Wie werden schwache Hände richtig gespielt?
Dara O'Kearney ist zurück und hat einige Ratschläge parat, wie man Hände ganz, ganz, ganz unten aus dem Spektrum spielt.
So sollte UTG1, laut GTO Wizard, mit 40 Big Blinds gegen ein Raise des Spielers UTG agieren. Alle roten Kombinationen sind eine 3-Bet.

Die Range enthält sehr viele starke Kombinationen. Als Bluff werden suited Broadway-Hände wie beispielsweise KJs, KTs, K9s, QJs, QTs und A9s genutzt – eine gute Wahl. Diese Kombinationen lassen sich nach dem Flop sehr einfach spielen und wenn man ein Paar getroffen hat, liegt man in der Regel vorne. Zudem können sie im Falle eines Calls eine Menge starker Hände treffen.
So reagiert der Big Blind mit 40BB gegen ein Raise des Small Blinds:

Diese Range ist deutlich weiter. Das liegt daran, dass der SB viele Hände raist und dass der BB die Action abschließt. Spannend ist hier der Blick auf die Bluffs:
Diese sind in diesem Fall Kombinationen wie Q5o oder 92s! Wie kommt es, dass die Bluffs in einem Beispiel durchaus gute Hände sind, im nächsten aber extrem schwache?
Schlechte Hände als Bluff

Im ersten Beispiel muss die Range im Allgemeinen viel stärker sein, weshalb auch die Bluffs starke Hände sein sollten - klingt logisch.
Manche fragen sich aber vielleicht, warum im zweiten Beispiel keine spielbaren Hände wie A5s, T9s oder 87s für unsere Bluffs gewählt werden. Wenn man gecallt wird, will man doch eine spielbare Hand haben, oder?
Die Antwort ist, dass man es hassen würde, 4-Bet zu kassieren und dann eine Hand wie T9s folden zu müssen. Sie hat viel Equity und spielt sich gut in Position, also ist es ärgerlich, sie folden zu müssen. Q5o hingegen kann man gegen ein 4-Bet mühelos entsorgen.
Das ist die Reaktion des SB gegen eine 3-Bet des BB:

Wenn man mit einer Trash-Hand wie 92s blufft, sollte der SB 39% seiner Range folden. Das ist ein brillantes Ergebnis für 92s. Wenn der SB nochmals erhöht, hat man einen unglaublich einfachen Fold, denn man schlägt nichtmal die Bluffs des Gegners.
Wenn der SB mitgeht besteht die Range meistens aus Broadway-Händen mit hohen Karten. So hat man auf dem Flop meist eine relative einfache Entscheidung. Ist ein Ass enthalten, bietet sich ein Bluff sehr gut an. Beinhaltet der Flop Broadway-Karten, kann man beruhigt aufgeben. Sollten hingegen niedrige Karten erscheinen, besteht die Chance einige Chips zu gewinnen.
Bluffs sollten immer am unteren Ende der Range liegen. Wenn die Ranges weit sind, bedeutet das, dass die Bluffs von schwachen Händen kommen werden. Wenn die Ranges weit sind und man Position hat, ist es viel besser, mit den spielbaren Händen mittlerer Stärke nur zu callen.
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