Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

SmartMoney: Spaß und Engagement

Wegen seiner hilfsbereiten Auskünfte zur steuerrechtlichen Situation von Pokerspielern wurde unser Diamond von euch zum Mitglied des Monats gekürt. Hier erläutert er u.a. die Lage und erzählt von persönlichen Träumen.


Das Interview führte
funmaker

PokerStrategy: Hallo SmartMoney, bitte stelle Dich der Community doch einmal kurz vor!

SmartMoney: Hallo, mein Name ist Oliver, und ich bin 36 Jahre alt. Ich wohne und arbeite im wunderschönen Augsburg.

smartmoney

Hier findest du weitere Details - Für SmartMoneys Zusammenfassung der steuerrechtlichen Lage gehe zum Ende des Interviews!

News: Abstimmung: Mitglied des Monats Oktober

Thread: Abstimmung: Wähle das Mitglied des Monats

SmartMoneys Thread im Diamond-Forum: Pokergewinne und Finanzamt

PokerStrategy: Aufgrund Deiner hilfsbereiten Auskünfte zu der steuerrechtlichen Situation von Pokerspielern in Deutschland wurdest Du zum Mitglied des Monats Oktober gekürt. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung? (Für eine Zusammenfassung der Lage, siehe Anhang!).

SmartMoney: Natürlich fühle ich mich geehrt. Obwohl ich ein wenig irritiert war, als man mir sagte, dass mein Bild über der Toilette im PS-Hauptquartier aufgehängt wurde. 🙂

PokerStrategy: Obwohl Deine Beiträge im Diamond intern-Forum zu finden sind und somit nicht von allen gelesen werden können, hast Du einen deutlichen Sieg errungen. Hat Dich das sehr überrascht?

SmartMoney: Ja, ich wurde bereits im August nominiert und wurde Letzter. Zuerst rechnete ich bei der erneuten Aufstellung daher keine Chance aus, aber als ich mir nach zwei Tagen das Zwischenergebnis betrachtete, war ich plötzlich Erster. Da ich das Ergebnis nicht erwartete, habe ich nur gedacht: " Pokerstrategy is rigged" :-). Vielen Dank.

Weiterhin war ich auch überrascht, da ich persönlich der Ansicht bin, dass die anderen vorgeschlagenen Mitglieder sich weitaus mehr um die Community verdient gemacht haben. Remoh zeigt wirklich großes Engagement hinsichtlich Umtracken auf PokerStars. MacLongDrink2 hat ein tolles Tool entwickelt, das vielen Mitgliedern bei ihrem Pokerspiel sehr hilfreich war. Ich meinen Hut vor seiner Ausdauer: Er entwickelt stetig sein Tool weiter, und das seit über 18 Monaten (!!). Über Paxis muss ich ja wohl nichts sagen. Die Anzahl seiner Nominierungen sprechen für sich. Und CheckNoris Threads bringen vielen PokerStrategen einen Motivationsschub. Weiterhin gibt es in der Community viele Mitglieder, die sehr hilfsbereit sind und es weitaus mehr verdient hätten.

PokerStrategy: Wahrscheinlich haben sich fast alle Diamond Member solidarisiert und Dir so den Respekt entgegengebracht, den Du für Deine Mühe verdienst! Wird es von Dir auch in Zukunft Beiträge zu diesem Thema geben?

SmartMoney: Ich glaube eher, dass ich den Diamonds so viel Angst gemacht habe, dass der eine oder andere schon Alpträume von mir hatte. Solange meine Beiträge für den einen oder anderen von Interesse sind, werde ich mich weiterhin zu dem Thema äußern. Ich bitte nur um Verständnis, dass ich in Zukunft seltener im Forum vorbeischauen kann, da ich mich in naher Zukunft beruflich verändern werde. Sobald es jedoch Neuigkeiten aus der Finanzverwaltung gibt, werde ich dies mitteilen.

PokerStrategy: Was hat Dich dazu bewogen, Dich mit der Materie 'Steuerrecht' so intensiv auseinander zu setzen und unsere Mitglieder durch Deine Beiträge sehr zu unterstützen?

SmartMoney: Schlußendlich trägt eigentlich Rabenstein die Verantwortung dafür ;-). Ich wollte mich eigentlich nie zum Steuerthema im Forum äußern, da wir uns einfach noch in einer Grauzone befinden und fast nie eindeutige Antworten zu diesem Themenkomplex gegeben werden können. Rabenstein hat dann einen Thread zu "Auscashen in GB" verfasst. Ich hatte irgendwie beim Lesen den Eindruck, dass ich auf das eine oder andere steuerliche Problem beim Auswandern hinweisen müsste. Und von diesem Zeitpunkt an ergab die eine steuerliche Frage die nächste. Das Lustige an der ganzen Sache ist aber, dass sich später herausgestellt hat, dass Rabenstein meine Hilfe gar nicht benötigt hätte.

PokerStrategy: Wie schätzt Du die Situation in der Zukunft ein? Wird man eine nachvollziehbare Regelung finden, so dass Pokerspieler sich nicht mehr in der Grauzone aufhalten müssen und offen darüber sprechen können, wie sie ihr Geld verdienen?

SmartMoney: Also, ich bin kein Jurist, deshalb kann ich zur strafrechtlichen Seite des Pokerspiels nichts sagen. Aber dazu gibt es ja auch die eine oder andere Aussage von PokerStrategy.

Bezüglich der steuerrechtlichen Seite: Eine offizielle Stellungnahme der Finanzverwaltung ist in Planung. Ob dann schlußendlich die Sichtweise der Finanzverwaltung vor den Finanzgerichten bestätigt wird, muss abgewartet werden.

PokerStrategy: Du beschäftigst Dich auch beruflich mit allem, was mit Steuern zu tun hat. Was machst Du genau?

SmartMoney: Ich bin Steuerberater und derzeit noch als stellvertretender Niederlassungsleiter einer größeren Steuerberatungsgesellschaft tätig. Ab dem 1. Januar 2009 werde ich jedoch einen Traum von mir verwirklichen und mich selbständig machen. Es ergab sich für mich die Möglichkeit, die Steuerkanzlei eines älteren Kollegen zu erwerben. Ich bin derzeit voller Vorfreude auf die neue Herausforderung. Manchmal zweifele ich jedoch an meinem Verstand und frage mich, 'wie doof muss man denn sein, dass man sich Arbeit kauft?' :-).

PokerStrategy: Bei soviel Zahlen und Berechnungen brauchst Du bestimmt etwas Entspannung. Was machst Du in Deiner freien Zeit?

SmartMoney: Das Hobby mit dem größten Zeitaufwand ist natürlich das Pokern. Dazu kommt ein wenig Sport (z.B. Tennis), Ausgehen mit Freunden, das eine oder andere Buch lesen, Kino, Musicalbesuch, Besuch von Fußballspielen, usw.. Also nicht Außergewöhnliches. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass ich einfach vor dem Fernseher faulenze.

Ferner spiele ich alle paar Monate eine gemütliche Schafkopf-Runde. Teilweise nehmen mich dabei auch einige Finanzbeamte aus München aus. Aber wir spielen nur um sehr kleine Beträge, regelmäßig ist meine Getränkerechnung ein Vielfaches meines Gewinnes oder Verlustes. Im Vordergrund steht das gesellige Beisammensein und die Gaudi.

PokerStrategy: Zu Deinem Spiel: Auf welchem Limit und auf welcher Plattform spielst Du zur Zeit?

SmartMoney: Lange Zeit habe ich nun auf Full Tilt Poker NL 200 SH gespielt. Ich konnte mich aber nie dazu entschließen, wirklich aufzusteigen, da es einfach mein Wohlfühllimit ist, und mir ein wenig die Zeit fehlt, mich intensiver mit meinem Spiel auseinanderzusetzen. Momentan spiele ich wieder mehr auf Betfair und versuche mich ein wenig an Heads-up.

PokerStrategy: Was war bisher Dein größter Pokererfolg?

SmartMoney: Das spielen von Tournaments habe ich fast komplett aufgegeben. Es war immer ein zeitliches Problem. Ich bin deshalb fast ausschließlich auf Cashgames umgestiegen, da ich dort meine Zeit besser einteilen kann. In meiner Anfangszeit konnte ich auf Betfair das eine oder andere tägliche 11k und 16k Turnier gewinnen und wurde Zweiter beim wöchentlichen 50K-Turnier.

PokerStrategy: Hast Du bestimmte Poker-Ziele und Träume?

SmartMoney: Also, richtige Ziele oder Träume beim Pokern habe ich eigentlich nicht. Vielleicht wäre es mal ganz nett, bei der WSOP mitzuspielen oder mit einigen interessanten Pros gemeinsam zu pokern. Aber für die WSOP fehlt mir die Zeit, und für die Pros fehlt mir der Skill und das Geld. Wenn ich da einen Big Blind zahlen müsste, würde ich das Zittern bekommen. Ferner würde ich gerne auch HORSE-Games spielen, aber dazu müsste ich die ganzen Spielarten erst mal beherrschen.

Für mein Leben habe ich noch eine ganze Liste von Zielen und Träumen. Aber ich bin ja noch jung, und ich hoffe, dass ich den Großteil noch verwirklichen kann. Der für mich wichtigste Traum ist, in naher Zukunft Papa zu werden. Aber meine Freundin und ich sind am Üben :-).

PokerStrategy: Wie und wann hat Deine Pokerkarriere begonnen?

SmartMoney: Begonnen hat wohl alles vor circa 30 Jahren. Mein Vater hat sich immer Sonntag vormittags zum Pokerstammtisch mit Freunden getroffen. Als kleiner Junge habe ich ihn oft begleitet, durfte auch ab und zu eine Hand spielen und war natürlich begeistert.

Der eigentliche Ausgangspunkt für mein jetztiges Spiel war jedoch eine Reise nach Las Vegas, die vor zwei Jahren stattfand. Obwohl ich ein kleines Spielkind bin, fand ich die ganzen Casinospiele wie Roulette, Blackjack und Automaten einfach nur langweilig. Bei den meisten Spielen ist die Einflußnahme des Spielers nur begrenzt. Das Pokerspiel hat mich fasziniert und sofort in seinen Bann gezogen. Leider kannte ich damals noch nicht die Regeln und deshalb habe ich nur zugeschaut.

Nach meiner Rückkehr habe ich mich dann bei PartyPoker angemeldet und ein paar Freerolls gespielt. Danach bin ich zu Betfair gewechselt, da ich dort bereits ein Wettkonto hatte und spielte ein paar Tournaments. Ich hatte wohl Anfängerglück und konnte ein wenig gewinnen. Ich habe mir zwar Gedanken zu meinem Spiel gemacht, aber große theoretische Pokerkenntnisse hatte ich nicht. Deshalb habe ich mich irgendwann bei PokerStrategy angemeldet.

PokerStrategy: Du bist ein erfahrener Mensch und Spieler. Was für einen Tipp hast Du für unsere jüngeren Mitglieder? Was ist für Dich im Leben und beim Pokern besonders wichtig?

SmartMoney: Na ja, einen generellen Tipp kann ich nicht geben. Für jeden persönlich ist etwas anderes wichtig. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich immer in den Sachen gut bin, an denen ich Spaß habe. Nur dann stecke ich meine ganze Leidenschaft in die Aufgabe. Wenn ich bei einer Aufgabe nicht voll dahinterstehe, dann wird daraus nichts. Das gilt vor allem für mein Leben. So habe ich zum Beispiel für mich persönlich meinen Traumberuf gefunden. Auch wenn der ein oder andere es mir nicht glaubt, kann ich doch sagen, dass ich meinen Beruf liebe. Natürlich gibt es Tage, an denen man den einen oder anderen den Hals umdrehen oder aus dem Fenster springen könnte, aber das gehört dazu. Grundsätzlich macht mir mein Beruf auch nach über 17 Jahren immer noch Spaß.

PokerStrategy: PokerStrategy wächst und wächst. Was macht Deiner Meinung nach den Erfolg aus?

SmartMoney: Aus der Entfernung habe ich dafür folgende Erklärung:

Ein Grund dafür sind die verantwortlichen Personen von PokerStrategy. Ich persönlich habe den Eindruck - ohne sie jetzt persönlich zu kennen - dass sie mit sehr viel Leidenschaft, Herzblut und Engagement bei der Arbeit sind und PokerStrategy nicht als reines profitorientiertes Unternehmen führen. Sie sind stets gewillt, PokerStrategy zu verbessern und haben immer ein offenes Ohr für Ihre "Kunden".

Auch sind die ganzen Mitarbeiter von PokerStrategy ein wichtiger Punkt. Sie sind fast immer sehr hilfsbereit und versuchen, alle Probleme zu lösen. Sie machen weitaus mehr, als nur "Dienst nach Vorschrift".

Schlußendlich ist die Basis von PokerStrategy die Community. Die ganzen Mitarbeiter von Pokerstrategy können natürlich nicht immer auf alle Sorgen und Probleme der einzelnen Member eingehen, aber das übernehmen dann viele sehr hilfsbereite Communitymitglieder.

Zusammenfassend denke ich, dass der Erfolg von PokerStrategy durch die dahinterstehenden Personen zu erklären ist.

PokerStrategy: Gibt es im Forum bestimmte Mitglieder, zu denen Du ein besonders gutes Verhältnis hast, und entstehen sogar Freundschaften?

SmartMoney: Ich habe mit dem einen oder anderen Mitglied auch außerhalb von PokerStrategy Kontakt. Und wer weiß, vielleicht entstehen daraus in der Zukunft auch Freundschaften. Ich will jetzt nicht einzelne Mitglieder benennen, da ich bestimmt jemanden vergesse, der dann sauer auf mich ist. Aber eins kann ich sagen: Alle PokerStrategen, mit denen ich Kontakt hatte, sind supernett.

PokerStrategy: Wir sind am Ende des Interviews angelangt. Hast Du noch ein schönes Schlusswort für unsere Mitglieder?

SmartMoney: Äh, Schlusswort hört sich so hochtrabend an. Aber vielleicht darf ich einen Wunsch äußern: Ich bin jetzt eher seltener in Internetforen unterwegs, deshalb weiß ich nicht, wie dort der Umgangston ist. Aber ich würde mir unter den Mitgliedern teilweise ein wenig mehr Respekt wünschen. Man sollte nicht vergessen, dass auf der anderen Seite immer noch ein Mensch sitzt. Deshalb sollte man sich nicht zu verbalen Ausbrüchen, beleidigenden oder diffamierenden Äußerungen hinreißen lassen.

Ferner sollte man im Hinterkopf haben, dass die Forenbeiträge für den Verfasser sprechen. Viele PokerStratgen kennen und beurteilen das einzelne Mitglied nur auf Grund dessen, was sie in den Diskussionsforen schreiben. Und ich meine jetzt nicht das BBV oder schwarzen Humor, denn unter Freunden bin ich für meinen bissigen schwarzen Humor bekannt.

Ich muss dabei aber sagen, dass dies nur eine Minderheit der Mitglieder betrifft, und der Großteil der Mitglieder sehr nett und hilfsbereit ist.


PokerStrategy:
Vielen Dank für dieses sehr interessante Interview und für Deine ausführlichen Erläuterungen! Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft, vor allem für Deine Selbständigkeit.

Zusammenfassung von Smartmoneys Ausführungen im -Forum

SmartMoney: Hinsichtlich
dem Thema Besteuerung von Pokergewinnen kann derzeit keiner eine
definitive Antwort geben. Derzeit befinden wir uns einfach noch in
einer Grauzone.

Grundintention meiner Posts ist, die PokerStrategymitglieder
ein wenig für das Steuerthema zu sensibilisieren. Einige der
Pokerspieler erwirtschaften nicht unbeachtliche Pokergewinne und sind
mit kleineren Unternehmen zu vergleichen. An den Pokertischen macht den
jungen Pokerspielern kaum jemand was vor, aber bezüglich Steuerthemen
haben sie, aufgrund ihres Alters, weniger Erfahrung und sind sich in
manchen Fällen über die möglichen Konsequenzen nicht immer ganz im
klaren.

Grundsätzlich kann man zum derzeitigen Zeitpunkt keinen
allgemeinen Rat oder allgemeine Empfehlung geben. Man muß jeden Einzelfall separat
betrachten. Mit meinen Posts wollte ich daher ein paar Informationen
geben, damit jeder individuell seine Chancen und Risiken abwägen und Entscheidungen treffen kann. Alle Posts kann ich an dieser Stelle wohl nicht
zusammenfassen, das würde den Rahmen sprengen. Stattdessen vielleicht ein paar
grundsätzliche Gedanken, wie der Schwierigkeit bei der steuerlichen Beurteilung von Pokergewinnen:

Erstens befinden wir uns auf einem steuerlichen Neuland. Bei den Glückspielgewinnen der Vergangenheit handelte es sich fast
ausschließlich um Lottogewinne oder Gewinne aus den staatlichen Casinos
(Roulette, etc.). Bei diesen Spielarten war es ganz eindeutig, dass man
grundsätzlich nur aufgrund des Glücksfaktors gewinnen kann.

Diese
Glückspielgewinne konnten nicht unter die sieben Einkunftsarten des
Einkommensteuergesetzes eingeordnet werden und unterlagen deshalb nicht der Einkommensteuer. Dies war bisher der
Regelfall. Nur in ganz vereinzelten Fällen haben sich Finanzgereichte dem Thema überhaupt angenommen und Spielgewinne der Besteuerung unterworfen - so bei
Berufskartenspielern. Es wurde argumentiert, dass diese durch
ihre Fertigkeiten und Kenntnisse einen Vorteil gegenüber ihren
Mitspieler hätten, und es sich somit bei dem Kartenspiel nicht um ein
Glückspiel, sondern für den Berufskartenspieler (steuerlich betrachtet) um ein
Geschicklichkeitsspiel handele. Dazu später
mehr.

Zweitens ist sich selbst die Finanzverwaltung uneins über die
steuerliche Beurteilung dieses Bereichs. Die wenigen - mir
bekannten - Fälle, die bisher bei den Finanzämtern aufgetaucht sind, wurden von den einzelnen Finanzbeamten nach persönlicher Einschätzung
entschieden. Es gibt weder einschlägige Gerichtsurteile noch
Stellungnahmen des Bundesfinanzministeriums. Ferner wurde dieses Thema
kaum in der steuerlichen Fachliteratur abgehandelt - verwunderlich, da
man vermutet, dass 50% bis 80% der weltweiten steuerlichen Fachliteratur auf
deutsch verfasst wurde. Mittlerweile wurde den Finanzämtern das Problem bewußt, und sie wandten sich an ihre vorgesetzte Stelle.

Nicht zuletzt
aufgrund der medialen Berichterstattung und den
Praxisfällen einiger Finanzämter ist die Besteuerung von Pokergewinnen in den letzten Monaten mehr
und mehr in den Fokus der Finanzverwaltung geraten.

Ich hatte in den letzten Monaten Kontakt mit dem einen oder anderen
Finanzbeamten verschiedener Landesämter für Steuern und dem
Bundesfinanzministerium (das sind die übergeordneten Stellen der
Finanzämter). Ihre unverbindliche Einschätzung zu diesem Thema möchte
ich nachfolgend nur ganz kurz darlegen - da die grundsätzliche
Einschätzung bereits von verschiedenen PokerStrategen in den allgemein
zugänglichen Foren dargelegt wurde:

Sofern jemand Pokern nur als Hobby betreibt, sind die Pokergewinne als Glückspielgewinne nicht steuerbar.

Bei einem Berufskartenspieler sind die Pokergewinne als Einkünfte
aus Gewerbebetrieb zu qualifizieren und unterliegen deshalb
grundsätzlich der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer. Diese Aussage
der Finanzbeamten stützt sich unter anderem auf ein Urteil des
Bundesfinanzhofes (BFH XI R 48/91) (Unabhängig von der steuerlichen
Beurteilung möchte ich nur anmerken, dass meines Erachtens nach dieses
Urteil aufgrund verschiedener Gründe sehr außergewöhnlich ist, und so nicht als Musterfall herangezogen werden kann).

Die steuerliche Beurteilung ist auch grundsätzlich unabhängig von der strafrechtlichen Einstufung.

Wie gesagt: dies sind die unverbindlichen Einschätzungen von
höherrangigen Finanzbeamten. Nach meinen Informationen wird es im
Frühjahr 2009 eine offizielle Stellungnahme der Finanzverwaltung geben.
Auch wenn die Finanzverwaltung gerne die Pokergewinne von
Berufskartenspielern versteuern möchte, gibt es derzeit noch einige
praktische Probleme und ungeklärten Fragen. Diese muss die Finanzverwaltung
noch lösen, beziehungsweise sie muss noch Antworten finden. Es kann derzeit nicht
definitiv beurteilt werden, wohin die Reise geht.