River Bluff oder aufgeben? Eine knifflige Entscheidung auf NL10
Pokerstratege Undercat steht nach einem aggressiv gespielten OESD vor der entscheidenden Frage: Lohnt sich ein Bluff wirklich oder ist gegen die starke Callingrange auf NL10 ein Check/Fold die bessere Wahl?
Im Bereich für Handanalysen werden kontinuierlich interessante Spots beleuchtet und unterschiedliche Ansätze miteinander diskutiert. Dabei bringen auch unsere Coaches Paxis und FaLLout86 regelmäßig ihre Expertise ein, prüfen die eingereichten sorgfältig sorgfältig und geben präzise, gut begründete Einschätzungen ab.
Im letzten Spot sind Pocket Aces massiv unter Druck geraten und heute beurteilen unsere Coachs ob undercat etwas zu agressiv unterwegs war. Unser PokerStratege war zuletzt dreimal im wöchentlichen Coaching zu Gast und mischt die NL10-Tische auf.

In der besagten Hand stellt die Frage, ob ein Bluff am River sinnvoll ist, nachdem der Flop mit einem Open-Ended Straight Draw per Check/Raise gespielt und am Turn anschließend weiter gebettet wurde.
undercat Die entscheidende Frage ist, ob der Bluff am River überhaupt sinnvoll ist. Auf diesem Limit wird der Gegner vermutlich nur mit seinen stärksten Händen weiterspielen, während Hände wie AK oder AA oft noch folden dürften.
PokerStratege Undercat will es wissen
Paxis und FallOut86 geben sich die Ehre
Unser Coach Paxis hat sich umgehend und sehr ausführlich zu Wort gemeldet.
Preflop & Flop: Im Großen und Ganzen korrekt nach Einsteigerstrategie gespielt. Der Flop wäre zwar Check/Call, aber aus fortgeschrittener Sicht, sicher ein guter Check/Raise. Viele Gener auf NL 10 werden auf so einem Flop oft Check/Fold spielen.
Turn: Der Turn verbessert tendenziell eher die Range des Gegners, da er hier weiterhin KJ halten kann. Zwar benötigen wir nicht besonders viel Foldequity, allerdings ist davon auszugehen, dass der Gegner den Flop bereits mit einer relativ starken Range weitergespielt hat. Entscheidend ist daher die Frage, wie viele Kx-Hände er überhaupt foldet und ob er diese am Turn noch aufgeben kann.
Er kann durchaus Hände wie K6s oder K3s in der Range haben, möglicherweise sogar Offsuit-Varianten. Dazu kommen 33, 66, KK sowie vermutlich auch 36s.
Zwei-Paar-Hände wird er am Turn wahrscheinlich selten raisen. Wenn er hier nur callt, besteht zudem die Chance, dass er uns am River auszahlt, falls wir treffen. Deshalb ist eine Bet am auf dem Turn durchaus sinnvoll.
River: Die 9 kann weitgehend als Blank betrachtet werden. Da wir selbst QT nur sehr selten in der Range haben, wäre ein Check hier vermutlich die bessere Wahl.
Fazit: Die Idee zu bluffen ist grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings lässt sich schwer einschätzen, wie häufig auf diesem Limit Hände wie AA oder Kx übergespielt und noch gecallt werden. Mit KJ, seinen Two-Pair-Kombinationen und möglichen Sets kann der Gegner durchaus weiterhin viele starke Hände in der Range haben und einfach bis zum Showdown callen.
Pokerstrategie und Handdiskussionen
FallOut86 checkt den River
Die Grundidee ist durchaus gut, ebenso der Check/Raise am Flop. Das Check/Raise könnte sogar etwas größer ausfallen, damit die Betsizes am River besser aufgehen.
Allerdings spielt der Spielerpool auf NL10 in der Regel sehr vorsichtig. Entsprechend wirkt die Calling-Range am Turn bereits sehr stark. Viele Spieler werden ihre starken Hände genau so spielen: Bet/Call am Flop, Call am Turn und Call am River.
Daher bietet sich am River eher ein Check/Fold an. Viele mittelstarke Hände wie Kx dürften bereits am Turn aus der Range verschwinden, sodass Villain am River überwiegend starke Hände hält.
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Wie seht ihr den Spot und wie hättet ihr ihn womöglich anders gespielt? Wir freuen uns auf eure Kommentare!