Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Die verschiedenen Arten von Risiko

Zwischen Pokerspielern und Investoren gibt es viele Parallelen, daher ist es wichtig zu verstehen, welche Risiken es bei Anlagen gibt und wie sie sich auch beim Poker zeigen können.

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Ich habe vor einer Weile einen Podcast über Finanzen gehört, in dem es um die verschiedenen Arten von Risiken ging, denen Anleger ausgesetzt sind. Er richtete sich an Hörer, die in den Aktienmarkt investieren, aber auch für mich war es interessant, da es zwischen der Finanzwelt und Poker einige Parallelen gibt.

Fast alle Arten von Risiken, die Menschen eingehen, die zum Beispiel in den DAX investieren, sind auch die Risiken, mit denen Pokerspieler täglich konfrontiert werden, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht.

Ich dachte, es ist sinnvoll, alle hier aufzulisten und darauf einzugehen, was meiner Meinung nach die Parallelen zum Poker sind. Wahrscheinlich ist es ratsam, jeden Aspekt des Pokerspiels durch die Brille eines Investors zu betrachten – und sei es nur, weil dies mit einem Element des langfristigen Denkens und der Professionalität einhergeht.

Eigenkapitalrisiko

Das ist das offensichtlichste Risiko mit Blick darauf, ob die eigene Investition einen Gewinn oder einen Verlust abwirft. Die eindeutige Parallele zur Pokerwelt ist hier das eigene Können und ob man damit langfristig gewinnen oder verlieren wird.

Geschäftsrisiko

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Ähnlich wie beim Eigenkapitalrisiko geht es hier um die Rentabilität der Unternehmen, in die man investiert. Der Schwerpunkt liegt aber auch auf allen anderen Aspekten des Unternehmens, die über das Offensichtliche hinausgehen. Dinge wie die Kosten für Miete, Büroausstattung, Steuern, Gehaltsabrechnungen, Warenkosten, Marktwettbewerb und viele mehr.

Man kann das mit Poker vergleichen, indem man alle Aspekte des Pokerspiels als Geschäft betrachtet – die theoretische Arbeit, die Auswahl der Spiele, die Reisekosten und so weiter. Man kann es auch aus der Perspektive der Anbieter betrachten, bei denen man spielt.

Wenn ein Pokerraum Kosten einsparen möchte, kann er zum Beispiel seine VIP-Vorteile reduzieren oder den Rake erhöhen. Der Anbieter könnte ebenfalls das Angebot reduzieren oder die garantierten Preispools bei Turnieren reduzieren. Im schlimmsten Fall, und das haben wir schon einmal erlebt, könnte der Raum ohne gesicherte Guthaben der Spieler in Konkurs gehen, wie es bei UltimateBet und Absolute Poker der Fall war. Diese Risiken sind nicht unerheblich und sollten jedem Pokerspieler bekannt sein.

Bonitätsrisiko

Von diesem Risiko spricht man, wenn eine Partei nicht in der Lage ist, die eigenen Schulden zurückzuzahlen. Das klassische Beispiel ist die Finanzkrise von 2008, die im Kern zustande kam, weil sich viele Menschen ihre Hypotheken nicht mehr leisten konnten.

Auch hier könnte ich auf einige Pokerräume verweisen, die zahlungsunfähig wurden und nicht in der Lage waren, den Spielern ihr Guthaben auszuzahlen. Es gibt auch einen offensichtlichen Vergleich zur Pokercommunity an sich, wo einige Spieler nicht in der Lage waren, Gewinne aus einem Stakingdeal zurückzuzahlen. Es ist einfach, dieses spezifische Risiko zu reduzieren, indem man kein Geld verleiht und sich strikt an das eigene Bankrollmanagement hält – ein Restrisiko besteht aber immer.

Geopolitische Risiken

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Das ist das Risiko, dass in dem Land, in dem man seine Investitionen getätigt hat, etwas passiert, das sich stark auf die Anlagen auswirkt. Ein offensichtliches Beispiel ist die derzeitige Situation in der Ukraine und in Russland. Wenn man von außerhalb in diesen Sektor investiert hätte, könnte man vor Schwierigkeiten oder großen Verlusten stehen. Es gibt auch regulatorische Risiken in einem Land, zum Beispiel wenn man in ein Glücksspielunternehmen investiert hat und das Land, in dem das Unternehmen sitzt, in der Folge Glücksspiel einschränkt oder verbietet.

Ein besonders schwerwiegendes Beispiel in der Pokerwelt war der Black Friday. Die gesamte Branche war zu diesem Zeitpunkt von der Liquidität des amerikanischen Marktes abhängig und das Justizministerium hat ihr mit einem Schlag den Hahn abgereht. Online-Poker hat sich davon bis heute nicht richtig erholt und es besteht immer das Risiko, dass das Heimatland die eigene Pokerkarriere vor allem online deutlich erschwert.

Währungsrisiko

Dieses Risiko umschreibt, dass Schwankungen auf dem Währungsmarkt einen ebenso großen Einfluss auf die eigene Investitionen haben wie die eigentliche Anlage selbst. Gegenwärtig hat das britische Pfund zu kämpfen und wenn man in den FTSE, der wichtigste britische Aktienindex, investiert hätte, wäre das Portfolio möglicherweise nicht wegen den darin enthaltenen Werten gesunken, sondern einfach aufgrund der Tatsache, dass der Index in Pfund Sterling gehandelt wird.

Für Pokerspieler ist dies ein sehr wichtiger Punkt, da man oft in zwei oder drei Währungen gleichzeitig spielt. Der relative Wert der Bankroll wird von den Währungen beeinflusst, die ein Pokerspieler hält. Wenn man im Verlauf des Jahres 2022 sein gesamtes Guthaben in US-Dollar bei PokerStars hielt, wurde die eigene Bankroll in Euro bis zum Herbst immer größer, selbst wenn man nicht gespielt hat, da der Euro im Vergleich zum US-Dollar merklich nachgab.

Liquiditätsrisiko

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Von diesem Risiko wird gesprochen, wenn das Unternehmen, in das man Geld investiert hat, nicht über genügend liquide Mittel verfügt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein klassisches Beispiel ist der sogenannte Bank Run, bei dem Kunden ihr gesamtes Geld von Bank abziehen und sie dadurch zahlungsunfähig wird. Dieser Effekt trat auch bei vielen Unternehmen zu Beginn der Pandemie auf, als viele Anlageklassen an Wert verloren, weil jeder Zugang zu Bargeld haben wollte.

Das Liquiditätsrisiko beim Poker besteht darin, einfach pleitezugehen und kein Geld mehr zum Spielen zu haben. Fast genauso häufig kommt es vor, dass die Bankroll woanders gebunden ist. Beispielsweise will man bei PokerStars spielen, aber das gesamte Guthaben befindet sich bei GGPoker. Man benötigt Dollar, aber das Guthaben wird in Euro geführt. Die schlimmste Art des Liquiditätsrisikos ist das bereits erwähnte Beispiel des Black Fridays, bei dem viele Spieler nicht wussten wie es weitergeht, weil ihre Gelder jahrelang bei Full Tilt Poker eingefroren waren.

Als Pokerspieler ist Geld das alleinige Werkzeug, mit dem man Geld verdient. Deshalb ist das Liquiditätsrisiko vielleicht das gefährlichste aller Risiken und sollte von jedem ambitionierten Spieler unbedingt im Auge behalten werden.

Gibt es weitere Risiken, die Pokerspielern nicht bewusst sind? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!