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Mit viel Einsatz schaffte es praios auf die No-Limit High Stakes – obwohl seine Karriere bei weitem nicht optimal begann. Nachdem der 25-jährige jetzt auch den BlackMember-Status bei PokerStrategy erreicht hat, stand er uns Rede und Antwort.
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| » INTERVIEW |
PokerStrategy: Hi praios. Erzähl den Lesern bitte kurz etwas zu deiner Person.
praios: Ich bin 25 Jahre alt und gelernter Diplomökonom. Ja, man mag es kaum glauben, ich habe ein abgeschlossenes Studium in Wirtschaftswissenschaften. Ich habe auch erst versucht, als Controller zu arbeiten, erhielt aber nur Absagen auf meine Bewerbungen - trotz guten Diploms. Meine Hobbys sind viel Sport treiben, bevorzugt Kampfsport (Jujutsu, Taekwondo) und alle Arten von Kartenspielen: Doppelkopf, Skat und natürlich Poker.
PokerStrategy: Skat und Doppelkopf hast du vermutlich schon vor PokerStrategy gespielt, oder?
praios: Skat und Doppelkopf habe ich von meinem Vater schon mit schätzungsweise 12 Jahren gelernt. Auf Turnieren war ich da nicht, das ist ja meist wie Preisskat. Man kann nur dumme Sachpreise gewinnen wie z.B. eine Gans und es spielen nur in Anführungszeichen alte Säcke. Aber wir hatten so einige Homegames =) Ich erinnere mich an eine Zeit, als mein Bruder, sein Kumpel und ich jeden Tag sofort nach der Schule Skat gezockt haben und wir dem Kumpel über mehrer Wochen sein Konfirmationsgeld abgenommen haben - bis dann schließlich sein Vater eingeschritten ist und ihm verboten hat, mit uns zu spielen!
PokerStrategy: Hört sich spaßig an und es wird klar, woher deine Affinität zum Pokern kommt. Hast du denn auch eine Vergangenheit als eSportler, wie so viele unserer BlackMember?
praios: Ich habe Counterstrike gespielt. War auch in Clans aktiv und wir konnten auf LANs in unserer Umgebung gute Platzierungen erzielen - einige erste Plätze auf kleineren 100-Mann-LANs. Für die großen Top-Clans hat es nie gereicht, aber ich habe schon recht ordentlich gespielt.
| BlackMember |
Mitte 2007 haben wir einen neuen Status eingeführt: BlackMember. Nur PokerStrategen, die insgesamt über 500.000 StrategyPoints erspielt haben, kommen in den Genuß des BlackMember-Status. Dieser gilt nicht nur lebenslang, den Spielern bieten wir auch regelmäßige Events und mehr. Erfahrt mehr über die exklusiven Events:
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praios: Also mit Poker angefangen habe ich durch einen Kumpel, der mir einen Playmoney-Account bei Everestpoker empfohlen hat. Dort konnte ich auch ganz erfolgreich mein Spielgeld vermehren. Irgendwann habe ich dann eine Reportage über die Deutschen Pokermeisterschaften auf DSF gesehen, wo auch Korn aufgetreten ist. Im Interview warb er da für PokerStrategy und ich dachte, dass das interessant klingt. Also habe ich mich angemeldet, das Quiz bestanden und (wie damals üblich) erstmal mit Fixed Limit angefangen.
Das lief anfangs auch ganz gut. Ich habe mich durch die Limits hochgearbeitet und die zusätzlichen $100 Bonus bekommen. Dann musste ich allerdings zwangsweise an den FL 50c/$1 Tischen spielen, weil man damals nach 40 Tagen nicht mehr an die Anfängertische durfte und dies die niedrigsten normalen Tische bei PartyPoker waren. Dort hatte ich dann nur ca. $200 Bankroll und es kam noch eine ziemliche Pechsträhne dazu. In dessen Folge verlor ich alles, bis auf 5 Dollar. In meiner Verzweiflung habe ich dann mit No-Limit angefangen - auch gleich mit der Bigstackstrategie. (Zum Glück wurden zu dem Zeitpunkt auch die Microlimit-Tische eingeführt.)
Ich konnte meine Bankroll rasch wieder vergrößern und von da an ging es (mit ein paar Downswings dazwischen) eigentlich nur noch bergauf. Nun spiele ich NL1.000 und höher.
PokerStrategy: Auch wenn der Start sicherlich nicht optimal war: Eine schöne Erfolgsstory. Bei PokerStrategy wurden inzwischen sogar zwei NL5.000 Videos von dir veröffentlicht. Zählst du dieses Limit auch zu deinen Homelimits oder musstest du in letzter Zeit auch mal absteigen?
praios: Nein, ich musste noch nie absteigen. Ich spiele immer noch NL5.000, aber im Vergleich zu vielen Regulars eben nur bei guten Tischen, also wenn Fische am Start sind. Da dies auf diesem Limit nicht so häufig vorkommt, trifft man mich auf NL5.000 auch verhältnismäßig selten an. Ich denke ein Punkt, warum ich so erfolgreich bin, ist auch meine gute Tableselection. Ich gehe konsequent dem Spiel gegen die Regulars aus dem Weg, solange kein Fisch am Tisch ist. Denn ich denke, wenn man alle Tische spielt, egal wer dran sitzt, hat man oft nur eine marginale Edge (wenn überhaupt) und erhöht seine Swings dramatisch.
PokerStrategy: Du siehst also einen größeren Skillunterschied zwischen NL2.000 und NL5.000. Was macht die Regulars auf NL5.000 denn so viel besser?
praios: Ich denke die großen Skillsprünge sind einmal von NL200 auf NL400 und von NL600 auf NL1.000. Und dann ist NL2.000 noch einmal deutlich tougher als NL1.000. Auf NL2.000 und NL5.000 unterscheiden sich die Regulars meiner Meinung nach nicht mehr ganz so krass.
Poker ist ein Spiel, bei dem derjenige gewinnt, der die wenigsten Fehler macht. Je höher man in den Limits kommt, desto weniger Fehler machen die Leute. Außerdem haben sich die guten Regulars in Sachen Tilt viel besser unter Kontrolle und spielen in marginalen Situationen eben doch einen Tick besser als auf den Limits darunter. Und ab NL5.000 trifft man natürlich auch absolute Weltklassespieler wie cts, Brian Townsend etc., gegen die es absolut tough zu spielen ist.
| Handbewertungen |
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In unseren Beispielhandforen bewerten viele professionelle und ehrenamtliche Handbewerter eure Hände und geben nützliche Tipps. Die Handbewerter erkennt ihr an dem abgebildeten Symbol. Ein Angebot, dass jeder Spieler nutzen sollte: |
PokerStrategy: Stichwort marginale Situationen: In Interviews erwähnen viele erfolgreiche Spieler/BlackMember, wie wichtig das Arbeiten am eigenen Spiel ist - angefangen bei den niedrigen Limits durch das Händeposten. Was tust du für dein Spiel?
praios: Ich poste Hände, ich rede mit anderen guten Spielern über gespielte Hände, ich lese Strategieposts in Foren, ich bewerte Hände von anderen Spielern und ich schaue sehr viele Videos.
PokerStrategy: Und in Sachen Psychologie und Tiltanfälligkeit? Ist der Sport dir zum Beispiel auch als Ausgleich sehr wichtig?
praios: Ja, zum einen das und zum anderen mag ich es, in vielen Bereichen an meine Grenzen zu gehen. Das wird mir eben auch durch den Sport ermöglicht. Außerdem möchte man ja auch eine gute Figur behalten und nicht das typische Beispiel für einen Computernerd oder ähnliches sein.
Apropos Umgang mit Tilt: Ich finde auch, dass das Lernen, mit diesem umzugehen, ein ganz langsamer Prozess ist. Als ich noch NL400 gespielt habe, hatte ich noch krasse Tiltsessions. Das kommt heute eigentlich gar nicht mehr vor. Hängt aber wohl auch von der Persönlichkeit ab. Manche Leute, die ein bisschen cholerischer veranlagt sind, werden wohl immer wieder hart auf Tilt gehen. Leider schaffen diese Spieler es meist nicht über NL400 hinaus, denn an solchen Kandidaten kann man viel Geld verdienen =)
Somit kann man Poker übrigens auch als Mittel sehen, seine eigene Persönlichkeit in Sachen Geduld und Stressresistenz zu stärken. Und nach einer Session, in der man viel verloren hat, ist Sport eben einfach ideal, um den kopf wieder freizubekommen.
PokerStrategy: Bei dir scheint's so auf jeden Fall zu funktionieren. Was sind denn deine Ziele für die nächste Zeit?
praios: Ich habe eigentlich keine konkreten Ziele in dem Sinne wie "ich muss das noch machen" oder "dies noch erledigen". Es wäre nur toll, wenn es mir gelingen würde, weiterhin so gut beim Pokern zu performen wie die letzten drei Monate.... Wobei das ja auch schon ein Ziel ist =)
Ansonsten habe ich mir eigentlich nichts konkret vorgenommen.
PokerStrategy: Ein weiteres Ziel sollte der Besuch der BlackMember-Party am 5. April sein! Dort wirst du zwar einer der wenigen No-Limit-Spieler sein, aber dort werden erfahrungsgemäß auch eher wenige Theoriediskussionen geführt.
Bis dahin wünschen wir dir viel Erfolg!
praios: Vielen Dank. Ich denke, zu 90% werde ich bei der Party sein, muss ja auch noch meinen Anzug abstauben. Und ich würde gerne noch ein Gruß loswerden an meine Pokerhomies, die mich über meine Pokerzeit hinweg begleitet haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen! Also ich grüße snog, lance und don perignon.
PokerStrategy: Danke für dieses ausführliche Interview, praios.
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Mitte 2007 haben wir einen neuen Status eingeführt: BlackMember. Nur PokerStrategen, die insgesamt über 500.000 StrategyPoints erspielt haben, kommen in den Genuß des BlackMember-Status. Dieser gilt nicht nur lebenslang, den Spielern bieten wir auch regelmäßige Events und mehr. Erfahrt mehr über die exklusiven Events: