Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Immer häufiger Verbot von Pokerturnieren

Die Front gegen Pokerturniere mit Sachpreisen verhärtet sich zunehmend. Nach dem Verwaltungsgericht Münster hat nun auch das Ministerium für Inneres und Sport in Rheinland-Pfalz ein Verbot ausgesprochen.

Vor einigen Wochen hatte das Verwaltungsgericht Münster Sachpreisturniere generell verboten. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit zwischen einem privaten Anbieter von Sachpreisturnieren und der Stadt Rheine. Die Stadt Rheine weigerte sich, dem Anbieter ein Turnier zu genehmigen. Daraufhin zog dieser vor das Verwaltungsgericht Münster, welches jedoch der Stadt Rheine in einem Eilbeschluss am 3. April 2008 Recht gab.

Seitdem sind Pokerturniere, die ein Buy-In, einen Unkostenbeitrag oder eine andere Eintrittsgebühr verlangen im Regierungsbezirk Münster illegal. Auch die Ausrichtung eines Charityturniers, ohne Eintritt, wurde dem Anbieter untersagt, da solch ein Freeroll, in Zusammenhang mit der Rankingliste des Anbieters, ebenfalls eine Preisausschüttung im Finale ermöglicht hätte und das Turnier dadurch in direktem Zusammenhang zu den übrigen Turnieren gestanden hätte.

Nun zog Rheinland-Pfalz nach und verbot ebenfalls sämtliche Pokerturniere mit einem Buy-In. Die Polizei sowie die zuständigen Behörden wurden über die neue Lage in Kenntnis gesetzt und sind angehalten, gegen Liveturniere vorzugehen, wenn der Verdacht des illegalen Glücksspiels vorliegt.

Ob nun ein deutschlandweites Verbot der Turniere folgt, und inwieweit eine Adaption in der Turnierstruktur möglich ist, um dieses zu umgehen, wird sich in Zukunft erst zeigen. Eindeutig ist aber, dass das Interesse des Staates an den Liveturnieren zunimmt.

Wer zurzeit sicher gehen möchte, dem wird von Experten empfohlen, Freerolls zu veranstalten. Diese sind nach Auffassung vieler Experten weiterhin legal, solange sie in keinem Zusammenhang mit einer Turnierserie stehen, die ein Buy-In (welcher Form auch immer) nimmt.