Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Sind integrierte HUDs die Zukunft beim Poker?

Statt HUDs mit statistischen Werten zum Schutz von Hobbyspielern vollends zu verbieten, könnten integrierte Heads-up-Anzeigen das Erlebnis an den Tischen verbessern?

Im Mai hat iPoker sein eigenes integriertes HUD gelauncht und es damit RunItOnce, GGPoker und Winamax gleichgetan. HUDs sind ein kontroverses Thema beim Online-Poker, nachdem einige Anbieter sie erlauben, andere wiederum die Stat-Anzeigen vollends verbieten. Integrierte HUDs scheinen derweil einen Mittelweg zu beschreiten, bei der die Tiefe der Daten im Vergleich zu Drittanbieter-HUDs deutlich eingeschränkt wird und auch Spieler profitieren, die sonst nie mit HUD gespielt haben.

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Das neue HUD bei iPoker

Häufig wird argumentiert, dass HUDs schädlich für den Erhalt von Hobbyspielern sind, nur selten wird jedoch darüber nachgedacht, ob eben solche Spieler auch von den Anzeigen profitieren könnten?

Sich jeden Screenname zu merken, mit dem man es zu tun bekommt, ist praktisch unmöglich, vor allem wenn sie mit zahlreichen Buchstaben und Zahlen versehen sind. Selbst Online-Spieler, die seit Jahren aktiv sind, verwechseln gerne mal den einen oder anderen Gegner, wenn sie lediglich die Namen berücksichtigen. Ein paar simple HUD-Stats, die daran erinnern, ob man es mit einem eher tighten oder loosen Gegner zu tun hat, könnten jedem Spieler, egal ob Profi- oder Freizeitspieler, als Gedankenstütze dienen.

Darüber hinaus leben wir in einer Zeit, in der die nächste Ablenkung einen Mausklick entfernt ist. Selbst wenn ein Hobbyspieler nicht unzählige Tische auf einmal spielt, bedeutet das nicht, dass nebenbei nicht bei Twitter gestöbert wird oder Netflix nebenbei läuft. Ein simpel gehaltenes HUD könnte einen Hobbyspieler vor äußerst kostspieligen Fehlern bewahren, während es guten Spielern eine Möglichkeit zum Exploiten bietet.

HUDs schon immer mit Imageproblem

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Bei GGPoker gibt es das "SmartHUD"

Meine eigene Meinung zu HUDs von Drittanbietern hat sich über die Jahre geändert. Ich habe sie nie als Betrug angesehen, weil für mich das Argument gilt, dass man umso schlechter an einzelnen Tischen agiert, umso mehr Tische man gleichzeitig spielt. Ein Spieler mit einer Winrate von 4BB/100 an einem Tisch wird vermutlich auf 2BB/100 an acht Tischen absacken. Ein HUD verringert somit nur den Nachteil, den man sich selbst mit einem hohen Spielvolumen auferlegt, statt Einblicke in das gegnerische Spiel zu geben, die man sonst nicht hätte.

Trotz dessen denke ich, dass Poker besser dastehen würde, wenn Drittanbieter-HUDs kein Teil davon wären. Der Grund ist schlichtweg das Bild nach außen, das man liefert. Ich weiß, dass sie keinen Betrug darstellen, weil ich jahrelang mit Online-Poker zu tun habe. Ein Spieler, der jedoch neu über Poker stolpert und sich an die Tische wagt, bei dem sein eigenes Geld auf dem Spiel steht, dürfte beim Anblick manch eines HUDs schnell den Aluhut griffbereit haben. Abschreckend wirken die Anzeigen also allemal.

Ich persönlich bin aktuell bei Unibet, partypoker und GGPoker unterwegs. Auf allen drei Seiten sind Drittanbieter-HUDs nicht erlaubt. Die Gründe für meine Raumwahl sind vielfältig, ein wesentlicher ist jedoch, dass ich damit rechne, dass die meisten Anbieter irgendwann komplexe HUDs verbieten werden, entsprechend will ich mir einen Vorsprung beim Spiel ohne erarbeiten.

Das Stigma von HUDs beseitigen?

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Komplexe HUDs wirken abschreckend auf Spieler ohne Erfahrung

Nicht alles ist rosig beim Spiel auf Pokerseiten ohne HUDs. Es gibt ein stichhaltiges Argument, dass ein Verbot von HUDs bei großen Anbietern mit für den Aufstieg von GTO Poker gesorgt hat. Wenn man die gegnerischen Stats nicht exploiten kann, kann man eine Vielzahl an Tischen schlichtweg nur profitabel spielen, wenn man sich vollends einem exploitbaren Spielstil entledigt.

Ein HUD spielt nicht wirklich eine Rolle, wenn man nach dem spieltheoretischen Optimum agiert. Es wäre sogar eine Ablenkung davon. Es gibt also ein plausibles Argument, dass bei Seiten ohne HUD auf den höheren Stakes näher am Optimum agiert wird.

Integrierte HUDs könnten also der richtige Weg sein. Man verhindert eine mögliche schlechte Außendarstellung für das Spiel, gibt den Spielern jedoch eine kleine Hilfe mit an die Hand, um den Gegner zu exploiten. Hobbyspielern werden vielleicht sogar zum ersten Mal mit HUDs konfrontiert und realisieren vielleicht so auch, dass HUDs beim Online-Poker eigentlich kein Teufelszeug sind.

Haltet ihr integrierte HUDs für eine sinnvolle Idee? Wir freuen uns auf eure Kommentare!