Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Durchbruch im Prozess des EPT Berlin-Überfalls? Räuber sagt aus

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Drahtzieher des Überfalls auf die EPT Berlin hat einer der verurteilten Täter ausgesagt: Der 22-Jährige belastete jetzt einen der Angeklagten. Er sagte, dass dieser ihn und seine Mittäter vor der Tat unterrichtet und den Fluchtwagen gefahren habe

Der Prozess um den Überfall auf die EPT Berlin 2010 zieht sich immer mehr in die Länge. Seit gut einem Jahr wird am Berliner Landgericht verhandelt. Angeklagt sind die beiden mutmaßlichen Drahtzieher: Der 32-jährige Mohammed Abou-C. und der 30-jährige Ibrahim El-M.

Zuvor waren bereits die vier Täter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie waren mit Pistolen und Messern bewaffnet in das Berliner Grand Hyatt Hotel gestürmt und hatten Buy-Ins der Spieler erbeutet. Von der Beute, die 242.000 Euro betrug, fehlt bislang noch jede Spur.

Bei der EPT Berlin 2010 gewann der US-Amerikaner Kevin MacPhee das Main Event und sicherte sich eine Million Euro. Er hatte sich gegen 944 Spieler durchgesetzt, wobei dieser Erfolg durch den Überfall eher nebensächlich war.

Im August gab es eine erstmalige Wende im Mammut-Prozess der beiden mutmaßlichen Drahtzieher. Mohammed Abou-C. brach sein Schweigen und gab vor Gericht an, dass er unschuldig sei und den Überfall verhindern wollte. Er beschuldigte den Mitangeklagten Ibrahim El-M..

Die Polizei am Potsdamer Platz beim Grand Hyatt Hotel

Boss, Überfallplaner, Fluchtwagenfahrer

Jetzt gab es am Berliner Landgericht eine weitere Aussage: Einer der verurteilten Täter, der bislang im Prozess gegen die Bosse seine Zeugenaussage verweigerte, hat sein Schweigen gebrochen. Der 22-Jährige gab an, dass der 30-Jährige Ibrahim El-M. ihn und seine Mittäter vor der Tat unterrichtet und den Fluchtwagen gefahren habe.

Außerdem soll der Angeklagte von einem anonymen Tippgeber gesprochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich dabei um Mohammed Abou-C. handelt. Er soll den Räubern damals per Handy das "Go" gegeben haben.

Der verurteilte Räuber äußerte sich vor Gericht auch zur Aufteilung der Beute. So soll jeder der Beteiligten 45.000 Euro für den Überfall bekommen haben, wobei davon 5.000 Euro an den Tippgeber gehen sollten. Bei seinem früheren Prozess hatte der 22-Jährige angegeben, nur 5.000 Euro erhalten zu haben.

Das Geld bleibt verschwunden

Ob der Mega-Prozess nach dieser Aussage bald beendet sein wird, bleibt fraglich. Bis Dezember 2011 stehen noch einige Verhandlungstage auf dem Programm. Auch sonst gibt es noch offene Fragen, unter anderem wegen der Beute von 242.000 Euro, die verschollen ist.

Der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Drahtzieher wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Anbei ein Video des Live-Streams von PokerStars bei der EPT Berlin 2010: