Wie man sich als Underdog behauptet
Jeder Spieler findet sich irgendwann in einer Runde wieder, in der er der klare Außenseiter ist. Dara O'Kearney verrät, wie man in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahrt und seine Erfolgschancen maximiert.

Zu den größten Erfolgen meiner Karriere zählt, dass mein Buch über Satellites zahlreichen Spielern den Weg zu prestigeträchtigen Turnieren geebnet hat.
Doch mit der Erfüllung dieses Traums geht oft eine harte Realität einher: Die meisten dieser Spieler starten als klare Außenseiter mit einem negativen Erwartungswert ins Turnier. Daran ist nichts verkehrt – vielleicht sorgt das Glück für eine Überraschung, vielleicht wird das Event zum Sprungbrett für eine steile Lernkurve oder zumindest zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Daraus leitet sich jedoch die entscheidende Frage ab, welche Strategie man verfolgen sollte, wenn man als Underdog am Tisch sitzt.
Hier sind einige Ratschläge:
Keine Angst vor großen Namen

Späte Registrierung: Falls es dir nicht nur um das Erlebnis geht, sondern auch um den potenziellen Gewinn, dann solltest du über eine späte Registrierung nachdenken. Du startest näher an der Bubble und spielst mit einer Stacksize, die weniger komplexe Entscheidungen erfordert. Mit 20 Big Blinds musst du dir weniger Sorgen machen, dass ein Adrian Mateos dich postflop ausmanövriert.
Varianz als Chance verstehen: Versierte Spieler können es sich bei langsamen Strukturen leisten, marginale Spots wie Coinflips zu meiden. Als Underdog hingegen solltest du jede Chance nutzen, deine Chips mit solider Equity in die Mitte zu schieben. Lieber den Flip riskieren, als langsam ausblinden.
Lerneffekt: Es schmerzt, von besseren Spielern dominiert zu werden, doch genau in diesen Momenten steckt das größte Lernpotenzial. Analysiere schwierige Hände, mache dir Notizen und arbeite sie später auf. Ein stark besetztes Turnier kann eine wertvolle Lektion sein – unabhängig vom Endergebnis.
Lass dich nicht abschrecken: Das Spielniveau bei Turnieren mit vielen Qualifikanten ist in der Regel deutlich niedriger als bei reinen High-Roller-Events. Doch wenn du dich mit der Crème de la Crème der Pokerszene am Tisch wiederfindest, ist es umso wichtiger, mit einem klaren Gameplan anzutreten.