Ray Bitar stellt sich den US-Behörden [Update: Neue Anklage eingereicht]
Die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York hat bestätigt, dass Ray Bitar aus Irland zurückgekehrt ist und sich gestellt hat. Eine angeblich von Bitar stammende Email scheint außerdem den Verkauf des Unternehmens an PokerStars zu bestätigen.
Ray Bitar, CEO von Full Tilt Poker, ist laut dem EGR Magazine aus Irland in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt, um sich dort den Ermittlungen des Staatsanwalts des Southern District of New York zu stellen.
Diese Nachricht wurde zuerst in einem Post bei 2+2 von dem selben anonymen User veröffentlicht, der auch die Gerüchte über die Full Tilt-Übernahme durch PokerStars bekannt machte.
Die veröffentlichte, angeblich von Bitar stammende, Email liest sich wie folgt:
"An alle Mitarbeiter in Dublin,
Sie haben wahrscheinlich schon gehört, dass ich in die USA zurückgekehrt bin, um mich dort in New York dem mich erwartenden Zivil- und Strafprozess zu stellen. Wir alle haben in den vergangenen 15 Monaten hart daran gearbeitet, die Vermögenswerte und das Potential von Full Tilt Poker zu erhalten, um so eine Rückzahlung aller Spielerguthaben zu ermöglichen. Dieses Ziel hat auch weiterhin höchste Priorität. Es ist wichtig wie nie, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses Ziel zu erreichen und hoffentlich gelingt uns dies schon bald durch einen erfolgreichen Vertragsabschluss mit PokerStars. Meine Rückkehr in die USA ist ein Teil dieses Prozesses.
Ich bin Ihnen allen hier in Dublin in besonderem Maße für Ihre harte Arbeit, Ihre Geduld und Ihr Verständnis in dieser schweren Zeit dankbar. Ich bin der Meinung, dass Ihre Anstrengung und Hingabe nicht unerwähnt bleiben sollen und so haben wir bereits mit PokerStars eine Vereinbarung bezüglich der Gehälter für den Monat Juli getroffen. Sie sollten sich daher in diesem Zeitraum keine Sorgen über Ihren Arbeitsplatz machen. Im Anschluss daran gehen wir im Moment davon aus, dass der Käufer der Vermögenswerte des Unternehmens Ihre Arbeitsverträge übernehmen wird.
Falls sie mich persönlich erreichen wollen werde ich ab Montag Abend New Yorker Zeit weiterhin per Email oder telefonisch erreichbar sein.
In der Zwischenzeit wenden Sie sich bitte mit allen betrieblichen Angelegenheiten an [Name entfernt] und in Personalfragen an [Name entfernt].
Vielen Dank.
Beste Grüße,
Raymond J Bitar"
Update - 3. Juli: Neue Anklage eingereicht
Die ursprüngliche Anklage vom Black Friday gegen Bitar umfasste insgesamt fünf Anklagepunkte. Zwei bezogen sich auf Verletzungen des Unlawful Internet Gambling Enforcement Act, darüber hinaus wurde Bitar das Betreiben eines illegalen Glücksspielunternehmens, Verschwörung zum Bankenbetrug und Verschwörung zur Geldwäsche vorgeworfen.
Die neue Anklage gegen Bitar beinhaltet nun insgesamt neun Anklagepunkte. Die fünf ursprünglichen Vorwürfe und vier neue Anklagepunkte, die sich auf die fehlenden Gelder beziehen, die Full Tilt-Spielern nach wie vor geschuldet werden. Drei der vier neuen Anklagepunkte stehen in Zusammenhang mit Überweisungsbetrug, hinzu kommt ein weiterer Geldwäschevorwurf.
Die neue Anklageschrift gegen Bitar im Original (PDF)
Zu der neu eingereichten Anklage äußerte sich Bitar gegenüber den Medien wie folgt:
"Heute bin ich freiwillig aus dem Full Tilt-Headquarter in Irland in die USA zurückgekehrt, um den Anklagen gegen meine Person entgegenzutreten. Ich weiß, dass viele Leute äußerst sauer auf mich sind. Ich verstehe warum. Full Tilt hätte niemals in eine Position kommen dürfen, in der man nicht in der Lage war, die Spielergelder auszuzahlen. Innerhalb der letzten 15 Monate habe ich mit vollem Einsatz an möglichen Lösungen gearbeitet, damit die Spieler ihr Geld wiederbekommen. Meine heutige Rückkehr in die USA ist Teil dieses Prozesses. Ich denke, dass wir uns dem Ende einer sehr langen Straße nähern - und ich werde weiterhin alles Notwendige tun, damit die Spielergelder zurückgezahlt werden. Ich hoffe, dass es bald dazu kommen wird."
PokerStrategy.com wird euch über neue Entwicklungen in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden halten.