Kolumne: Warum ist No-Limit so beliebt?
Auf Wunsch eines PokerStrategen erläutert unser Redakteur Barry Carter, warum No-Limit die beliebteste Pokervariante ist, die auch fast immer im TV gezeigt wird.
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| Schlicht und einfach: No-Limit |
Im Februar hatte ich eine Kolumne verfasst, die sich mit der Frage beschäftigte, ob es sich lohnen würde, im Internet mehr exotische Varianten und ein Dealer's Choice-Format anzubieten.
Ich gab an, dass die Schlichtheit von No-Limit der Erfolgsfaktor wäre, warum neue Spieler diese Variante spielen würden. Daraufhin hat sich bei mir gemeldet und das Thema für diese Kolumne vorgeschlagen:
"Ich habe eine Anregung für eine künftige Kolumne. Du hast mehrfach betont, dass No-Limit in der Öffentlichkeit die meiste Aufmerksamkeit bekommt - das ist ziemlich traurig, da meiner Meinung nach andere Varianten und Mixed Games viel mehr Spaß machen. Ich denke, dass es ein tolles Thema wäre, darüber zu schreiben, warum No-Limit der absolute Favorit ist und wie sich das auf die Pokercommunity und Industrie auswirkt."
Es ist eine großartige Idee für eine Kolumne und ich möchte unserem PokerStrategen natürlich gern den Gefallen tun und darüber schreiben. Wenn auch ihr Wünsche oder Anregungen habt, zögert nicht und postet sie in den unteren Forenthread.
Leicht zu lernen, schwer zu meistern
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| Mit zwei Karten zum Millionär |
Der Hauptgrund, warum No-Limit immer im Mittelpunkt stehen wird, ist diese wunderschöne Schlichtheit. Anfänger brauchen nur ein paar Minuten, um die Grundlagen des Spiels zu lernen und deshalb wird es immer die beliebteste Form für den Markt und für TV-Übertragungen sein.
Mit nur zwei Hole Cards ist es relativ einfach, die Stärke der eigenen Hand zu definieren und da es für bestimmte Hände Spitznamen wie "Bullets" oder "Cowboys" gibt, klingt das Ganze noch einmal eine Spur cooler. Mit Händen in Omaha oder Stud funktioniert das natürlich nicht, da es viel komplizierter ist.
Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass angehende Spieler nicht verwirrt werden möchten. Eine Variante wie Omaha kann selbst erfahrene Spieler irritieren - deshalb setzen viele TV-Produzenten nicht auf diese Variante, im Mainstream-TV hat sie sich nicht durchgesetzt.
Bei No-Limit ist das anders, denn hier kann man einer Hand leicht folgen und fiebert schneller mit. Die Spieler können sich außerdem selbst einfach vorstellen, wie sie die Hand spielen würden und deshalb ist No-Limit so wichtig. Wenn wir erreichen möchten, dass neue Spieler an die Tische kommen sollen, dann müssen wir es ihnen so einfach wie möglich machen.
Gibt es bei der WSOP zu viele No-Limit-Turniere?
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| Gewann zweimal die $50.000 Players Championship: Michael Mizrachi |
Ich verstehe die Bedeutung von No-Limit und denke deshalb nicht, dass es bei großen Events wie der WSOP zu viele No-Limit-Turniere geben kann - auch wenn mir hier viele Spieler sicherlich widersprechen werden.
Die einzige Ausnahme ist die $50.000 Players Championship und das vorherige $50.000 HORSE-Event. Hier war es aber nicht überraschend, dass dieses Mixed Games-Event am Final Table zu einem No-Limit-Turnier wurde.
Für die TV-Produzenten ist es attraktiver, wenn Michael Mizrachi, David Oppenheim und John Juanda am Finaltisch in einer Variante aufeinandertreffen, die für Anfänger einfacher zu verfolgen ist - auch wenn es gegen den Sinn und Zweck der Variante ist.
Weniger verständlich ist für mich, dass sich etliche Spieler über zu viele No-Limit-Turniere beschweren. Hier stimme ich wirklich nicht zu. Wenn man sieht, dass die WSOP das heutige Poker repräsentieren soll, dann sollte es eigentlich noch weniger nicht-No-Limit-Turniere geben.
Egal, wo ihr spielt: In 99 Prozent der Fälle wird No-Limit angeboten. Außerhalb von Las Vegas sieht man nur selten Stud-Games und auch Varianten wie Triple Draw werden in Casinos fast nie angeboten.
Die einzige Ausnahme bildet hier möglicherweise Omaha. Wenn es in der Zukunft mehr Events geben wird, die nichts mit No-Limit zu tun haben werden, dann könnten es Omaha-Turniere sein.
No-Limit und die Poker-Ökologie
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| PLO is still growing |
Widmen wir uns zum Abschluss der Frage, ob andere Varianten die Poker-Ökologie verbessern würden oder nicht. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass in diesen Formaten weniger Spieler aktiv sind.
Außerdem kennen sich bei diesen Varianten viele Spieler nicht besonders gut aus, weshalb die Games softer und looser sind. Bei diesen zwei Faktoren sind viele Menschen überzeugt davon, dass sie gut für Poker sind.
Das Problem dabei ist aber, dass Poker auf neue Spieler und neue Einzahlungen angewiesen ist. Ich gehe nicht davon aus, dass dies bei diesen Varianten der Fall sein wird. Neue Spieler lockt man am besten mit einer simplen Variante an - No-Limit ist dafür ideal.
Ich liebe nicht-No-Limit-Turniere, ich bin ein großer Fan von Triple Draw und mag Nischenformate wie Crazy Pineapple. Ich hoffe, dass diese Varianten nicht komplett aussterben werden, auch wenn ich sie eher als Spiel für erfahrene Spieler ansehe und nicht als massenkompatibel.
Letzten Endes lügen die Zahlen nicht: Hätten Stud, Omaha oder Badugi das Potential, um genau so beliebt zu sein wie No-Limit, dann wäre das bereits jetzt der Fall. Die Masse möchte No-Limit sehen und das zu Recht - mit Ausnahme von Omaha ist es die einzige Variante, die immer noch am Wachsen ist.
Von Barry Carter
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