Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

FanDuel-CFO: Poker ist kein Geschicklichkeitsspiel

Der Chef von Daily Fantasy Sports brachte die Gemüter der Pokerspieler durch ein TV-Interview zum Kochen.

Matt King FanDuel
Matt King

Einige von euch haben vielleicht schon mitbekommen, dass das in den USA beliebte Daily Fantasy Sports harte Zeiten durchlebt. Während die Industrie sich selbst als Geschicklichkeitsspiel vermarktet, sehen die Regulationsbehörden in den Staaten dies leicht anders. Sie kategorisieren es als Glücksspiel, ähnlich wie reguläre Sportwetten.

Bei der Vermarktung des Spiels lassen sich viele Parallelen zum Poker finden. So wird von Edges gesprochen und turnierähnliche Formate, wie beim uns bekannten Kartenspiel, werden angeboten. Es stimmt, dass viele ehemalige Pokerpros aus den USA zum DFS gefunden haben. Grund dafür sind wohl die sich ähnelnden Anforderungen an die Spieler.

Behält man dies im Hinterkopf, so sollte man von einer Art Solidarität zwischen der Poker- und DFS-Industrie ausgehen können. Dies scheint für FanDuel-CFO Matt King jedoch nicht der Fall zu sein. Er behauptet nämlich, dass es sich beim Poker nicht um ein Geschicklichkeitsspiel handle (beim DFS hingegen schon).

Er erzählte Walt Bogdanich von PBS Frontline, dass Poker nicht viel mit Können zu tun habe:

Es gibt zahlreiche akademische Studien im Bezug auf den 'Skill vs. Luck'-Faktor. Beim Poker sieht es so aus, dass das Mischen des Decks eine Glückskomponente kreiert, welche alles übertrumpft und es vielmehr zu einem Glücksspiel macht, als zu einem Geschicklichkeitsspiel. Wenn man hingegen in unsere Daten schaut, sieht man, dass unsere Spieler kontinuierlich gut sind. Es handelt sich wahrhaft um ein Geschicklichkeitsspiel.

Obwohl niemand den Glücksfaktor beim Poker genau benennen kann, fundieren Kings Behauptungen kaum auf Grundlagen. Zu viele Studien demonstrieren, dass Poker tatsächlich ein Geschicklichkeitsspiel ist. So sehr, dass diese Ansicht von vielen Ländern und Gerichten geteilt wird.

Viele Pokerspieler sehen Daily Fantasy Sports (und Sportwetten im Allgemeinen) als fähigkeitenorientiert an. Am Beispiel von professionellen Pokerspielern, welche den Sprung zum DFS geschafft haben und der Fakt, dass sie einen Kernpunkt der Marketingkampagnen des DFS darstellen, ist es doch sehr überraschend, dass King die Pokerindustrie so an die Wand fahren lässt.

 

Jetzt diesen Artikel teilen