Sonntags-Special: MTT-Coach Asaban im Gespräch
Wir haben uns für euch mit unserem Coach Asaban über seinen Werdegang an den Tischen und die größten Einsteigerfehler unterhalten.
Hallo Asaban, danke, dass du dich für ein Interview zur Verfügung stellst. Du bist jetzt zwar schon lange Turniercoach bei uns, aber stell dich doch einmal kurz für diejenigen vor, die dich noch nicht kennen.
Asaban: Hallo. Danke für die Einladung zum Interview! Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin Anfang 30 und komme aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die meisten hier kennen mich unter meinem Nicknamen Asaban. Dabei möchte ich es auch ganz gerne belassen.

Wie bist du denn zu PokerStrategy.com gekommen und wie war dein Werdegang im Poker, du hast ja wahrscheinlich nicht von Anfang an Turniere gespielt?
Asaban: Zu PokerStrategy.com kam ich schon 2006. Damals war Online-Poker gerade im Aufschwung. Ich habe dann zunächst mit Fixed-Limit Cashgame angefangen. Das war damals noch die erste Wahl und der Content auf PokerStrategy.com war auch komplett darauf ausgerichtet.
Das lief dann auch eine ganze Weile vor sich hin. Habe nie wirklich Zeit investiert und entsprechend hielten sich meine Erfolge auch in Grenzen. Zwischenzeitlich bin ich dann zum moderneren No-Limit Hold'em Cashgame gewechselt.
2009 hatte ich dann gerade mit dem Studium angefangen. An meiner Hochschule gab es ein Pokerturnier mit €10 Buy-in. Der Gewinner erhielt eine Playstation 3. Das war das erste Mal, dass ich bei einem Pokerturnier mitgespielt habe. Das Turnier habe ich recht souverän gewonnen. In der Folge wollte ich dann ausprobieren, ob ich nicht auch online gut in Turnieren bin.
Meine Bankroll schoss im ersten Monat von ~$800 (ergrindet in 3 Jahren) auf mehr als $4000. Nur Poker spielen konnte ich noch nicht so wirklich, wie ich heute weiß. Ich hatte dann das große Glück ein paar sehr gute Pokerspieler kennenzulernen, die mir sehr weitergeholfen haben. Von da an war es dann fast ein Selbstläufer. 2011 wurde ich schließlich Coach bei PokerStrategy.com.
"Kein Bedürfnis zu braggen"

In was für Turnieren kann man dich denn zurzeit so antreffen?
Asaban: Da ich vor nicht allzu langer Zeit eine eigene Firma gegründet habe, finde ich aktuell leider nur noch sporadisch Zeit zum Grinden.
Wenn es dann doch mal klappt, spiele ich in erster Linie die Midstakes. Von den Turnieren auf den höheren Stakes habe ich mich für den Moment wegen des Zeitmangels ein wenig zurückgezogen. Hin und wieder ein Sunday Major ist aber natürlich trotzdem drin.
Was waren deine größten Erfolge bisher, hast du schon mal ein klassisches Sunday Major gewonnen?
Asaban: Ich gehöre zu den Pokerspielern, die nicht gerne über ihre Results reden. Das hat aus meiner Sicht keinerlei Vorteile und birgt gleichzeitig viele Risiken. Ich habe nicht das Bedürfnis zu braggen und muss niemanden von meinen Fähigkeiten überzeugen. Um die Frage dennoch zu beantworten: Ein klassisches Sunday Major konnte ich trotz einiger Final Tables noch nicht für mich entscheiden. Vielleicht klappt es ja in Zukunft noch mal.
Große Fehler einfach ausschließen

Derzeit hältst du ja den Turniereinsteigerkurs jeden Mittwoch um 19 Uhr bei uns. Wieso sollten deiner Meinung nach mehr Einsteiger mit Turnieren beginnen?
Asaban: Ob man damit beginnen sollte, sei mal dahingestellt. Es kann definitiv nicht schaden, die Basics in einer weniger gnadenlosen Variante wie Cashgame oder SnGs zu erlernen. In Turnieren werden Fehler besonders hart bestraft.
Gleichzeitig bieten Turniere aber auch die Chance, gegen nach wie vor sehr schwache Gegner zu spielen. Gerade die niedrigen Limits sind in den letzten Jahren nicht wirklich tougher geworden. Das ist dann auch das wichtigste Pro-Argument im Vergleich zu anderen Varianten.
Wer gerne Abwechslung hat und bereit ist sich auf ständig wechselnde Bedingungen einzustellen, ist bei Turnieren gut aufgehoben.
Was sind deiner Meinung nach die größten Fehler, die Einsteiger beim Turnierspiel machen?
Asaban: Ganz klar: Fehlendes Bankroll-Management und mangelnde Lernbereitschaft.
Wer am Kurs teilnimmt und sich an die Vorgaben hält, sollte diesen Problemen schon einmal aus dem Weg gehen können.
Austausch mit anderen ist der Schlüssel
Was hat dir persönlich denn am meisten geholfen, dich im Poker und speziell im Turnierspiel zu verbessern?
Asaban: Der Kontakt zu anderen Spielern. Gerade in der Anfangsphase meiner Turnierkarriere hatte ich täglich Skype-Konferenzen mit anderen Spielern. Das ging dann von gemeinsamen Sessions über Session-Reviews bis hin zu gemeinsamen Videoproduktionen.
Der regelmäßige Austausch hilft allen Beteiligten enorm und motiviert zusätzlich ungemein. Auch der Austausch über das Forum, beispielsweise bei den Handbewertungen, kann einen weiter bringen. Nicht zu unterschätzen sind auch Private Coachings.
Ich selbst hatte gerade zu Beginn meiner Karriere einige sehr hilfreiche Private Coachings. Inzwischen unterrichte ich selbst Schüler und sehe, dass das häufig einen Entwicklungsschub verursacht, weil es neue Impulse setzt. Ich kann nur jedem empfehlen es einfach mal auszuprobieren.

Wie hat denn dein Freundes- und Familienkreis darauf reagiert, als sie erfahren haben, dass eines deiner Hobbys Poker ist? Oder wissen sie es bis heute nicht?
Asaban: Bevor ich angefangen habe ernsthaft Poker zu spielen, hatte ich mich ja schon 3 Jahre mehr oder weniger intensiv mit Poker auseinandergesetzt. Somit konnten sich alle zunächst an die Grundidee gewöhnen.
Als es dann schnell und steil bergauf ging, gab es anfangs Skepsis. Am Ende hatte ich aber kaum negative Reaktionen. Tatsächlich gibt es nur selten Leute, die das pauschal ablehnen. Die meisten Menschen sind ganz im Gegenteil sehr daran interessiert, Details zu erfahren.
Poker, Fußball und Fantasy Sports

Ist Poker dein größtes Hobby oder gibt es da noch eine andere Leidenschaft in deinem Leben?
Asaban: Ich schaue sehr gerne Fußball. Insbesondere die Frankfurter Eintracht. Man trifft mich also sehr häufig im Stadion an. Aktuell macht es ja sogar mal wieder Spaß.
Außerdem beschäftige ich mich durch meine Firma mit dem Thema Daily Fantasy Sports. Dadurch setze ich mich auch noch stark mit anderen Ligen und Sportarten auseinander und schreibe auch regelmäßig darüber.
Die abschließende Frage heute lautet: Mit welchem aktuellen Politiker auf diesem Planeten würdest du gerne einmal eine Runde Poker spielen und wieso?
Asaban: Schwere Frage. Ich würde vermutlich Bernie Sanders auswählen. Auch wenn ich politisch nicht mit allen seinen Ansichten übereinstimme, halte ich ihn doch für einen extrem intelligenten und auch spannenden Menschen.
Ich glaube, er würde einen genialen Gesprächspartner abgeben und ich könnte aus dem Gespräch einiges mitnehmen.
Vielen Dank für das ausführliche Interview. Wir wünschen dir auch in Zukunft viel Erfolg an den Tischen, mit deiner Firma und bei deinen Coachings!
Einen Einblick in den MTT-Einsteigerkurs von PokerStrategy.com bekommt ihr hier:
Wenn ihr noch mehr über Asaban oder seinen Kurs erfahren wollt, solltet ihr einen Blick in den Coachingthread oder auf seine eigenen Private Coachings werfen.


