld zu holen ist. Ich bin sehr lernfaul, muss ich zugeben. Bis ich auf meinem jetzigen Niveau
angekommen bin, habe ich sehr viel Zeit in Theorie investiert, aber als ich gemerkt habe, dass mir
das Geld bereits zum Leben reicht, war die Motivation auf höhere Limits zu kommen sofort
verschwunden. Davon mache ich nur manchmal Ausnahmen in Form von U2U Coachings oder Videos.
- Dann verpasst du ja die PokerStrategy.com-Handbewertungsforen. Wenn du da öfter reinschauen
würdest, könntest du bestimmt bald wie masterfu leben.
Haha, das kann gut sein - ist aber nicht mein Ziel. Sobald ich mir was zu essen und ein Dach über
dem Kopf leisten kann, bin ich zufrieden. Zudem ist FL 1/2 für mich relativ swingfrei.
- Hast du denn Poker von Anfang an so betrachtet, dass du damit mal deinen Lebensunterhalt
bestreiten könntest, oder kam das eher so nebenbei?
Ich hatte meinen letzten Job an einer Tankstelle geschmissen und ein halbes Jahr gar nichts gemacht.
In der Zeit habe ich sehr viel Zeit mit SNGs verbracht und aus den 50$ Startkapital etwa 500
gemacht. Nach dem halben Jahr hab ichs dann mal mit FL probiert und im ersten Monat auf .25/.50
gleich mal 900 Dollar gemacht. Danach war ich dann noch einen Monat mit Freunden auf einem Roadtrip
an der westküste Kanada/USA und danach dachte ich mir "warum wieder arbeiten?".
Die ersten 9 Monate waren aber nicht leicht. Ich hatte zum Glück immer noch genug Rücklagen, um mein
Leben zu finanzieren, wenn es mal nicht so lief, da ich aber regelmäßig alles bis auf $500
ausgecasht hab, war Bankrollbuilding unmöglich. Erst als ich dann mal einen guten Upswing hatte,
ging es langsam bergauf und ich konnte noch zwei Limits höher klettern. Der Upswing kam gerade
rechtzeitig, denn mein konto war zu dem Zeitpunkt fast leer und ich hätte bald wieder ein "normales"
Leben führen müssen. So hab ich es aber geschafft, und seitdem füllt sich mein Konto wieder stetig.
- Wie läuft's denn, seit du in Thailand bist? Der Graph sieht ja schon recht vielversprechend aus...
Ich kann mich nicht beklagen. Seit ich auf PokerStars Supernova bin, sind die Winnings auch nicht
mehr so wichtig, da das Rakeback einen guten Teil des Gesamteinkommens ausmacht. Der neue Monat
begann zwar mit nem kleinen Downswing, aber das ist man nach so vielen Händen wie ich sie gespielt
habe ja gewohnt.
- Wie reagieren eigentlich die bärtigen rucksackhippies, wenn du ihnen erzählst, dass du deinen
aufenthalt mit poker finanzierst?
Mit richtigen Hippies hatte ich noch gar keinen Kontakt. Schade eigentlich, denn ich mag
Strandpartys mit Gitarre und Lagerfeuer. Aber 100% der Leute, denen ich erzähle was ich mache,
finden das spannend und interessant, auch wenn sie von Poker überhaupt nichts verstehen. Die einzige
Ausnahme stellen leider meine Eltern dar, wobei die sich über die Jahre zumindest einigermaßen daran
gewöhnt haben. Trotzdem höre ich immer noch regelmäßig ein "willst du nicht doch noch was Richtiges
lernen oder studieren?". Und das in meinem Alter... ffffuuuu
- Du bist jetzt 31 *hust*
Das hat noch nicht einmal was mit Poker zu tun. Ich habe ja die Jahre vorher auch meistens nur
gejobbt. Das passte nicht so ganz mit der Vorstellung eines erfolgreichen Sohns zusammen - dabei
sind sie selbst 68er und ich finde: Ich setze ihre Erziehung sehr gut um. Und ich bin auch sehr
glücklich mit meinem Leben!
- Auch wenn wir den Tag, an dem man dich mit "Dr. TimBus" ansprechen muss, vermutlich nicht mehr
erleben werden.
Vielleicht kaufe ich mir mal einen Dr. der Trollologie (lacht).
- Wenn jetzt jemand in Deutschland zu Hause vor dem Rechner sitzt und sich auch überlegt, mit Poker
als Lebensunterhalt in einer billigeres Land auszuwandern, was wären so deine "5 goldenen Regeln"?
Oh, das ist schwer zu sagen. Ich halte mich nämlich an gar keine Regeln, aber ich versuche es
trotzdem mal. Auf jeden Fall sollte man nicht als Tourist kommen, der nur so mit den Geldscheinen
rumwedelt. Eher als Einwanderer, oder wie in meinem Fall bisher zumindest als potentieller
Einwanderer und ensprechend auf die Lebensart der Einheimischen adapten.
Von grossem Vorteil ist es auch, die Landessprache zu beherrschen. Mein Spanisch ist zwar auch noch
weit von der Perfektion entfernt, aber in Paraguay hatte ich insgesamt einen wesentlich besseren
Draht zu den Einheimischen als hier. Wenn man vorhat, länger in einem Land zu bleiben, sollte man
erstmal ein paar Wochen oder Monate in einem Hostel wohnen, um kontakte zu knüpfen, und sich erst
dann mit deren Hilfe eine feste Bleibe suchen. Es gibt zwar überall auch Agenturen, die einem dabei
helfen, aber das sind meistens üble Abzocker, denen dein Wohl nicht so sehr am Herzen liegt wie dein
Geld.
Das waren zwar keine fünf, aber immerhin ein paar Tipps.
- Wie lange willst du jetzt noch in Thailand bleiben? Bis die Kohle alle ist?
Da ich mir hier trotz der vielen Partys immer noch genug Zeit zum Grinden nehme und die Kosten
wirklich niedrig sind, steigt mein Kontostand stetig. Das ist also nicht das Problem. Ursprünglich
hatte ich vor fünf monate zu bleiben, da Thailand es einem mit dem Visum aber nicht so leicht macht
wie Paraguay, bin ich dieses Mal nur die drei Monate hier, die das Standardvisum hergeben.
- Und dann?
Danach gehts erstmal über den Sommer zurück nach Deutschland. Solang es da warm ist, lässt sich's ja
gut aushalten. Im Herbst geht es dann sehr wahrscheinlich wieder nach Paraguay und dieses mal dann
für ein paar Jahre. Da ich aber von Plänen nicht viel halte, ist es auch gut möglich, dass ich doch
noch ein paar andere Länder anteste, bevor ich mich festlege oder auch hierher zurückkomme. Mal
sehen, wonach ich mich fühle, wenn es soweit ist.
- Wirst du auch nach deiner Rückkehr ab und zu noch deine Leser über dein Leben auf dem Laufenden
halten? Oder war das eine Ausland-Only-Sache?
solange den Blog nicht jemand anderes der hier ist weiterführt, wird er wohl auf ewig in den tiefen
des BBV verschwinden. Mein Leben ist in Deutschland bei Weitem nicht so spannend wie hier. Aber wenn
ich die nächste Reise antrete, gibt es mit Sicherheit einen neuen thread.
- Was war deine motivation, so einen Blog zu führen?
Das hat sich völlig zufällig entwickelt. Als ich in Paraguay war, habe ich ab und zu in Helgas Blog
Beiträge verfasst und die kamen bei einigen Leuten sehr gut an und es wurde nach mehr gefragt. Darum
habe ich beschlossen, in Thailand einen eigenen Blog zu starten. Da ich 95% meiner Zeit auf ps.com
im BBV verbringe, wollte ich es dieses Mal dort probieren. Und abgesehen von den paar unvermeidbaren
Hatern war es auch ein durchschlagender Erfolg.
- Hat dein Blog deinen Aufenthalt vor Ort messbar verändert?
Es hat mich auf jeden Fall viel zeit gekostet, die ich sonst mit Grinden verbracht hätte. Die 100
Dollar, die ich dafür bekommen habe, reichen mit Sicherheit nicht aus um den verlust zu
kompensieren. Aber ich genieße es selbst immer wieder in meinem Beiträgen zu lesen und Erinnerungen
an die Erlebnisse wachzurufen, somit hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ansonsten gab es keinen
großen Einfluss auf meinen Aufenthalt, wobei ich nach wie vor für Interaktion mit dem Publikum und
dumme Späße zu haben bin.
Danke für das Gespräch und weiterhin viel Spaß auf deinen Auslandsaufenthalten!



