Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Suited Connectors sind überbewertet!

Viele Spieler können dem Reiz von Kartenkombos wie 76s kaum widerstehen. Dara O'Kearney erläutert, warum suited Ax-Hände besser geeignet sind für unerwartete Spielzüge.





Suited Connectors gehören zu der Gruppe von Händen, die von Amateuren nur allzu häufig überbewertet wird. Wahrscheinlich haben viele noch Szenen aus Zeiten des Pokerbooms im Kopf, in denen Gus Hansen oder Daniel Negreanu mit derartigen Händen spektakuläre Pötte eintüten konnten. Da diese Hände zweifellos das Potenzial haben, gut getarnte Monster zu treffen, gehen viele Amateure davon aus, dass man solche Hände auch entsprechend aggressiv spielen muss.

So lässt sich beobachten, wie Amateure diese Hände aus allen Positionen überspielen und darüber hinaus die Stärke von suited Connectors mit der Stärke von suited Gappern wie 96s gleichsetzen.

Solver beweisen eindeutig, dass suited Connectors eher schwache Hände sind. Betrachten wir die GTO-Range für den Spieler aus UTG bei einem 6-max-Cashgame mit 100BB-Stacks:

Dara O Kearney
UTG-Range für ein 6-max-Cashgame mit 100BBs

Wie deutlich zu erkennen ist, werden attraktiv erscheinende Hände wie 98s, 76s, 65s und 54s nur spärlich geraist. Tatsächlich wird 87s sogar ausnahmslos gefoldet. Diese Hände werden nur gelegentlich gespielt, um auch auf mittleren Boards in der Lage zu sein, Straights zu repräsentieren.

Es gibt geeignetere Kanidaten!

Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Warum ist der Stellenwert von suited Connectors mit Aufkommen der modernen Pokertheorie so stark gesunken? Der Hauptgrund besteht darin, dass sich die Stärke von suited Ax- und Kx-Händen zunehmend herauskristallisiert hat. 

Trifft man einen Flush mit einer Hand wie A5s hält man mit Gewissheit die Nuts, was man mit 56s nicht behaupten kann. Zeigt ein Gegner deutliche Gegenwehr, während man einen 6-hoch-Flush hält, gibt es gute Gründe zur Besorgnis. Selbst wenn der Gegner nur einen Flushdraw hält, könnten einem viele Turnkarten das Spiel verderben. 

Suited Ax- und Kx-Hände bieten zudem den Vorteil, ein Top Pair treffen zu können. Selbst eine Hand ohne hohen Kicker wie A3s hat das Potenzial, ein Top Pair zu treffen und eignet sich dadurch hervorragend als Bluffcatcher. Der Wert eines Top Pairs, auch ohne Kicker, wird von vielen Spielern unterschätzt. Die Solver haben gezeigt, dass die Sorge, dominiert zu werden, häufig überbewertet wird. 

Nichtsdestoweniger ist eine Hand wie 65s immer noch spielbar, besonders durch ihr vielfältiges Potenzial, Trips, Straights und Flushes treffen zu können. Diese gut getarnten Monster können in bestimmten Spots zu großzügigen Auszahlungen verhelfen.

Doch so verlockend suited Connectors auch erscheinen mögen, sollte man vermeiden, sie zu überspielen. Wenn man diese Hände ständig und von jeder Position aus spielt, tut man sich keinen Gefallen. Stattdessen ist es ratsam, die eigene Range dahingehend zu optimieren, dass man einige suited Connector durch suited Ax-Hände ersetzt.

Weitere hilfreiche Einblicke dieser Art findet ihr auch zuhauf in Dara O'Kearneys neuem Buch GTO Poker Simplified.