Wenn das Board zur Straße einlädt
Straight-lastige Boards wirken auf viele Spieler bedrohlich. Doch wer sich vorschnell in die Defensive drängen lässt, macht sich nicht nur anfällig für Exploits, sondern verpasst auch profitable Valuebets.

Kürzlich habe ich gemeinsam mit einem Coaching-Schüler analysiert, wie man Boards spielt, auf denen vier aufeinanderfolgende Karten zur Straße liegen – etwa bei einem Runout wie KQJT oder 8765.
Viele Spieler neigen auf solchen Boards dazu, viel zu häufig zu folden und übersehen die Möglichkeit, mit starken Händen wie Top Pairs oder Sets Value zu generieren.
Wenn ein Spieler aus früher Position eröffnet und auf dem Flop T44 erscheint, macht sich kaum jemand ernsthaft Sorgen, dass der Gegner hier eine Vier in seiner Range hat.
Doch auf Boards wie 8765 sind viele Spieler plötzlich übervorsichtig, weil sie befürchten, gegen eine zufällige 4 oder 9 zu laufen.
Top Pair wie Third Pair behandeln

Ich persönlich tendiere auf solchen Boards dazu, Top Pairs wie Third Pairs zu behandeln.
Denn während eine Hand wie A8 auf einem 8765-Board gegen jede 9 und 4 verliert, muss sich A6 gegen jede 7 und 8 geschlagen geben. In beiden Fällen handelt es sich effektiv um die drittbeste Hand, die mit einer einzigen Karte gebildet werden kann.
Viele Spieler sind auf solchen Boards zu ehrlich – sie bluffen selten und folden zu oft. Diese Tendenz lässt sich durch aggressives Spiel hervorragend ausnutzen.
Zum einen eröffnen sich dadurch Möglichkeiten für dünne Valuebets, ohne dass man Bluff-Raises befürchten muss. Zum anderen steigt die Erfolgsquote der eigenen Bluffs deutlich.