Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Unterschätzte Kandidaten für das Defenden des Big Blinds

Dara O'Kearney zeigt, welche Hände in keiner Big-Blind-Range fehlen sollten, und wie man sie nach dem Flop als gut getarnte Geheimwaffe einsetzt.





Viele Spieler, die gerade erst damit begonnen haben, sich mit GTO-Lösungen zu beschäftigen, werden überrascht sein, wie weit die vorgeschlagenen Ranges für den BB ausfallen. Betrachten wir zur Veranschaulichung, mit welcher Range sich der BB idealerweise gegen ein Raise vom HJ bei effektiven Stacks von 40 BBs zur Wehr setzt:

Dara O Kearney
Die Verteidigungsstrategie des Big Blinds

Der Solver schlägt vor, alle gleichfarbigen Hände weiterzuspielen, während nur der schwächste Teil der Range im Muck landet. 

Die meisten Spieler erkennen zwar das Potenzial von Händen wie Q2s oder 64s, Top Pairs, Straights und Flushes treffen zu können, sind jedoch verblüfft, dass die Calling-Range auch anfällige Hände wie 92s beinhaltet. 

Tatsächlich erhalten diese spekulativen Kandidaten ihren Wert durch die gute Spielbarkeit ihrer Flush Draws.

Die Vielseitigkeit von Flush Draws

Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Die Wahrscheinlichkeit, einen Flush zu floppen, beträgt nur magere 1,5%. Ein Flush Draw hingegen erscheint in etwa 10% der Fälle und ist in der Regel stark genug, um eine Bet zu callen. Sollte der Gegner am Turn mit einem Check Schwäche zeigen, ist die ideale Gelegenheit gekommen, den Pot auch ohne vervollständigten Flush mitzunehmen. 

Backdoor-Flushdraws erscheinen auf 75% aller Flops und können äußerst profitable Chancen für Bluffs auf späteren Straßen eröffnen, besonders wenn sie zusätzlich Backdoor-Straight-Draws enthalten. Sollte nach einem Bluff am Flop ein Draw auf dem Turn entstehen, eignet sich diese Situation mit ihrer zusätzlichen Equity hervorragend für eine Second Barrel. Falls sich der Gegner immer noch nicht abschütteln lässt und sich der Draw am River vervollständigt, verfügen wir über ein perfekt getarntes Monster.

Das Spielen von niedrigeren suited Händen ermöglicht es uns, eine Vielzahl von Flops abzudecken. Ein versierter Spieler wird die Gefahr auf niedrigen Flops erkennen und entsprechend vorsichtiger spielen. Zudem können wir mit niedrigen Paaren unsere Equity besser realisieren, da der Gegner häufiger checkt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass niedrige Karten seltener dominiert werden als beispielsweise KJs.

Sobald man eine geeignete Strategie entwickelt hat, sind niedrige Paare leichter zu spielen, als viele vermuten würden. So könnte man routinemäßig mit einem Top Pair alle drei Straßen callen, falls Turn und River ebenfalls niedrig ausfallen. Ein mittleres Paar ist vermutlich stark genug, mindestens zwei Straßen zu callen, und selbst ein Bottom Pair kann Chancen eröffnen, den Pot am Turn für sich zu entscheiden. 

Die Entwicklung einer soliden Verteidigungsstrategie für den Big Blind lohnt sich, da diese Situation so häufig auftritt. Falls ihr zu passivem Spiel aus dem Big Blind neigt, solltet ihr in Erwägung ziehen, eure Range taktisch durch niedrige suited Hände zu erweitern. 

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