"Bei PLO kann man immer noch Geld machen" - Interview mit GodLikeRoy
Wir haben uns mit dem PokerStrategy.com-Coach und Team PokerStars Online Pro Roy "GodLikeRoy" Bhasin über alles rund um das Thema Pot-Limit Omaha unterhalten.
Roy Bhasin ist ein Online-Pokerpro aus Sydney, Australien, der seinen Lebensunterhalt in erster Linie mit Pot-Limit Omaha verdient. Roy hat schon einige Omaha Lehrvideos für PokerStrategy.com produziert und durch das Grinden an den Cash-Tischen erreichte er schon mehrere Male den SuperNova Elite-Status bei PokerStars.eu (PokerStars.com für Spieler aus Österreich und der Schweiz) und wurde Mitglied des Team PokerStars Online.
"Bei PLO kann man immer noch Geld machen"
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| Roy Bhasin |
PokerStrategy.com: Schon seit mehreren Jahren hört man immer wieder, dass PLO die Variante ist, bei der man viel Geld verdienen kann. Aber das ist doch bestimmt nicht mehr so einfach, wie die Leute behaupten?
GodLikeRoy: Bei PLO kann man immer noch Geld machen. Wird es schwieriger? Natürlich, aber da das Spiel so komplex und ungelöst ist wird noch eine Menge Zeit vergehen, bis es sich in Sachen Toughness auf demselben Niveau wie zum Beispiel LHE und NLHE befindet.
PokerStrategy.com: Was ist der größte Fehler, den du bei PLO-Regs siehst?
GodLikeRoy: Den größten Fehler, den Regs machen... hmmm. Das ist schwierig zu sagen, denn es gibt soviele Spielertypen und Spielstile mit denen man Winning Player sein kann.
Ich würde sagen, dass der größte Fehler nicht so viel mit deren Spiel an sich zu tun hat. Vielmehr ist es so, dass sie alles andere nicht besonders ernst nehmen: Bankroll Management, Tilt Management, gesunde Ernährung, das Lernen und das Arbeiten am eigenen Spiel usw.
PokerStrategy.com: Mit wieviel Buy-ins sollte ein ernsthafter PLO-Spieler anfangen?
GodLikeRoy: Das ist immer eine schwierige Frage, denn es hängt davon ab, welche Stakes gespielt werden und ob die Möglichkeit besteht, die Bankroll wieder aufzufüllen, falls sie kleiner wird. Es kommt außerdem darauf an, welches Ziel der Spieler hat.
Ich behaupte aber, dass alles unter 50 Buy-ins einfach lächerlich ist und selbst 100 sind bei diesem Spiel nicht wirklich viel. Ich habe Graphen von Spielern gesehen, die 200, 300 oder sogar 400 Buy-ins unter EV runnen.
Die Varianz macht dich krank und du kannst dich garnicht genug darauf vorbereiten. Noch besser ist es, einen Plan zu haben bei dem man niedrigere Limits spielt, falls man unter einen bestimmten Grenzwert fällt. Außerdem sollte man immer in Partien spielen, bei denen man auch wirklich Gewinner sein kann. Wenn ich jetzt pauschal eine Zahl nennen müsste, würde ich sagen mindestens 100, bevorzugt 150.
"Die Swings bei PLO sind verrückt"
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| Bei PLO sind die Swings viel größer |
PokerStrategy.com: Wie gehst du mental mit den Swings bei PLO um? Wie groß ist da der Unterschied zu Hold'em?
GodLikeRoy: Es ist verrückt, wie viel größer die Swings bei PLO im Vergleich zu NLHE sind. Das Gewinnen/Verlieren von 20-30 Buy-ins in einer Session ist für die meisten Spieler nichts ungewöhnliches und Swings von 10 Buy-ins hoch/runter in nur wenigen Minuten sind Standard.
Um mit diesen Swings umzugehen, arbeite ich an den mentalen Aspekten meines Spiels. Ich versuche meine Emotionen damit zu verknüpfen wie gut oder schlecht ich spiele - und nicht damit, wie gut oder schlecht ich runne.
Dadurch kommt es garnicht darauf an, welche Ergebnisse ich erziele - selbst wenn ich 50 Buy-ins verliere kann ich immer noch erhobenen Hauptes den Tisch verlassen, solange ich weiß, dass ich gut gespielt habe. Denn mir ist klar, dass ich auf lange Sicht Geld verdiene wenn ich weiterhin gut spiele. Das Geld kommt dann von ganz allein irgendwann später.
Falls ich jedoch schlecht spiele, bin ich mir selbst gegenüber sehr streng und das beeinflusst mich dann schon - selbst, wenn ich eine Winning Session/Woche verbucht habe. Das ist gut und schlecht zugleich: Auf der einen Seite kann eine einzelne Hand so auch meine Stimmung abseits der Tische beeinflussen, was schlecht ist. Andererseits führt es aber auch dazu, dass ich mein Spiel und meine Herangehensweise genau unter die Lupe nehme und es motivert mich das nächste Mal besser zu spielen.
PokerStrategy.com: Wie viel FLO8 und/oder PLO8 spielst du? Sind das die Varianten, bei denen man in Zukunft Geld verdienen kann?
GodLikeRoy: Momentan spiele ich nicht besonders viel, doch es gab eine Phase in der ich diese Varianten in einem erheblichen Umfang gespielt habe. Heutzutage ist das normalerweise nur während WCOOP/SCOOP/TCOOP der Fall.
Ich denke schon, dass man bei diesen Spielen eine Menge Geld machen kann. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das an PLO herankommt - zumindest nicht, solange PLO nicht die Hauptvariante ist und Hold'em der Vergangenheit angehört - falls das überhaupt irgendwann passieren sollte.
Es ist allerdings von großem Vorteil FLO8 zu können, denn bei Mixed Games kommt es immer wieder vor und außerdem ist es interessant und macht eine Menge Spaß.
PokerStrategy.com: Gibt es bei FLO8/PLO8 größere Unterschiede zu PLO, als die meisten Leute denken?
GodLikeRoy: Ja, FLO8 und PLO8 sind im Vergleich zu PLO ziemlich unterschiedlich. Schon alleine zwischen FLO8 und PLO8 gibt es unheimlich große Unterschiede. Selbstverständlich gibt es auch Gemeinsamkeiten: Du bekommst vier Karten und musst zwei aus deiner Hand und drei vom Board verwenden. Da hört es dann aber schon auf.
Du brauchst für alle drei Varianten einen unterschiedlichen Ansatz. Du kannst PLO8/FLO8 nicht mit derselben Herangehensweise spielen wie PLO und dann davon ausgehen, dass es funktioniert.
"Die Quantität und Qualität des PLO-Lehrmaterials steigt"
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| Roy beim PLO-Grind auf PokerStars |
PokerStrategy.com: Wie bewertest du die Qualität der verfügbaren Informationen zu PLO im Vergleich zu NLHE zu diesem Zeitpunkt?
GodLikeRoy: Die verfügbaren Informationen zu PLO nehmen in Bezug auf Qualität und Quantitat zu, doch das ist noch lange kein Vergleich zu dem, was es für NLHE gibt.
Das Problem in Bezug auf die Qualität der Informationen bei PLO sind die vielen unterschiedlichen Ansichten und Herangehensweisen. Was "am besten" für die eine Person ist, muss nicht zwangsläufig genauso gut für jemand anderes sein (obwohl beide durchaus etablierte Winning Regulars sein können).
Es gibt gute Informationen, aber man muss wissen, wo man nach ihnen suchen muss.
PokerStrategy.com: Wie viel Zeit verbringst du damit, dein Spiel abseits der Tische zu verbessern?
GodLikeRoy: Ich habe da Phasen. Manchmal verbringe ich wochenlang ein bis zwei Stunden täglich damit an meinem Spiel zu arbeiten, zu anderen Zeiten veranschlage ich dafür gerade einmal 30 Minuten pro Woche. Die Ideallösung liegt da vermutlich irgendwo in der Mitte.
PokerStrategy.com: Wie sieht dieser Prozess genau aus? Studierst du Hände, postest du Hände, arbeitest du mit einem Coach?
GodLikeRoy: Das kommt ganz darauf an, an welchen Aspekten meines Spiels ich arbeiten möchte. Ich bin ein großer Fan davon immer wieder Equity-Simualtionen laufen zu lassen, damit ich mir die Details bestimmter Spots richtig einprägen kann.
Ich studiere auch Hände und Lines und diskutiere Dinge mit anderen Spielern, die in ähnlichen Spielen zu Hause sind. Dadurch gelingt es mir, mein Spiel aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Außerdem arbeite ich mit jaredtendler an der mentalen Seite meines Spiels. Das hat mir dabei geholfen Leaks zu erkennen, die mir überhaupt nicht bewusst waren. Ebenso arbeite ich mit ihm aber auch an den Leaks, die mir vorher bekannt waren.
Seht euch GodLikeRoys PLO Videos an:
• Climbing the ranks in Pot Limit Omaha Free
• PLO Shallow Stacks Platinum+
• PLO 1k Live Session Diamond+


