Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Künstliche Intelligenz schlägt Top-Profis beim 6-max

Es ist wohl an der Zeit, die nahende Herrschaft der Maschinen zu akzeptieren, nachdem einmal mehr eine KI die besten Pokerspieler der Welt überzeugend schlagen konnte.

2017 hat die Künstliche Intelligenz "Libratus" der Carnegie Mellon University bekanntermaßen eine Reihe von Top-Pokerspielern im Heads-up geschlagen, was damals selbst in den Mainstream-Medien für Schlagzeilen sorgte.

Nun ist es erneut passiert, nachdem die Universität in Zusammenarbeit mit Facebook eine KI genannt "Pluribus" entwickelt hat, die sich gegen fünf der besten Spieler der Welt im 6-max No-Limit Hold'em durchsetzen konnte. Verantwortlich für das Projekt waren der Facebook-Forschungsangestellte Noam Brown und Tuomans Sandholm vom vorangegangenen Libratus-Projekt.

Unter den Top-Spielern, die Pluribus schlagen konnte, befanden sich unter anderem Linus Loeliger, Darren Elias und Chris Ferguson. Letztgenannter wird aufgrund der Vorkommnisse rund um Full Tilt nach dem Black Friday zwar immer umstritten bleiben, er arbeitet jedoch schon seit mehr als einem Jahrzehnt im Bereich der KI-Forschung mit der Carnegie Mellon University zusammen.

pluribus
Wie schnell Pluribus an den Tischen lernen kann

2017 hatte Libratus die weltweite Aufmerksamkeit der KI-Forschung auf sich gezogen, weil es durch das Schlagen von Profispielern im Heads-up "allgemeine Intelligenz" gezeigt hatte, was sich in einer deutlich reflektiveren Form des Lernens äußert, die zum Beispiel bei einem Spiel wie Schach nicht notwendig ist. Allgemeine Intelligenz ist jedoch beim Poker vonnöten, weil es derart viele unbekannte Variablen gibt. Das Durchsetzen gegen Top-Pokerspieler beim 6-max ist ein weiterer großer Schritte für die Forschung in Sachen Künstlicher Intelligenz, weil es mit fünf Gegnern natürlich unzählige weitere Variablen zu beachten gibt als in einem Heads-up-Duell.

Pluribus konnte die fünf menschlichen Gegner innerhalb von 10.000 Händen mit einer Rate von $5 pro Hand bei Blinds von $50/$100 schlagen. Am alarmierendsten ist aber, dass nur $150 für Ressourcen an Cloud-Rechenarbeit notwendig waren, damit die KI auf diesem Niveau performen konnte. Ein Sprecher von Facebook erklärte immerhin, dass man die Weiterentwicklung der Software nicht an externe Dienstleister vergeben werde.

Wer noch mehr über das Thema wissen will, kann hier einen Blick in das komplette Forschungspapier in Originalfassung werfen.