Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Ist der Glücksfaktor bei Mystery Bountys zu hoch?

Während in Barcelona das Cuatro-Bounty-Format seine Premiere feiert, stellen wir uns die Frage, ob die hohe Varianz bei den klassischen Mystery Bountys noch gerechtfertigt ist.

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Top-Bounties sorgen für virale Momente

In derselben Woche, in der WPT Global die Mystery Bounties einführte, präsentierte die European Poker Tour ebenfalls ein neues, innovatives Format. 

Beim Cuatro Bounty ist jede Eliminierung 100% des Buy-ins wert, allerdings beginnt die Bounty-Phase erst, wenn nur noch 25% der Teilnehmer übrig sind.

Ähnlich wie bei den Mystery Bountys kommen die Kopfgelder erst in den späteren Phasen des Turniers ins Spiel und sind dadurch deutlich wertvoller als beispielsweise zu Beginn eines PKOs. Im Gegensatz zu einer Mystery Bounty gibt es jedoch keine Varianz beim Wert der Bounty, denn jede Eliminierung ist gleich viel wert.

Gleiches Format, weniger Varianz? 

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Eine ähnliche Variante wurde bei Dusk Till Dawn getestet (Klicken zum Vergrößern)

Vermutlich wurde dieses neue Format ins Leben gerufen, weil sich einige Spieler über die ausufernde Varianz bei Mystery-Bountiy-Turnieren beschwert haben. Diese Kritik ist durchaus nachvollziehbar, denn das Top-Bounty kann bei diesem Format durchaus mehr wert sein als der spätere Turniersieg.

Das soll nicht heißen, dass es bei Turnieren keine Varianz gibt, doch generell gilt: Je weiter man in einem Turnier kommt, desto stärker die verbleibende Konkurrenz. 

Die Aussicht, ein komplettes Buy-in zurückzugewinnen, spricht vor allem diejenigen an, die es leid sind, selbst nur kleine Kopfgelder zu gewinnen, während andere vom Glück gesegnet den großen Jackpot ziehen. Auch aus ökonomischer Sicht bringt dieses Format Vorzüge mit sich, da die Auszahlungsstruktur in solchen Turnieren deutlich flacher ausfallen wird.

Der Ast, auf dem man sitzt

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Mystery-Bounty auf WPT Global

Meiner Meinung nach könnte sich dieses Format durchaus bewähren, vor allem bei mittelgroßen Events, bei denen man nicht mit einem lebensverändernden Einzel-Bounty die Werbetrommel rühren kann. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Mystery Bounty weiterhin das Maß aller Dinge bleibt. Die Leute lieben das Risiko und den Nervenkitzel, ein enormes Bounty gewinnen zu können. Auch für die Veranstalter sind Mystery-Bounty-Turniere ein Segen, da sie sich praktisch von selbst vermarkten, indem sie jedes Mal für virale Momente sorgen, wenn der Top-Preis entgegengenommen wird. 

Es kann nicht oft genug betont werden: Ohne die Varianz würde Poker seinen Reiz verlieren. Auch schwächere Spieler müssen die Möglichkeit haben, große Beträge zu gewinnen. Genau deshalb erfreuen sich Mystery-Bounty-Turniere einer solchen Beliebtheit.

Der einzige Verbesserungsvorschlag, den ich für das Format habe, stammt vom Irish Poker Tour-Chef Fintan Gavin, der sich dafür ausspricht, dass ein großes Bounty für den Final Table zurückgehalten wird. Auf diese Weise bleibt es für alle Beteiligten bis zum Ende spannend. Im Allgemeinen lebt Poker doch von der Varianz, und der Versuch, sie zu reduzieren, könnte am Ende mehr schaden als nutzen. 

Ist der Glücksfaktor bei Mystery Bountys angemessen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!