Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wie iPoker 2022 sein Turnierangebot auffrischen will

Im Gespräch mit dem neuen Turnier- und Promotion-Manager von iPoker, Michael Bedulskis, erfahren wir mehr über die Pläne für das aktuelle Jahr und die anstehende Frühjahrs-Turnierserie.

Michael Bedulskis
Michael Bedulskis

Die neue anstehende Turnierserie bei iPoker soll dem MTT-Angebot im Frühjahr zu neuen Höhen verhelfen. Was benötigt das Netzwerk aus deiner Sicht, um auch mit den größeren Räumen des Marktes konkurrieren zu können?

Michael Bedulskis: Unser grundsätzliches Ziel ist, die Gesamthaltung gegenüber Turnieren bei iPoker zu ändern und zu zeigen, dass sie äußerst effektiv sein können, um Kunden an unsere Tische bringen und dauerhaft bei Laune zu halten. Manche unserer Lizenznehmer sind bereits voller Tatendrang, was Turniere betrifft, bei anderen müssen wir hingegen intern noch etwas Aufklärung leisten. Wir hoffen, dass das iPoker Festival Spring sowie weitere Turnierserien im Laufe des Jahres unseren Lizenznehmern als Erfolgsstory dienen und zeigen, dass wir konkurrenzfähige Turnieraktionen auf unserer Plattform bieten können.

Zusätzlich zu den Highlight-Turnieren der Serie hat man auch bei Buy-ins von €20 oder weniger ein paar sehr großzügige Garantien mit eingebaut. Ist das ein neuer Bereich, auf den man vermehrt den Fokus setzt?

Michael Bedulskis: Die Daten zeigen, dass Turniere mit einem Buy-in von €20 bis €50 die am besten performenden MTTs sind, die wir bieten. Das zeigt eine starke und loyale Basis an Midstakes-Spielern, die auf unserer Plattform aktiv sind.

Wir wollen genau solche Stärken mehr betonen und unsere Vorzeigeturniere auf diesen Buy-in-Höhen etablieren. Aktuell fühlen wir uns sehr wohl damit, unseren Spielern in diesem Bereich auch hohe Garantien auszusprechen.

Für uns wird es sehr wichtig, die Präsenz auf den Midstakes weiter auszubauen, während wir auch andere Stake-Segmente organisch weiter ausbauen, ob nun über Promoaktionen oder unserem täglichen Turnierangebot. Das Ziel ist, ein umfangreiches, stabiles Angebot zu etablieren, sodass Spieler aller Level das passende Turnier in unserem Netzwerk finden. Die anstehende IPF Spring ist ein solches Vorzeigeangebot.

Mir ist bei anderen Anbietern aufgefallen, dass die Midstakes-Turniere teilweise mehr Teilnehmer haben als vergleichbare MTTs auf den Lowstakes. Meine Schlussfolgerung war, dass Midstakes-Spieler schlichtweg mobiler sind, was den Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern betrifft und Smallstakes-Spieler eher bei einer einzelnen Seite bleiben. Wie siehst du das?

Michael Bedulskis: Mobilität ist sicherlich einer der Gründe, am Ende läuft es jedoch immer darauf hinaus, wie attraktiv ein Turnier in seiner Gesamtheit ausfällt.

Die größten Midstakes-Turniere beim Online-Poker können derart große Teilnehmerfelder aufstellen, da die Anbieter in der Lage sind dafür zu sorgen, dass das Angebot "$55 zahlen und acht Stunden spielen für ein mögliches Preisgeld X" attraktiv genug für die Spieler ist.

Auf den niedrigeren Buy-ins können nur wenige Turniere in dieser Form mithalten, entsprechend nutzen Spieler ihr Geld lieber für andere Partien wie zum Beispiel Twister-Turniere, bei denen sie das Gefühl haben, mehr für das eingesetzte Geld zu bekommen.

"Jede Turnierserie benötigt ein Narrativ"

Es ist das erste Mal, dass iPoker im Zuge einer Turnierserie verschiedene Buy-in-Kategorien für dasselbe Event anbieten wird. Was ist der Vorteil einer derartigen Strukturierung im Vergleich zu Einzelturnieren in verschiedenen Formaten für unterschiedliche Arten von Spielern?

Michael Bedulskis: Ich bin überzeugt, dass jede Turnierserie eine Art von Narrativ braucht. Die Herausforderung, die sich den meisten Anbietern bei einer Turnierserie stellt, ist, dass in den meisten Fällen sehr viel Fokus auf die Sonntage gerichtet wird und die Tage Montag bis Samstag hauptsächlich aus denselben täglichen Turnieren bestehen. Man will jedoch eigentlich sicherstellen, dass eine Serie durchweg attraktiv für die Spieler ist und sie jeden Tag neu an die Turniertische finden, nicht nur sonntags.

Die IPF Spring wird daher auch eine der längsten Turnierserien, die wir bisher ausgetragen haben. Wir wollen, dass die Spieler nicht das Interesse verlieren und abgestufte Events sind dabei ein probates Mittel, um jeden Tag mindestens ein Highlight-Turnier auf allen Buy-in-Level zu bieten.

MTT
Mehr Zeit und Ressourcen werden bei iPoker 2022 in MTTs fließen

Es gibt auch viele Turniere mit mehreren Starttagen im Zuge der IPF Spring. Mir persönlich sagen solche Events zu, weil ich mir die Zeit für ein Turnier flexibler einteilen kann und nicht zwingend an ungünstigen Tagen einsteigen muss. Lässt sich eine solche Präferenz bei vielen Spielern erkennen?

Michael Bedulskis: Wir sind froh, dass wir solche Turniere bei iPoker bieten können, weil auch wir dadurch flexibler agieren können. Für einen Midstakes-Spieler ist es kein unerheblicher Mehrwert, wenn er selbst flexibel entscheiden kann, wann er in ein Turnier einsteigt, bei dem es um einen sehr großen Preispool geht. Ich denke, dass solche Events nicht nur bei einer Turnierserie sehr willkommen sind, sondern auch, wenn sie in den regulären Turnierplan integriert werden.

Aktuell testen wir dabei auch verschiedene Blind- und Auszahlungsstrukturen, um die optimale Gestaltung für die Spieler zu finden.

Turniere mit mehreren Starttagen werden also auch bei zukünftigen Serien und in unserem regulären Turnierangebot eine gewichtige Rolle spielen.

Ein Turnier, das ich bei der IPF Spring besonders ins Auge gefasst habe, ist das PKO mit Stacks von 25BB. Ich finde, dass PKOs vermehrt mit relativ niedrigen Stacks starten sollten, da besonders der Gewinn von Kopfgeldern attraktiv ist. Hatte man genau das bei der Struktur ebenfalls im Sinn?

Michael Bedulskis: Meine bisherige Erfahrung in der Pokerbranche hat mir gezeigt, dass die Spieler grundsätzlich niedrigere Startstacks begrüßen. Ich sehe nicht wirklich einen bedeutenden Grund, warum man ein PKO-Turnier mit deepen Stacks von 250BB starten sollte. Wenn es ein sehr besonderes Turnier ist, kann man durchaus diesen Weg wählen, aber beim Großteil der PKOs sollte tatsächlich wie angemerkt das KO-Element des Formats im Vordergrund stehen.

Bei der IPF Spring testen wir nun PKO-Turniere mit einem Startstack von 25BB und 65BB. Zudem hatten wir bereits im Zuge der Bounty Hunter Series zu Jahresbeginn eine neue Reihe an PKO-Strukturen auf die Probe gestellt. Damit wollen wir mehr über die Reaktion der Spieler auf unterschiedliche Strukturen lernen, um damit am Ende die genauen Präferenzen besser zu verstehen.

"Spieler bevorzugen Re-Entry-Turniere mit größerem Preispool"

ipoker
Sukzessive Änderungen am regulären Turnierschedule geplant

Warum gibt es keinerlei Freezeouts, obwohl die Turnierform gerade ein Art von Renaissance beim Online-Poker erlebt?

Michael Bedulskis: Freezeouts sind seit jeher ein eher umstrittenes Thema. Es gibt nach wie vor nicht wirklich belastbare Nachweise, dass Freezeouts von Spielern im Vergleich zu Re-Entrys bevorzugt werden. Eher im Gegenteil, zumindest laut meiner Erfahrung: Ein Spieler wird immer ein Turnier mit mehrmaligen Versuchen um einen $10-Millionen-Preispool bevorzugen im Vergleich zu einem Turnier um $5 Millionen, bei dem man nur einen Versuch hat.

Poker hat sich natürlich über die Jahre sehr verändert, am Ende schauen die Spieler allerdings immer noch auf den Gesamt-Preispool und den Hauptpreis, um zu entscheiden, ob sie ein Turnier spielen wollen oder nicht. Und dahingehen haben Re-Entry-Turniere natürlich ein deutlich größeres Potenzial.

Dennoch wollen wir auch bei iPoker sukzessive ein Angebot an Freezeouts einführen im Zuge von weiteren Serien und einer Überarbeitung des regulären Turnierplans. Wir glauben auch, dass sie im Gesamtschedule eine Nischenrolle einnehmen und letztlich eine loyale Gruppe an Spielern unterhalten können.

Wird die Experimentierfreudigkeit im Zuge der IPF Spring auch ihren Weg in den regulären Turnierplan bei iPoker finden?

Michael Bedulskis: Absolut. Wir haben in diesem Jahr bereits eine Reihe kleinerer Verbesserungen am täglichen Turnierplan vorgenommen und mit den "Eliminators" eine neue Turniermarke etabliert. Schon bald wird es weitere schrittweise Änderungen am regulären Schedule geben. Ich finde, dass ist der beste Weg, um neue Ideen zu testen, das Gesamtangebot zu verbessern und die eigenen MTT-Marken auszubauen.

Abseits des regulären Turnierplans streben wir in etwa drei bis vier große Serien pro Jahr an. Die Spielermüdigkeit muss man dabei stets im Auge behalten, denn kaum ein Spieler wird sich durchweg in einer Turnierserie nach der anderen stürzen wollen.

Unser Ziel ist es aber, dass Gesamtangebot an Turnieren mit den großen Serien noch einmal deutlich zu verbessern. Wir streben an, dass auch unsere Serien mit Spannung erwartet werden und den Spielern etwas Konkurrenzfähiges und Bedeutendes bieten. Dabei wollen wir auch eine klare Trennlinie ziehen zwischen den Highlight-Serien und kleineren Turnieraktionen, die eher auf spezifische Spielerpools ausgerichtet sind.

Einige einzelne Lizenznehmer haben ebenfalls eigene Pläne, was Turniere betrifft, die wir in unser Gesamtkonzept integrieren müssen. Die Grosvenor Poker Tour mit der Fülle an Promoaktionen rund um die Live-Events ist dabei ein gutes Beispiel oder auch die Master Classics of Poker des Holland Casino.

Zu guter Letzt wollen wir auch weitere MTT-Aktionen in kleinerem Rahmen austragen, wie zum Beispiel einen wiederkehrenden Sonntagsrabatt oder Mini-Turnierserien über drei bis fünf Tage, wenn es sich terminlich gerade gut anbietet.

Vielen Dank für das Gespräch, Michael, und viel Erfolg mit den Plänen für die Turniere bei iPoker im aktuellen Jahr!