Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Setmining am Final Table – Ein teurer Fehler?

Dara O'Kearney zeigt, warum das Setmining in Situationen mit signifikantem ICM-Druck schnell zu einer kostspieligen Falle werden kann.





Einer meiner Schüler hat kürzlich einen spannenden Final Table verfolgt und mich auf folgende Hand aufmerksam gemacht: Bei sechs verbliebenen Spielern eröffnete C.Darwin2 mit Assen, woraufhin Adrian Mateos seine 8er im Small Blind ohne zu zögern ablegte. Der entscheidende Punkt dabei war jedoch die Anwesenheit eines Spielers mit nur einem halben Big Blind.

Mein Schüler erkannte zwar die Notwendigkeit, in dieser Situation extrem tight zu spielen, verstand jedoch nicht, warum Mateos nicht die Chance auf ein Set wahrnehmen mochte. Schließlich kostet es ihn nur 2 BB, und wenn sich auf dem Board kein Set materialisiert, könnte er vorsichtig weiterspielen oder folden. 

Meiner Meinung nach ist 88 hier ein klarer Fold. Um meine Annahme zu untermauern, habe ich im Anschluss eine Simulation durchgeführt und herausgefunden, dass selbst JJ im Muck landen sollte. Setmining wurde tatsächlich erst ab QQ vorgeschlagen. 

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Amadi_017 legt 88 ohne zu zögern ab

Ein Blick auf Cashgame-Ranges zeigt, warum das Setmining in solchen Spots keine Option ist.

Folgende Grafik zeigt die Reaktion des Buttons gegen einen Raise aus UTG mit effektiver Stacksize von 200BB. Es fällt auf, dass entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht jedes Paar zum Setminen geeignet ist.

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Die Ranges des Buttons gegen ein UTG-Open im 200BB-Cashgame 

Ein Equity-Desaster

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Dara O'Kearney

Der Grund, warum wir in dieser heiklen Final-Table-Situation auf das Setmining verzichten, ist derselbe, weshalb wir auch in Cashgames mit Deepstacks nicht blindlings jedes kleine Paar spielen – das Risiko eines Set-over-Set-Szenarios ist ein regelrechtes Equity-Desaster.

Obwohl man meist eine einfache Entscheidung am Flop hat und mit einem Set im besten Fall einen riesigen Pot gewinnen könnte, darf man nicht außer Acht lassen, dass der Gegner zu etwa 15% ein höheres Set halten wird.

In beiden Szenarien übersteigt das potenzielle Risiko den Gewinn, den wir uns erhoffen. Beim Cashgame kann uns ein solches Missgeschick gut und gerne 200 BB kosten, an einem Final Table sogar 10, 20 oder sogar 50 Buy-ins.

Diese Spielweise mag äußerst passiv wirken, doch wir alle wissen, dass Set-over-Set- und Flush-over-Flush-Szenarien beim Poker regelmäßig vorkommen. Die GTO-Ranges zeigen uns deutlich, dass kleine spekulative Hände nicht den Wert haben, den wir ihnen einst beigemessen haben. 

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