Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Die 5 denkwürdigsten Final Tables des WSOP Main Events

Der Final Table des Main Events der WSOP 2011 startet kommendes Wochenende. Aus diesem Anlass haben wir einen Blick auf die vergangenen 41 Final Tables des Events geworfen und die 5 denkwürdigsten ausgewählt, die alle einen bleibenden Eindruck in der Poker-Geschichte hinterlassen haben.

Die 42-jährige Geschichte des World Series of Poker Main Events hat etliche unvergessliche Momente für die Spieler und Zuschauer hervorgebracht. Wir werfen einen Blick zurück und lassen die unserer Meinung nach 5 bemerkenswertesten Final Tables noch einmal Revue passieren.

5. 1997 - Stu Ungars Comeback & Abschied

Am 28. WSOP Main Event nahmen insgesamt 312 Spieler teil und es war der bisher einzige Final Table in der Main Event-Geschichte, der im Freien ausgetragen wurde. Der Star des Final Tables war zweifellos Stu "The Comeback Kid" Ungar, der schon 1980 und 1981 das Main Event der WSOP für sich entscheiden konnte.

Am ersten Tag tat sich Ungar zwar noch etwas schwer, doch dann kam der bis dato zweimalige Weltmeister in Fahrt und zeigte fortan hervorragendes, aggressives und furchtloses Poker. Er sammelte einen riesigen Chiplead an und die Buchmacher legten fest, dass seine Gewinnchancen höher waren als die der gesamten verbliebenen Spieler zusammen. Das ist in der Geschichte bisher einmalig und wird wahrscheinlich auch nie wieder passieren.

Ungar bestätigte die Einschätzungen der Buchmacher und ist bis heute der einzige Spieler, dem es gelang, 3 Main Event-Titel zu erringen (Johnny Moss hat zwar auch dreimal das Main Event gewonnen, allerdings im Jahre 1970 lediglich durch Abstimmung).

Unglücklicherweise war das Ungars letzter Auftritt beim Main Event der WSOP. Die geplagte Pokerlegende trat im Folgejahr nicht an, um seinen Titel zu verteidigen, und wurde im selben Jahr tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.


4. 1988 - Der 'Rounders' Moment

Der 19. Final Table des WSOP Main Events stand ganz im Zeichen des finalen Heads-Ups zwischen dem Titelverteidiger Johnny Chan und seinem Herausforderer Erik Seidel. Dieses Aufeinandertreffen zweier Legenden wurde auch im Kultfilm der Pokerszene "Rounders" verewigt.

Zu dieser Zeit hielten einige Leute Chans Sieg beim Main Event im Jahr zuvor noch für eine einmalige Sache, doch dieser ließ letztendlich all seine Kritiker verstummen und sicherte sich auf Kosten Erik Seidels seinen 2. WSOP Main Event-Titel in Folge.

Neben Chan und Seidel nahmen auch T. J. Cloutier (5.) und der "liebenswerte" Humberto Brenes (4.) an diesem damals noch 6-handed Final Table teil. Die Tatsache, dass im Laufe der Zeit drei der beteiligten Spieler in die Poker Hall of Fame aufgenommen wurden (Chan, Seidel und Cloutier), zeigt deutlich, wie hart die Konkurrenz am Final Table damals war.


3. 1989 - Der Rüpel stoppt den Orient Express

Nicht viele Leute kannten den Namen Phil Hellmuth, als dieser den Final Table des 20. WSOP Main Events erreichte. Der vorlaute Rüpel aus Wisconsin schaffte allerdings das, woran Erik Seidel im Jahr zuvor noch gescheitert war und stoppte den scheinbar unaufhaltsamen Johnny "The Orient Express" Chan.

Die gesamte Pokerwelt konzentrierte sich damals auf Chan, der sich bereits in den vergangenen zwei Jahren den Titel sicherte und mit einem dritten Sieg in Folge einen Rekord hätte aufstellen können. Als Chan zum dritten Mal nacheinander den Final Table des Main Events erreichte, wagten es nur wenige Zuschauer, gegen ihn zu wetten.

Nachdem die anderen 4 Spieler eliminiert waren, saßen sich im Heads-Up Chan und Hellmuth gegenüber. Der junge Emporkömmling überraschte alle und sicherte sich als bis dato jüngster Spieler den Main Event-Titel.

Das war der Anfang von Hellmuths eindrucksvoller Reise zu insgesamt 11 WSOP-Bracelets. Chan schaffte es bisher nie wieder an einen Final Table des WSOP Main Events, die 7 weiteren Bracelets, die er in den Jahren nach seiner Niederlage gegen Hellmuth noch gewann, sollten ihm allerdings genug Trost spenden.


2. 2008 - Die ersten November Nine

Das 39. WSOP Main Event markiert einen wichtigen Punkt in der Geschichte der World Series of Poker, da man sich entschloss, den Final Table auf November zu verschieben. Der Großteil der Poker-Community sah diese Entscheidung zwar kritisch, aber kaum jemand hatte sich die positive Wirkung vorstellen können, die eine Verschiebung des Final Tables auf das weltweite Image und die Anziehungskraft des Spiels hatte.

Die Stars des damaligen Final Tables passten perfekt in das Konzept der Organisatoren. Der anfängliche Chipleader Dennis Phillips war bodenständig, aufgeschlossen und ein perfekter Botschafter des Spiels. Auch die weiteren November Niner waren perfekt geeignet, um bei einer breiteren Masse von Leuten Begeisterung für das Spiel zu entfachen: Der ruhige Online-Pro Peter Eastgate aus Dänemark, Schachmeister Ylon Schwartz, der kontroverse Chino Rheem und der Russe Ivan Demidov, der mit seinem 3. Platz bei der WSOPE während der Pause für viel Aufsehen sorgte, bescherten Poker weitere weltweite Popularität.

Am Ende konnte sich Peter Eastgate den Titel sichern und löste zu diesem Zeitpunkt Phil Hellmuth als jüngsten Sieger in der Geschichte des Main Events ab. Der Final Table 2008 stellte in gewisser Weise auch eine Wachablösung dar, denn seit Eastgates Triumph ist das Main Event eine Domäne für junge Spieler geworden, die ihre Karrieren mit Online-Poker begannen.


1. 2003 - Chris Moneymaker sorgt für den Poker-Boom

Chris Moneymakers Triumph beim 34. WSOP Main Event markiert den Punkt, an dem Poker schlagartig in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit rückte. Der Sieg des damaligen Amateurs war eine riesige Überraschung, denn der Final Table war gespickt mit erfahrenen Profis und niemand glaubte, dass der bis dato unbekannte Moneymaker auch nur den Hauch einer Chance hätte.

Moneymaker machte seinem Namen jedoch alle Ehre, denn eine Investition in Höhe von $39 für ein Satellite-Turnier auf PokerStars verwandelte er letzten Endes in beachtliche $2,5 Millionen. Dies sorgte dafür, dass Leute auf der ganzen Welt das Spiel für sich entdeckten und fortan träumten Millionen von Spielern vom großen Coup. Das spiegelte sich auch in den zukünftigen Teilnehmerzahlen des Main Events wider: 2004 versuchten im Vergleich zu 2003 dreimal so viele Spieler ihr Glück, 2006 hatte sich die Anzahl bereits verzehnfacht.

Es war allerdings kein leichter Sieg für Chris Moneymaker, da er sich gegen hoch geachtete Profis wie Sammy Farha, Dan Harrington und Amir Vahedi durchsetzen musste. Am Ende des Final Tables stand der bescheidene Buchmacher aus Atlanta dem geschwätzigen und im Libanon geborenen Sammy Farha gegenüber.

Das Heads-Up entwickelte sich beinahe zum klassischen Kampf zwischen Gut und Böse oder David gegen Goliath, an dessen Ende der Außenseiter entgegen allen Erwartungen triumphierte. Moneymaker behielt die Nerven, wich nicht von der Stelle und setzte seinen viel erfahreneren Gegner unter Druck. Zum entscheidenden Moment kam es, als Moneymaker ein großer Bluff mit King-High gelang - und wie man so schön sagt: Der Rest ist Geschichte.



Wir hoffen, dass euch unsere kurze Tour durch die Poker-Geschichte gefallen hat und ihr zufrieden mit unserer Auswahl der 5 denkwürdigsten Final Tables des WSOP Main Events seid. Eventuell vermisst ja der ein oder andere seinen persönlichen Favoriten in unserer Liste. Falls dem so ist, zögert nicht die Kommentarfunktion zu nutzen und teilt uns eure Favoriten und die Gründe mit.