So entlarvst du unsichere Gegner
Wie kontert man Gegner, die ihre starken Hände übermäßig groß anspielen, nur um unangenehmen Postflop-Situationen aus dem Weg zu gehen?

Wer kennt das Phänomen nicht, wenn ein scheinbar solider Spieler plötzlich mit einem unerwartet hohen Einsatz eröffnet – sagen wir, vier oder fünf Big Blinds.
In vielen Fällen steckt dahinter sogenanntes „Scared Value“.
Dabei hält der Spieler eine starke Hand, weiß aber nicht so recht, wie er sie optimal spielen soll. Vielleicht hat er mit dieser Hand in der Vergangenheit schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht.
Um das zu vermeiden, wählt er eine besonders große Raise-Size, in der Hoffnung, die Hand direkt zu beenden – und verschenkt dabei nicht selten wertvolles Potenzial.
Solche Bets sind fast nie Bluffs und ebenso selten absolute Premiumhände. Kaum jemand bringt es übers Herz, Asse so zu spielen und die Kundschaft zu vertreiben. Viel wahrscheinlicher sind Hände wie 88, A5s oder AQo.
Scared Value ausnutzen

Der richtige Konter gegen Scared-Value-Kandidaten besteht darin, mit der eigenen Value-Range aggressiv dagegenzuhalten. Identifiziere, welche Hände dein Gegner auf diese Weise spielen könnte, und attackiere mit einer etwas stärkeren Range.
Der übermäßig große Open-Raise verschafft dir ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis, das umso lukrativer wird, je häufiger er foldet.
Aber Achtung: Bluffs sind in diesen Situationen nicht empfehlenswert. Der Gegner hat eindeutig signalisiert, dass er eine solide Hand hält. Häufig wird er dankbar sein, die Chips preflop in die Mitte zu schieben – schließlich war es von Anfang an seine Absicht, sich knifflige Postflop-Entscheidungen zu ersparen.