Warum sich frühes Einsteigen lohnen kann
Wer seine Edge voll ausspielen will, sollte nicht immer bis zur letzten Minute warten. In bestimmten Turnieren kann es strategisch sinnvoll sein, von der ersten Hand an dabei zu sein.

Auch wenn ich wohl einer der größten Verfechter von Late Registration bin – es gibt Situationen, in denen man besser von Anfang an am Tisch sitzt.
Das gilt vor allem dann, wenn man sich beim Spiel mit Deepstacks einen deutlichen Skill-Vorteil ausrechnet. Turniere, die als Publikumsmagneten bekannt sind, und Events mit vielen Qualifikanten eignen sich besonders gut dafür.
Gerade in den frühen Levels geht es meist noch locker zu – viele Spieler sind entspannt und werfen gerne ein paar Chips in die Mitte. Wie Greg Raymer einmal formulierte: „Du willst mit den Fischen spielen, solange sie noch Chips haben.“ Die schwächeren Gegner sind gegen Ende der Late Reg häufig schon ausgeschieden.
Das Spiel mit Deepstacks

Viele erfahrene Spieler, die üblicherweise spät in ein Turnier einsteigen, machen häufig den Fehler, ihre Preflop-Ranges nicht an die veränderte Stacktiefe anzupassen – und spielen mit 100 Big Blinds noch immer wie mit 40.
Gerade in frühen Turnierphasen sollte man vorzugsweise Hände spielen, die das Potenzial haben, die Nuts zu treffen – etwa suited Aces. Hände wie KJo hingegen sind in dieser Phase deutlich anfälliger und verlieren an Wert.
Außerdem sollte man seine 3-Bets größer ansetzen, um die Stack-to-Pot-Ratio zu senken, denn gerade bei Livegames mit schwächerem Teilnehmerfeld wird preflop gerne zu viel gecallt.
Und zu guter Letzt: Verfeinere deine Strategie für Multiway-Spots – gerade zu Beginn eines Turniers ist es keine Seltenheit, dass vier oder fünf Spieler gemeinsam den Flop sehen.