Leon Tsoukernik: "Wir haben Jan-Peter Jachtmann 'stolze Jana' getauft"
Im zweiten Teil des Exklusivinterviews geht es um die SPORT1-Show German High Roller und den Disput zwischen Jan-Peter Jachtmann und Pius Heinz. Außerdem verrät Leon seine bislang stärksten Heads-Up-Gegner.
"Ich habe schon gegen fast alle deutschen High Roller gespielt"
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| Leon Tsoukernik |
PokerStrategy.com: Im ersten Teil des Interviews hattest du zum Abschluss über verrückte Cash-Game-Partien und das Duell gegen Tony G gesprochen. Gegen welche Topspieler hast du sonst noch Heads-Up-Matches ausgetragen?
Leon Tsoukernik: Ich habe unter anderem gegen Pius Heinz, Johannes Strassmann, Daniel junglemandan Cates und Philipp philgruissem Gruissem gespielt. Wenn man sich die deutschen High Roller ansieht, bin ich bereits gegen fast alle angetreten.
PokerStrategy.com: Gehst du davon aus, gegen diese Spieler eine Edge zu haben?
Leon Tsoukernik: Nein, ich denke nicht. Wenn ich gegen sie erfolgreich sein möchte, dann muss ich viel Glück haben und wir dürfen nicht zu lange spielen. Die Blinds müssen so hoch wie möglich sein, damit sie etwas scared sind. Das wäre mein Vorteil, denn dann könnte ich sie ängstliche Fische nennen - das wäre aber auch das einzige Mal, dass ich sie als Fische bezeichnen könnte. Sie müssen wirklich Angst haben, alles zu verlieren. Bei riesigen Pötten würden sie vielleicht ins Grübeln kommen und sich überlegen, ob sie für die Hälfte ihrer Bankroll wirklich callen. Es wäre möglich, dass sie diesem Druck nicht gewachsen sind.
PokerStrategy.com: Aber spielerisch schätzt du dich nicht auf dem gleichen Niveau wie diese Topspieler ein, oder?
Leon Tsoukernik: Definitiv nicht, aber das Positive an meinem Spiel ist, dass es sehr schwer einzuschätzen ist. Ich habe schon oft mysteriöse Checks mit den Nuts gemacht oder im 7-2-Game einfach All-In gepusht. Manchmal weiß ich selbst nicht, was ich in einer Situation mache (lacht).
"Daniel 'jungleman12' Cates ist ein Wunderkind und ein Genie"
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| Leon Tsoukernik und Daniel Cates |
PokerStrategy.com: Wer hat dich von den bisherigen Gegenspielern am meisten beeindruckt?
Leon Tsoukernik: Der mit Abstand beste Spieler, gegen den ich je gespielt habe, ist Daniel Cates. Man könnte ihn als Wunderkind bezeichnen. Er ist ein verrückter und lustiger Typ. Ich mag es, wenn er sich bei einem verlorenen Pot aufregt. Aber er ist einfach ein Genie und ein unglaublich starker Pokerspieler.
PokerStrategy.com: Meistens kommen die Spieler zu dir ins King's Casino und ihr duelliert euch dann. Hast du kein Interesse daran, auch im Internet auf den High-Stakes zu spielen?
Leon Tsoukernik: Ich habe einige Male online auf den höchsten Limits gespielt, unter anderem gegen jungleman12 und einen anderen Spieler. Manchmal habe ich gewonnen, manchmal verloren. Ich habe nur Cash-Games gespielt, nie Turniere. Die Blinds lagen damals bei $200/$400. Ich bevorzuge aber das Live-Game, von daher bin ich so gut wie nie an den Online-Tischen aktiv.
PokerStrategy.com: Wir kennen deine Cash-Game-Fähigkeiten, doch wie sieht es mit deinem Turnierspiel aus?
Leon Tsoukernik: Ich habe bereits an einigen Events der European Poker Tour teilgenommen und werde sicherlich auch in der Zukunft etliche EPT-Turniere spielen. Aber für mich ist es sehr anstrengend, mehrere Tage am Stück zu spielen. Selbst wenn ich Tag 2 erreiche, mache ich nach dem ersten Turniertag abends Party und feiere bis in die frühen Morgenstunden.
Die Spieltage fangen dann schon wieder um 12:00 Uhr an und das ist dann ziemlich heftig für mich, da ich müde bin. Poker macht mir einfach Spaß und nach einem Spieltag gehe ich immer an die Bar und gönne mir ein paar Drinks. Ich weiß, dass das nicht die optimale Vorbereitung für die kommenden Turniertage ist.
"Wir haben Jan-Peter Jachtmann 'stolze Jana' getauft"
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| Jan-Peter Jachtmann |
PokerStrategy.com: Lass uns über die SPORT1-Show German High Roller sprechen, du bist bereits seit einigen Staffeln regelmäßig dabei. Vor Kurzem kam es zu einem Disput zwischen Jan-Peter Jachtmann und Pius Heinz, der Hamburger beleidigte den ehemaligen WSOP Main Event-Champion.
Leon Tsoukernik: Ich muss direkt zu Beginn sagen, dass wir einen Spitznamen für Jan-Peter haben. Wir haben ihn 'stolze Jana' getauft. Für mich ist die beste Unterhaltung, Jan-Peter zu provozieren. Wenn ich eine Möglichkeit finde, ihn zu reizen, dann nehme ich sie wahr. Er gehört einfach zu den Typen, die man am besten provozieren kann.
PokerStrategy.com: Es macht euch also Spaß, Jan-Peter Jachtmann so lange zu ärgern, bis er explodiert?
Leon Tsoukernik: Wir sagen uns immer vor einer Partie, dass das Wichtigste ist, Jan-Peter zu provozieren. Es ist egal, wer gewinnt oder verliert - es kommt nur darauf an, ihn zu ärgern. Wenn Jachtmann sich nicht aufregt, dann gibt es keinen Spaß am Tisch. Bei ihm ist es so: Wenn alles so abläuft, wie er es sich vorstellt, dann ist alles in Ordnung. Doch wenn etwas passiert, das ihm nicht passt, dann regt er sich innerhalb von Sekunden auf. Deshalb haben wir ihn auch stolze Jana getauft.
PokerStrategy.com: Jachtmann hat für seinen Ausraster während der TV-Show viel Häme und Spott von der Community einstecken müssen. Wie sehr schätzt du ihn trotzdem?
Leon Tsoukernik: Ich mag Leute am Pokertisch nicht, die keine Emotionen zeigen und keine Persönlichkeit haben. Spieler, die man den ganzen Abend nicht hört und die viel zu wenig riskieren. Das Spiel muss Action beinhalten, um für mich attraktiv zu sein. Es ist langweilig, wenn Spieler dabei sind, die das Game langsam machen, und nur ab und an etwas sagen. Wenn Leute dabei sind, die etwas lauter und emotionaler sind, dann bin ich glücklich. Wenn Jan-Peter also am Tisch sitzt, bin ich sehr glücklich. Man kann ihn so leicht provozieren und ihr könnt mir glauben, dass wir ihn in der Zukunft immer und immer wieder reizen werden.
PokerStrategy.com: Du magst Jan-Peter Jachtmann also trotz seines teils zweifelhaften Verhaltens?
Leon Tsoukernik: Ja, absolut. Mit seinen Emotionen ist er eine Bereicherung für die Show. Ich mag nur Spieler nicht, die am Pokertisch zu tight, zu leise und ohne Emotionen sind. Ich habe kein großes Interesse daran, mit solchen Leuten zu spielen.
"Die Eureka-Poker-Tour ist auch für uns ein Highlight"
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| King's Casino in Rozvadov |
PokerStrategy.com: Die Dreharbeiten für die German High Roller fanden bislang schon in verschiedenen Locations statt, unter anderem war man auch schon im King's Casino zu Gast. Was für ein Gefühl war es, dass die TV-Show in deinem Homecasino aufgezeichnet wurde?
Leon Tsoukernik: Die Produktion der TV-Shows bei uns klappte reibungslos, bei mir lief es pokertechnisch aber überhaupt nicht. Ich hatte den bislang größten Verlust und das in meinem eigenen Casino - das lag daran, dass ich nicht mehr über das Geld nachgedacht, sondern einfach nur nach neuen Chips gefragt habe.
PokerStrategy.com: Vom 26. Mai bis 3. Juni wird auch die Eureka-Poker-Tour in Rozvadov haltmachen, geplant sind 20 Turniere mit unterschiedlichen Buy-In-Stufen. Auf was können sich die Teilnehmer freuen?
Leon Tsoukernik: Die Teilnehmer können sich auf eine besondere Atmosphäre freuen und wir werden unser Bestes geben, damit alle zufrieden sind. Das Eureka-Event ist auch für uns ein Highlight. Das Casino ist seit den Anfängen in 2003 eine Erfolgsgeschichte, wir bieten seit Jahren hohe Cash-Game-Partien an und jeden Monat kommen mehr als 15.000 Spieler. Poker hat sich zu einem Massensport entwickelt und wir wollen dazu beitragen, dass sich die Wachstumskurve fortsetzt. Deshalb sind wir auch sehr stolz, mit PokerStars zusammenzuarbeiten und wir hoffen, dass die Spieler ihren Aufenthalt bei uns genießen werden und uns erneut besuchen kommen.
PokerStrategy.com: Wird man dich während der Eureka auch an den Tischen sehen?
Leon Tsoukernik: Nein, nein. Während des Events gibt es viel Arbeit und deshalb kann ich leider nicht teilnehmen. Ich bin ein großer Fan der Eureka-Tour, aber dieses Mal werde ich bei den Turnieren nur zuschauen.
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