Wer findet den Weg zum Value?
Wenn man sich "under the gun" in eine Hand stürzen muss, können sich auf späteren Streets knifflige Spots entwickeln. Schafft ihr es, auf einem gefährlichen Board trotzdem den maximalen Value zu finden?
In dieser Woche versuchen wir etwas Value auf NL50 zu finden. Eine Hand, die gut genug dafür ist, hat Hero durchaus, auch wenn er aus früher Position agieren muss. Sein Standard-Raise wird preflop von zwei Spielern gecallt, dem Button und Big Blind.
Der Flop mag etwas gefährlich ausfallen, aber da wir das Toppair treffen, gibt es keinen Grund die Aggressivität einzustellen. Unsere Hand ist viel zu stark, um sie passiv zu spielen und wir müssen sie gegen zwei vermutlich weite Callingranges protecten.
Die Gegner sind uns größtenteils nicht bekannt, aber die eine oder andere Information, die wir zuvor aufschnappen konnten, deutet an, dass es sich um eher loose-passive Zeitgenossen handelt. Der Flop könnte ihre Range also gut getroffen haben und daher ist entsprechende Vorsicht geboten.
Trotz allem ist die C-Bet am Flop ein Muss, auch wenn wir sie auf späteren Streets bereuen könnten. Der Big Blind scheint den Flop jedoch komplett verfehlt zu haben, der Button hingegen will noch weiterspielen.
Die Turnkarte macht das Ganze noch interessanter. Es ist nicht wirklich eine Blank wie zum Beispiel eine Zwei, aber auch keine superungünstige Karte wie ein King. Dennoch verbessert sie einen Teil von Villains Range, insbesondere Hände wie T9, K9 und A9. Hero entscheidet sich den Fuß vom Gas zu nehmen und erhält als Reaktion darauf eine Bet in Höhe der Hälfte des Pots. Grund jetzt bereits zu folden, gibt es für uns jedoch nicht.
Der River bringt ein weiteres Pair auf dem Board und gefällt uns natürlich überhaupt nicht. Nun ist eure Expertise gefragt, da es sich um einen kniffligen Spot handelt, beschränken wir die mögliche Auswahl an Optionen aber auf ein Minimum.
Den River zu betten, macht im Hinblick auf Value keinerlei Sinn. Die Frage, die sich also stellt, lautet: Callen wir eine Bet von Villain am River oder hätten wir schon den Turn anders spielen müssen, um den möglichen Value zu maximieren? Mal sehen, welche Tendenzen der einzelnen Communitys die Abstimmung dieses Mal enthüllt...

Das letzte Umfrageergebnis
Noch im November wollten wir einen soliden Regular slowplayen mit Hilfe von 950 PokerStrategen, die bei unserer Abstimmung mitgemacht haben. Die Mehrheit entschied sich dabei für ein Raise am River, um maximalen Value zu bekommen, darunter 63% in der deutschen Community. In einem Raise am Turn sah lediglich die italienische Community die beste Line.
Die lag mit ihrer Einschätzung jedoch richtig. Wir halten am Turn die Nuts und die Größe des Pots ist ein Problem. Um die maximale Ausbeute zu bekommen, müssen wir uns ein Shove auf dem River ermöglichen und entsprechend bereits eine Street zuvor raisen.
Das Raise am River ist im Vergleich die deutlich schlechtere Wahl. Wir müssen darüber nachdenken, welche Hände uns überhaupt noch auszahlen würden und laufen auch Gefahr, dass Villain mit einem Shove antwortet, der uns vor große Probleme stellen würde.
In der tatsächlich gespielten Hand war sich auch Hero über seine Optionen unsicher und entschied sich für einen Check am Turn. Als Villain dann eine Potsize-Bet am River brachte, hat Hero lediglich gecallt und sah vom Gegner eine Straight mit JT.


