Bounty Jackpot: Wie das eigene PKO-Spiel anpassen?
Wir werfen einen Blick auf den Hybrid von PKOs und Mystery Bountys bei GGPoker. Ist der Erfolg vorprogrammiert? Und welche strategischen Anpassungen muss man vornehmen?

Mystery-Bounty-Turniere erfreuen sich in der Live-Pokerszene großer Beliebtheit und auch beim Online-Poker hat das Format mittlerweile Einzug gefunden. Vor allem GGPoker und 888poker haben bereits zahlreiche Mystery Bountys an den virtuellen Tischen ausgetragen und insbesondere der Marktführer beweist seinen nimmermüden Innovationsdrang.
So hat GGPoker auch ein Turnierformat entwickelt, das den Reiz von Mystery Bountys in die mittlerweile zum Standardrepertoire gehörenden PKOs integriert: die sogenannten Bounty-Jackpot-Turniere. Auf den ersten Blick erscheint das Format wie ein gewöhnliches PKO, allerdings wird mit einem Teil der Knockout-Bountys ein globaler Jackpot aufgebaut.
Bei einem von 100 Knockouts gewinnt der Spieler neben dem Standard-Kopfgeld zusätzlich einen Teil des Bounty Jackpots. Mit einer Chance von 75% beträgt der Gewinn 0,6% des Jackpots, doch in einem von 50.000 Fällen wird der gesamte Jackpot ausgeschüttet – der bis zu $1 Million betragen kann!
Wer in einem gewöhnlichen $20-PKO einen Gegner eliminiert, kann sofort ein Kopfgeld von $5 einstreichen, wobei das eigene Bounty um $5 erhöht wird. In einem Bounty Jackpot wird die Kopfgeldprämie derweil von $5 Dollar auf $3,50 reduziert und die Differenz von $1,50 landet im Jackpot.
Ein progressiver Jackpot für MTTs
Bei dem Format fällt das Kopfgeld in den meisten Fällen also geringer aus, dafür hat man jedoch die Chance ein Jackpot-Preisgeld zu gewinnen, das die möglichen Kopfgelder um ein Vielfaches übersteigt. Schalten wir in einem $20 Bounty-Jackpot-Turnier einen Gegner aus, dessen Kopfgeld $5 beträgt, haben wir beispielsweise die Chance, auch $100 zu gewinnen – und natürlich die einmalige Chance auf die Millionensumme.
Das erinnert natürlich stark an den Anreiz von Spin & Gos oder Tischen mit Bad Beat Jackpot, entsprechend wird das Format meiner Meinung nach bei Freizeitspielern immer mehr an Beliebtheit gewinnen, besonders wenn der Jackpot auf eine erhebliche Summe angewachsen ist. Und so wird es zwangsläufig auch interessant für ambitionierte Spieler. Bevor man sich aber in den Bounty-Jackpot-Grind stürzt, sollte man ein paar strategische Anpassungen überdenken, die das Format zwangsläufig fordert.
Die Jackpot-Gebühr als Rake betrachten

Eine allgemeine strategische Anpassung sollte darin bestehen, tighter als in gewöhnlichen PKOs zu spielen. Im Falle des $20-Turniers als Beispiel beträgt das Kopfgeld nur noch $3,50 statt $5. Dafür können wir in einem von 100 Fällen mit einem Jackpot-Preis rechnen und in einem von 50.000 Fällen mit dem Gewinn des gesamten Jackpots.
Ich denke, es ist vernünftig, die erheblichen Glückstreffer zu vernachlässigen, das heißt also erst einmal konkret: In 99 von 100 Fällen fällt das Kopfgeld kleiner aus als in einem gewöhnlichen PKO. Selbst wenn man das Glück hat einen Jackpot-Preis zu gewinnen, beträgt dieser nur einen kleinen Teil des gesamten Jackpots.
In meinem Buch PKO Poker Strategy wurden bereits strategische Anpassungen für PKO-Turniere vorgestellt. Hierbei beschreibt eine Methode, inwieweit eine Erweiterung der Range angemessen ist, besonders bei der Jagd auf Spieler mit kleineren Stacks. Da bei Turnieren mit Bounty Jackpot die Kopfgelder aber kleiner ausfallen als bei PKOs, sollte die Erweiterung der Range um ein entsprechendes Maß zurückgefahren werden.
Am besten man behandelt das Geld, das in den Bounty Jackpot fließt, als reinen Gamble und/oder zusätzlichen Rake, dann wird man auch nicht enttäuscht. Dessen ungeachtet kann sich das Turnierformat insgesamt als sehr profitabel erweisen, da viele Freizeitspieler von der Chance auf den Jackpot angelockt werden. Gut möglich, dass man Zeuge von vielen zu aggressiven Spielzügen wird, was gerade dafür spricht eine tightere Strategie als bei herkömmlichen PKOs zu verfolgen.
Wie findet ihr das Bounty-Jackpot-Format? Wir freuen uns auf eure Kommentare!