Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Glücksspielexperte Prof. I. Nelson Rose kommentiert Vorwürfe gegen Pokeranbieter

Professor Nelson Rose, ein in den USA bekannter Glücksspielexperte, hat zu den Entwicklungen in den USA bezüglich des Vorgehens und der Vorwürfe gegen die Pokerseiten FullTiltPoker.com, PokerStars.com und AbsolutePoker einen interessanten Artikel in seinem Blog veröffentlicht.

In diesem Blog geht er unter anderem auf die in diesem Fall anwendbaren US-Gesetze ein und stellt klar, dass der Wire Act hier nicht anwendbar sei, da er sich nur auf Wetten auf Sportevents beziehe. Aus diesem Grund stütze man sich bei den Vorwürfen gegen die Pokeranbieter auch auf sog. Bankbetrug, Geldwäsche und die Bestechung von Banken.

Bezüglich des weiteren Ablaufs rechnet er zwar damit, dass es zu einem Gerichtsverfahren kommen wird, jedoch nicht, dass die übrigen Angeklagten vor einem Gericht erscheinen werden.

Eine Auslieferung der Angeklagten an die USA könne nur erfolgen, wenn es sich bei den vorgeworfenen Taten um Handlungen handle, die sowohl in den USA als auch in dem Auslieferungsland mit Strafe bedroht seien.

Lediglich zwischen Hong Kong und den USA bestehe ein Auslieferungsabkommen, welches eine Auslieferung wegen "illegalen Glücksspiels" vorsehe. Auch alle anderen Taten, die den Angeklagten vorgeworfen werden, resultieren seiner Meinung nach letztlich alle aus dem Vorwurf des illegalen Glücksspiels.

Auch eine außergerichtliche Einigung ist nach Meinung von Nelson Rose eher unwahrscheinlich, da das US-Justizministerium höchstwahrscheinlich auf einem Schuldeingeständnis der Angeklagten bestehen würde. Damit sei es jedoch nahezu ausgeschlossen, dass ein solcher Anbieter jemals eine Lizenz in der USA erlangen könne, sollte das US-Recht zukünftig Online Poker zulassen.

Die weiteren Entwicklungen in dem Verfahren sind somit ungewiss.