Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Live-Turnier muss Gewinn in Edelmetall auszahlen

In Chicago hat man bei einem Pokerturnier versucht ein Hintertürchen in der Gesetzesgebung auszunutzen und die Preisgelder zur Überraschung der Spieler nur in Silbermünzen ausgezahlt.

Am Wochenende wurde im Zuge der Midway Poker Tour in Chicago ein Turnier mit einem Buy-in von $1.100 und einem garantierten Preispool von $100.000 ausgetragen. Insgesamt 226 Spieler nahmen teil und hatten es auf den Hauptpreis von $55.060 abgesehen.

Den Hauptpreis und alle weiteren Preisgelder gab es jedoch nicht in Cash. Das Turnier wurde nämlich in einem Hotel ausgetragen und offiziell als Charity-Event registriert, um den Glücksspielgesetzen in Illinois zu entsprechen. Dadurch war den Veranstaltern aber nicht gestattet, Preisgelder von mehr als $500 in bar auszuzahlen. Um diese Einschränkung zu umgehen, wollte man den Gewinnern die Preise in Edelmetall zukommen lassen.

Ein Edelmetall-Händler war dabei direkt vor Ort und hat die Münzen den Spielern im Anschluss direkt wieder abgekauft. Nur ein kleiner Anteil des eigentlichen Preispools war dabei tatsächlich in Edelmetallen vor Ort und sobald ein Spieler seinen Gewinn im Turnier beim Händler verkauft hatet, hat man dieselben Münzen direkt für anschließende "Preisgelder" wiederverwendet.

Die Spieler waren allesamt nicht über das ungewöhnliche Auszahlungssystem informiert und einige machten ihrem Ärger Luft, als es so schien, als würden die Münzen nicht dem tatsächlichen Wert der erreichten Position im Turnier entsprechen. Noch problematischer wurde es dann für die Veranstalter, als Mitarbeiter des Generalstaatsanwalts von Illinois beim Turnier erschienen und darauf bestanden, dass sich der gesamte Preispool von $258.020 in Silber tatsächlich vor Ort befindet.

Die Organisatoren der 4 Kids Sake Inc, offizieller Lizenzhalter des Turniers, waren dann den Finaltag des Turniers durchweg damit beschäftigt, eine große Menge an Edelmetallen aufzutreiben und arrangierten einen weiteren Händler in Wisconsin, der den Spielern die Münzen auch mit Garantie abseits des Veranstaltungsorts abkaufen würde.

Das Turnier wurde mit zehn verbleibenden Spielern pausiert, bis tatsächlich alles geklärt war, und am Ende hatte Renato Spahiu die Nase vorn und bekam $55.060, natürlich aber in Silber.

Der Gründer der Midway Poker Tour Dan Bekavac ist auch bekannt für seine umstrittene Rolle als Betreiber eines PokerBros-Skins, wo man Spielern einen unregulierten und sehr kontroversen Weg bietet, um Online-Poker auch in Regionen zu spielen, wo es eigentlich untersagt ist.

PokerNews war beim Event vor Ort und ein Blick in die Live-Updates zeigt, wie sich die ungewöhnliche Story entwickelt hat, nachdem den Spielern plötzlich nach und nach bewusst wurde, dass sie kein Bargeld als Gewinn erhalten würden. 

Es ist nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein, dass ein Pokeranbieter versucht, ein Schlupfloch in der Gesetzesgebung auszunutzen, um Echtgeld-Poker dort anzubieten, wo es eigentlich untersagt oder strikt reguliert ist. Einen Edelmetall-Händler direkt vor Ort zu installieren, dürfte aber ein Novum bleiben.