Das Spiel im Kopf bei Beat the Clock
Wir setzen die Serie fort und wollen uns erneut die mentalen Aspekte und Facetten eines beliebten Formats für Freizeitspieler anschauen.
Ich habe schon oft geschrieben, dass ich der Überzeugung bin, dass Zeit für Freizeitspieler genau so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als Geld ist. Verlieren macht uns nichts aus, doch wenn wir verlieren, muss es zumindest Spaß gemacht haben und es darf sich nicht so anfühlen, als hätte man den ganzen Abend einfach verschwendet.
Man kann also nicht ignorieren, dass Beat the Clock den Ansprüchen der Hobbyspieler in dieser Hinsicht wie kaum ein anderes Format gerecht wird. Es ist ein fünfminütiges ZOOM-MTT mit 48 Spielern, wobei jeder Tisch 4-handed ist. Gestartet wird mit 12,5 Big Blinds und am Ende spielt ICM keine Rolle, man bekommt einfach den Wert des eigenen Stacks ausgezahlt (nach Abzug des Rakes).
Während dieser fünf Minuten bekommt man viele Hände zu sehen oder aber man bustet direkt. Wenn man also auf der Suche nach Action ist, wird man hier direkt reinkatapultiert.
Eine Pseudo-Bubble

Genau wie bei Spin & Go spielt man ein Pseudo-Cashgame, bei dem es vor allem um das Akkumulieren von Chips geht, nicht darum, Preissprünge zu überstehen (denn es gibt keine). Beide Formate sind shortstacked, damit füllte man eine Lücke, denn PokerStars und viele andere Seiten boten seit einigen Jahren nicht mehr die Möglichkeit, sich super short in Cashgames einzukaufen. Das Problem damals war, dass die Leute nach einem Double-up sofort den Tisch verließen, was bei Beat the Clock natürlich nicht möglich ist. Dafür kann man hier einen Gang zurückschalten und sich auf den Schutz des eigenen Stacks beschränken
Im Gegensatz zu Spin & Go handelt es sich jedoch nicht um ein Winner-takes-all-Format und zusätzlich gibt es eine Pseudo-Bubble. Man muss überleben, um ins Geld zu kommen und wie wir in der letzten Woche herausgefunden haben, ist dies - wie bei den BLAST-SNGs - schon ein kleiner Sieg für viele, auch wenn man am Ende down ist. Wenn es also wirklich eher ein Cashgame ist, sollte die sich anbahnende Bubble keinen Einfluss haben. Die richtige Entscheidung aus Minute 1 ist auch die richtige Entscheidung in Minute 5.
So funktioniert der menschliche Verstand jedoch nicht und man wird immer wieder Spieler sehen, die einen großen Stack schützen wollen oder in der letzten Minute anfangen mit einem kleineren Stack zu gamblen, obwohl es dafür keinen Grund gibt. Ich muss eingestehen, dass ich den letzteren Fehler selbst schon gemacht habe. Die Kombination aus Erfahrungen aus regulären MTTs und heruntertickender Uhr lässt einen einfach nervös werden.
Das Spiel im Spiel
Wie bereits angesprochen, ist auch hier das ‘Spiel im Spiel’ ein Grund dafür, warum diese Formate funktionieren. Hier ist es buchstäblich das Schlagen der Uhr. Freizeitspieler glauben 'gewonnen' zu haben, wenn sie die Uhr schlagen konnten. Es ist egal, ob sie dabei Geld verloren haben und genau deshalb werden viele spielerische Fehler begangen.
Wie bei Spin & Go ist der Schlüssel für ein gutes Mental Game bei dieser Variante das Alleinstellungsmerkmal außen vorzulassen. Bei den Spins sollte man immer gleich spielen, unabhängig vom Multiplikator. Bei Beat the Clock sollte man jede Hand wie immer spielen, egal was die Uhr sagt.
Ich mag Beat the Clock und ich möchte jedes Format unterstützen, welches die Zeit von Hobbyspielern wertschätzt. Die meisten unterhaltsamen Aspekte des Formats setzt Spin & Go jedoch einfach besser um. Die Stacks sind ähnlich, man muss Chips akkumulieren, es dauert nicht lange und man spielt ähnlich viele Hände. Spin & Go bietet aber zusätzlich noch die Möglichkeit auf den ganz großen Wurf.
Beat the Clock ist eigentlich schon zu schnell und Zugeständnisse in Hinsicht auf ein größeres Turnierfeld sowie eine längere Spieldauer (jedoch nicht zu lang) würden aus einem solchen Format wohl für Hobbyspieler als auch ambitionierte Spieler das Meiste rausholen.
Welches auf Freizeitspieler zugeschnittene Format soll ich im nächsten Artikel behandeln? Schreibt eure Vorschläge in die Kommentare.
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