Sonntags-Special: Das Ass am Turn
Die Highstakes-Analyse mit IronPumper auf NL5k geht weiter. Heute ist es OBORRA, der mit Königen gegen niemand anderen als OtB_RedBaron antritt.

Es werden immer weniger Spieler in unseren Highstakes-Händen. Dieses Mal findet der Spaß 3-handed statt, wenn ironpumper die Hand für uns auseinandernimmt. OBORRA, OtB_RedBaron und Katya_18 sind die Protagonisten, wobei OBORRA Hero darstellt und uns wieder zu einer kniffligen Turn-Entscheidung bringt.
In dieser Hand gibt es mal wieder keinen schwachen Spieler, im Gegenteil: Alle drei Pokerspieler sind mit die besten auf den hohen Limits. OtB_RedBaron und Katya_18 sind schon seit Jahren oben dabei und OBORRA crusht seit ca. 2 Jahren die Highstakes, gilt aber immer noch als Newcomer in der Szene.

Kommen wir nun zur Hand und einem 2bb-Openraise von OBORRA bzw. "Hero" am Button. Auf den kleineren Limits wird am BU ebenfalls viel geminraisestealt und das galt lange Zeit als Nonplusultra. Heute gehen die Überlegungen aber wieder dahin am BU für das 2,5- oder sogar 3-Fache zu stealen.
Das hängt damit zusammen, dass man auf den kleineren Limits im Verhältnis gesehen deutlich mehr Rake zahlt und ein kleiner 2bb-Steal mit einer großen Range dazu führt, dass man viele kleine Pötte gegen gute Gegner spielen muss. Da kann es sinnvoll sein, den größeren Steal mit einer kleineren Range zu wählen, da man keinen EV verliert und leichtere Situationen generiert. Auf NL5k macht es aufgrund des Rakecaps keinen großen Unterschied für die Range, die ein guter Regular spielen kann. Es ist egal, ob der BU nun 2bb oder 3bb stealt, also sind die 2bb definitiv die bessere Variante.
Auf in die Action!

die zweitbeste Starthand auf und stealt für 2bb, SB und BB callen das Raise. Auf kleineren Limits bekommt man häufig den Rat, im SB eine 3-Bet-Only-Strategie zu fahren. Das bedeutet entweder zu 3-betten oder zu folden, wenn der Spieler vor einem raist.
Spielt man diese Strategie gut, kann man mit ihr einen hohen EV erzielen und stellt sich selten vor große Probleme. Diese Strategie hat also definitiv ihre Daseinsberechtigung, wird aber nie die perfekte Strategie sein oder den maximalen EV erzielen. Deshalb hat so gut wie jeder anständige Spieler auf den Highstakes eine Calling-Range im SB. Das ist jedoch immer davon abhängig, wer vor ihm geraist hat.
Gute Nachrichten am Flop

Der Flop kommt mit sehr günstig für den Openraiser, der hier nicht nur fast immer die beste Hand hat, sondern auch bei den Gegnern noch viele Hände erwarten kann, die schlechter sind und nicht direkt am Flop aufgeben können. QQ oder TT, also Hände, die uns schlagen, sind selten in der Range der Gegner, da sie diese meist vor dem Flop 3-betten.
Würde Hero am Flop heads-up spielen, wäre eine hohe C-Bet-Frequenz mit kleiner Betsize am besten. 3-handed sieht das schon wieder anders aus. Gegen zwei Spieler wird man seine Showdown-Equity mit dem Overpair nicht immer realisieren können. Die Wahrscheinlichkeit, dass der SB oder BB einen Draw hält, ist ebenfalls noch gegeben. Die größere Bet von Hero soll also auch dafür sorgen, dass die Gegner nicht zu preiswert den Turn sehen.
Das richtige Play am Turn

Nachdem der SB callt und der BB foldet, kommt am Turn das und wir bekommen den Nut-Flush-Draw. OtB_RedBarron checkt zu uns und die Hauptfrage dieses Mal lautet: Check oder Bet?
Für den Check spricht, dass wir kostenlos den River sehen und der Gegner uns nicht mehr check/raisen kann. Value von schlechteren Draws ist so natürlich ausgeschlossen.
Wenn wir uns für eine Bet entscheiden, haben wir fast unendliche viele Möglichkeiten zu betten. Heute wollen wir uns jedoch nur mit einer 1/2 Potsize-Bet und einer für 2/3 beschäftigen.
Die Bet für 1/2 Potsize hat den Vorteil, dass die Range des Gegners weit gehalten werden kann und wir so von besonders vielen schlechteren Händen Value bekommen. Von den besseren Händen aus der Range, die wir noch schlagen, erhalten wir aber nicht den maximalen EV. Bei einer Bet für 2/3 Potsize entsteht natürlich das entgegengesetzte Problem. Wir müssen uns also die Frage stellen, wie genau hier die Range des Gegners aussieht.
Auflösung zur letzten Hand
Dieses Mal konnten wir ein paar mehr von euch aufs Glatteis führen, nur 53% haben die richtige Antwort gewählt:
Ein Check und Call nach Odds macht hier am wenigsten Sinn und man darf nicht vergessen, dass man nicht nur den Turn spielt, sondern schon einen Plan ab dem Flop verfolgt und der sieht ganz klar vor die Action am Turn fortzuführen. Da der Gegner am Flop so gut wie immer callt, würde ein Check am Turn unser Flopspiel absolut sinnlos machen.
Ein direktes All-in ist auf diesem Limit vor allem besser, weil wir eine kleinere Bet mit einer logischen und guten Range nicht balancen können. Hätten wir eine Bet/Fold-Range am Turn, könnte der Big Blind so gut wie jede Hand, die er am Flop callt, am Turn pushen. Seine Range ist nämlich so stark, dass eine reichliche halbe Potsize-Bet so gut wie keine Fold Equity erzeugt.
Der All-in-Push ist hier korrekt! Genau dafür hat sich Sauce123 auch entschieden. LLinusLLove callt auf dem
-Board mit
und der River wird zweimal gedealt. Der erste River bringt die
und der zweite Durchlauf die
, sodass der Pot am Ende geteilt wird.
Die Auflösung zur heutigen Hand gibt es wieder in einer Woche, wenn wir euch die nächste Hand vorstellen!