Ist das Limpen in Progressive-Knockout-Turnieren ein Zeichen von Schwäche oder ein unterschätztes Mittel bei der Jagd nach Kopfgeldern?
Wann ist Limpen in PKOs die richtige Wahl?
Einem meiner Studenten ist aufgefallen, dass in PKO-Turnieren regelmäßig gelimpt wird – was die Frage aufwirft, ob es sich dabei um ein Leak oder um eine legitime Strategie handelt.
In der Praxis setzen Spieler Limps entweder ein, um günstig den Flop zu sehen, oder um eine Falle zu stellen. Gerade in PKOs kann hinter einem Limp durchaus die Absicht stecken, ein Isolationsraise zu provozieren, um anschließend mit einem Reraise die Bounty-Jagd zu eröffnen.
Wer sich also eine sinnvolle Limping-Range für PKO-Formate zusammenstellen möchte, sollte dabei in erster Linie auf folgende Handkategorien setzen:
Premium-Hände zum Trappen: AA, KK, QQ, AK
Hohe Suited Connectors: starke, spekulative Hände, die multiway gut performen
Finger weg von kleinen Paaren
Dara O'Kearney
In der Praxis läuft ein Limp häufig auf zwei Szenarien hinaus: Entweder landet man bereits Preflop All-in, oder man findet sich in einem Multiway-Pot wieder. Hände wie QJs lassen sich in solchen Spots besonders gut limpen, da sie sich sowohl preflop als auch postflop recht eindeutig weiterspielen lassen.
Kleine Paare hingegen sind denkbar schlechte Kandidaten für einen Limp. Sie treffen zu selten ein brauchbares Board und landen dadurch viel zu häufig direkt im Muck. Gegen einen einzelnen Gegner oder als Preflop-All-in spielen sie ihre Stärken deutlich besser aus.
Situativ kann ein Limp jedoch taktisch sehr sinnvoll sein – etwa dann, wenn ein stattliches Bounty mit nur noch vier Big Blinds im Big Blind sitzt. Ein Isolationsraise würde hier möglicherweise einen Fold provozieren, während ein Limp den Shortstack dazu zwingt, den Flop zu spielen.
Limps sind also kein Zeichen von Schwäche. Richtig eingesetzt, sind sie ein probates Mittel, um die eigene Range zu erweitern – und den Gegner in unangenehme Spots zu manövrieren.