"Warum wir uns für ein $51k WCOOP High Roller entschieden haben"
Wir sprechen mit Matthew Hilger über das neue Highroller-Event. Er ist einer der Köpfe hinter dem diesjährigen Turnierplan der WCOOP.

Wie die Pros ihre Reisen und ihren Terminplan um die WCOOP betten erinnert schon fast an ein Live-Event der EPT. Bedenkt ihr dies, wenn ihr die großen Online-Festivals plant?
Matthew Hilger: Absolut. Ein Teil des Jobs ist es, sich die Schedules der beliebten Events anzuschauen, die alle professionellen Spieler spielen wollen und diese erstrecken sich fast über das ganze Jahr. Egal ob Online- oder Live-Spieler, alle wollen an der WCOOP und SCOOP teilnehmen. Natürlich haben wir auch viele Spieler aus den Staaten, die ihre Reiseroute planen müssen und viele von ihnen Suchen ihr Ziel extra so aus, dass die Zeitzone optimal an die Turnierstarts angepasst ist.
Die SCOOP ist so etwas wie ein Warm-up für die WSOP und die WCOOP ist das virtuelle Pendant zur WSOP. Beeinflusst der Turnierplan der WSOP auch den der WCOOP?
Matthew Hilger: Wenn wir planen, ist es schwer für uns zu sehen, was bei der WSOP besonders erfolgreich war, denn meistens läuft die WSOP dann noch. Aber alle Vorgänge in der Pokerwelt beeinflussen die WCOOP. Sie ist jedes Jahr die prestigeträchtigste Onlineserie der Welt und natürlich schauen wir auf die Trends, um die WCOOP modern zu halten. Dieses Jahr ist das Ergebnis das 51k-Event. Der Einfluss der 'Super High Roller' in den letzten Jahren brachte dies zur Geltung und wir kommen der Nachfrage für solch ein Event nach.
Die WCOOP besitzt immer einen facettenreichen Schedule, welcher alle Formate abdeckt. Wie findet ihr die Balance zwischen Vielfalt und dem, was die Massen wollen (z.B. No-Limit)?
Matthew Hilger: Die drei verschiedenen Buy-in-Level der SCOOP machten sie sehr beliebt und sie ist unser größtes Event des Jahres, wenn es um Teilnehmerzahlen und die Höhe der Preispools geht. Die SCOOP ist also am größten, die WCOOP hingegen am renommiertesten, hier gibt es also Unterschiede. Wenn wir auf den Schedule der WCOOP gucken, wollen wir also vor allem das Prestige der Serie wahren. Das bedeutet auch Events zu bieten, die nicht immer massenkompatibel sind. Turbo- und KO-Events sind ein großer Teil des normalen Turnierplans, jedoch nicht der primäre Fokus der WCOOP. Natürlich bieten wir solche Events an, bei der WCOOP geht es aber mehr um Champions und Ansehen.
"Das ist unbekanntes Territorium"

Die Super-Highroller-Szene floriert, eine Garantie von $1 Million für das '$51.000 High Roller'-Event klingt jedoch recht konservativ. Ist es also nahezu unmöglich zu bestimmen, wie groß das Teilnehmerfeld sein wird?
Matthew Hilger: Wir wissen immer noch nicht genau, wie hoch die Nachfrage sein wird. Wir haben viele Spieler auf unserer Seite gefragt, die an solch einem Event interessiert sein könnten und das Feedback war sehr positiv. Wir begeben uns hier wirklich auf unbekanntes Territorium. Wir haben in der Vergangenheit einige Heads-up-Events für 25k veranstaltet, ein Turnier für 51k ist für uns jedoch völliges Neuland. Ich bin mir nicht sicher, wie viele es am Ende seien werden und wenn man bei uns im Büro fragt, so bekommt man viele unterschiedliche Erwartungen zu hören.
Die meisten spielen online niedrigere Stakes als live. Dieses Event scheint schon fast wie ein Live-Event. Werden die Spieler ihr herkömmliches Bankroll-Management also einfach über Bord werfen?
Matthew Hilger: Es ist ein einmaliges Event. Leute, die heute noch behaupten nicht daran teilzunehmen, könnten mit dem Näherkommen des Termins plötzlich doch vom Ehrgeiz gepackt werden. Wir haben auch über eine höhere Summe als 51k diskutiert, aber wir wollen erst einmal abwarten wie es läuft und dann sehen, was in Zukunft passiert. Erwähnenswert ist, dass wir einen '25.000 FPP VIP Club Bash' planen. Dabei erhält der Erste einen Platz im Main Event. Es wird dazu einige FPP-Satellites geben. Wenn die Bankroll also das Problem ist, gibt es dennoch einen Weg ins Event.
"Dieses Event wird groß auf Twitch"

Die Super-Highroller-Turniere sind schon länger beliebt. Warum habt ihr euch nicht schon vor ein paar Jahren dafür entschieden?
Matthew Hilger: Die Beteiligung wird nicht riesig, der Wert liegt jedoch im Event selbst. Die heutigen technologischen Möglichkeiten begünstigen ein solches Event. Mit dem Aufstieg von Twitch wurde das Zuschauen bei Online-Events viel attraktiver als noch vor zwei Jahren. Wir hoffen, dass jeder in der Poker-Community in der Lage ist, an diesem Event teilzunehmen. Egal ob als Zuschauer im Stream oder an den Tischen.
Twitch hat Online-Events wie die WCOOP wirklich zu einem potenziellen Zuschauersport gemacht.
Matthew Hilger: Wenn man auf den Schedule guckt, so sieht man drei Drei-Tages-Events. Das erlaubt uns, den Final Table zeitlich ziemlich genau bestimmen zu können. So können die Leute ihren Tag planen, wenn sie diesen sehen wollen. In der Vergangenheit konnte das Main Event der WCOOP bis sechs Uhr morgens laufen und niemand wäre mehr wach, um es zu verfolgen. Ein Teil der Änderungen waren also auch bessere Zuschauerzeiten
Wo wir gerade davon sprechen, das neue, zweitägige 'Weekender' sieht sehr interessant aus. Wolltet ihr damit den MTT-Grindern die Planung ihres Schedules erleichtern?
Matthew Hilger: Es ist eine aufregende Ergänzung zum Haupt-Schedule. Wir wollen Samstage bei den Online-Pokerspielern beliebter machen und das ist der erste Schritt in diese Richtung. Es ist schwer ein Turnier zu schaffen, das jedem passt. Mir selbst hat das stundenlange Spielen immer missfallen. Nun haben wir die Technologie für solche Typen von Turnieren und wollen sie nutzen. Das erste Event der WCOOP ist ein Phased Tournament. Je mehr wir uns in die Schedules der Leute integrieren können, desto besser ist es für alle.
Danke Matthew, viel Glück mit der WCOOP.
Wie viele Spieler werden am $51.000-Event teilnehmen? Werdet ihr selbst zuschauen? Schreibt es uns in die Kommentare.