Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wann die Late-Reg auch bei einem PKO Sinn macht

Obwohl Dara O'Kearney grundsätzlich von einer späten Registrierung bei PKO-Turnieren abrät, gibt er eine seltene Ausnahme von dieser Regel preis.





Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle einen Artikel veröffentlicht, in dem beschrieben wurde, warum sowohl die späte Registrierung als auch das Re-Entry bei PKOs nicht profitabel sein kann. Auch in meinem neusten Buch habe ich mich eindringlich mit diesem Thema beschäftigt.

Die grundlegende Erklärung dafür ist, dass bei jedem Ausscheiden eines Spielers 25% seines Buy-ins in Form eines Kopfgeldes aus dem Preispool entfernt wird. Für alle Spieler, die sich spät für ein PKO anmelden, lässt sich jede Eliminierung als zusätzliches Rake betrachten, da während ihrer Abwesenheit ein Teil des Preispools ausgeschüttet wird, ohne die Chance daran zu partizipieren. Zu Beginn des Turnieres ist dieser Nachteil noch überschaubar, doch wenn man sich erst kurz vor Ende der späten Registrierungsphase anmeldet oder erneut einkauft, sinkt die Rentabilität dramatisch.

Allerdings gibt es eine Ausnahme, bei der auch eine späte Registrierung profitabel sein kann, und zwar dann, wenn mit der Teilnahme die Chance auf zusätzliche Gewinne durch Promotions verknüpft sind.

Profitable Late-Reg durch Promotions

Dara O Kearney
Im Allgemeinen ist die späte Registrierung bei PKOs ein kostspieliger Fehler

Angenommen, man registriert sich für ein €100-PKO mit 300 Teilnehmern, bei dem bereits 20 Spieler ausgeschieden sind und damit €500 in Form von Kopfgeldern ausgeschüttet wurden, besteht zum Zeitpunkt der Anmeldung keine Möglichkeit mehr, einen Teil dieser Kopfgelder zu gewinnen. Teilt man diese €500, die bereits ausgeschüttet wurden, unter den verbliebenen 300 Teilnehmern auf, entfällt auf jeden Spieler eine Summe von €1,60. Daraus folgt, dass eine späte Registrierung oder erneute Anmeldung eine zusätzliche Gebühr in Höhe von €1,60 enthält.

Falls jedoch beispielsweise €1.750 in Form von zusätzlichen Preisen zu gewinnen sind, etwa in Form von Turniertickets oder VIP-Bounties, kann sich die Teilnahme dennoch lohnen. Diese hinzugefügten Preise entsprechen einem Wert von €5,83 pro Spieler. Auch wenn schon 20 Spieler eliminiert wurden, entfällt auf jeden verbliebenen Spieler immer noch ein Bonus von €4,23 (€5,83 abzüglich €1,60). Dieses Rechenbeispiel soll nur der Veranschaulichung dienen, also bitte nicht für bare Münze nehmen.

Auch bei eventuell auftretenden Overlays kann sich die späte Registrierung lohnen. Nehmen wir an, bei einem €100-PKO mit einem garantierten Preispool von €30.000 neigt sich die späte Registrierungsphase dem Ende zu. Allerdings haben sich zu diesem Zeitpunkt erst 200 Spieler angemeldet, von denen 50 bereits ausgeschieden sind. Die bereits ausgespielten Kopfgelder in Höhe von €1.250 entsprechen einer zusätzlichen Gebühr von €6.25 für jeden Spieler, der sich nun noch einkauft (€1.250/200 Spieler). Das Overlay in Höhe von €10.000 stellt jedoch für jeden Spieler einen zusätzlichen Gewinn von €50 dar und überwiegt die versteckte Gebühr durch bereits abgeführte Kopfgelder bei weitem. Dank des Overlays ist eine späte Anmeldung augenblicklich €43,75 wert.

Late-Reg für das Leaderboard

Dara O Kearney
Durch spezielle Promotions kann sich die späte Registrierung bei PKOs lohnen

In einigen Fällen können spezielle Promotions dafür sorgen, dass eine späte Anmeldung bei PKOs lohnenswert sein kann. Im Rahmen der PKO-Winter-Series bei Unibet gab es beispielsweise ein Leaderboard für die erfolgreichesten Kopfgeldjäger. Beim Kampf um die lukrativen Podiumsplätze konnte es für die Titelanwärter durchaus eine profitable Entscheidung sein, die Re-Entries voll auszuschöpfen, um so viele Kopfgelder wie möglich zu sammeln.

Weitere strategische Einblicke von Dara O'Kearney findet ihr jederzeit auch in seinem Buch Endgame Poker Strategy: The ICM Book.