Masken absolute Pflicht bei Rückkehr von Live-Poker?
Bedenkt man, was wir bisher über COVID-19 wissen, dürfte eine Maskenpflicht absolute Mindestvoraussetzung sein, wenn man tatsächlich wieder Live-Poker anbieten will.
In dieser Woche hat das King's Casino seine Wiedereröffnung bekannt gegeben, was bei mir Freunde und Beklommenheit zugleich ausgelöst hat. In den vom Casino veröffentlichten Richtlinien wird eine Begrenzung der Tische auf sechs Spieler, das ständige Tragen von Masken für Personal und Spieler und ein sofortiges Desinfizieren eines Platzes vorgeschrieben, sobald ein Spieler den Tisch verlässt.

Es scheint, als würde Live-Poker in diesem Jahr tatsächlich noch in der einen oder anderen Form gespielt werden, auch wenn ich überzeugt bin, dass große internationale Turniere wie bei der WSOP oder PSPC erst 2021 wieder möglich sein werden. Eine Maskenpflicht an den Tischen scheint uns aber definitiv zu erwarten.
Erst einmal nur Cashgames

Wenn Live-Poker tatsächlich wieder möglich werden soll, hat das King's Casino meiner Meinung nach einen guten Anfang gemacht. Dass bisher keine Turniere geplant sind, macht besonders viel Sinn. Bei Turnieren müssen sich Spieler zwangsläufig über Stunden im Casino aufhalten, etliche Tische sind zeitgleich besetzt und vor allen Dingen müssen Plätze regelmäßig gewechselt werden, wenn sich ein Tisch aufgrund ausgeschiedener Spieler aufgelöst hat.
Bei Cashgames hat man hingegen deutlich mehr Kontrolle. Man kann für mehr Platz zwischen den Tischen sorgen und im Gegensatz zu Turnieren ist weitaus weniger Bewegung einzelner Spieler erforderlich.
Der Gebrauch von Gesichtsmasken wird aber in absehbarer Zukunft eine absolute Notwendigkeit bleiben. Ich habe vor Kurzem einen faszinierenden Artikel gelesen, der den bisherigen Wissensstand zusammenfasst, was die Übertragung des Coronavirus betrifft, wodurch deutlich wird, warum Masken eine Pflicht sein müssen.
Das Wesentliche ist, dass es weniger als 1.000 Partikel von SARS-CoV-2 bedarf, um einen anderen Menschen zu infizieren. Ein einzelnes Niesen oder Husten kann bereits bis zu 200.000.000 Viruspartikel beinhalten. Die Anzahl an Partikeln, die beim simplen Atmen in die Luft übertragen werden, ist im Vergleich äußerst gering, mit fortschreitender Dauer wächst die Virusbelastung in der Luft aber immer weiter an.
Live-Poker bleibt gefährlich
Eine neue Studie hat zudem veranschaulicht, wie viel Gefahr von einem Pokerraum im Casino ausgehen kann und warum Restaurants auf der ganzen Welt zu den letzten Bereichen gehören werden, die wieder geöffnet werden. An einem zehnköpfigen Tisch mit einer infizierten Person wurde während eines Abendessens von anderthalb Stunden die Hälfte des Tischs mit dem Virus infiziert. Zudem kam es zu einer Infektion von bis zu drei weiteren Personen an den angrenzenden Tischen. Grund war dabei lediglich das bloße Ausatmen von Viruspartikeln einer infizierten Person, die sich begünstigt durch eine Klimaanlage im Raum verteilt haben.

Was das King's Casino geplant hat, scheint ein guter Ansatz, ich mache mir aber trotzdem Sorgen, ob das Ganze nicht deutlich zu früh kommt. Es dürfte klar sein, dass Live-Poker eine der gefährlichsten Freizeitbeschäftigungen während einer Pandemie darstellt, wenn man sich die obige Studie vergegenwärtigt und zusätzlich den ständigen Austausch von Karten und Chips beim Poker bedenkt, der eine Übertragung über die Hände begünstigt. Neben konsequenter Maskenpflicht würde also auch eine ständige Desinfizierung von Chips und Karten absolute Mindestvoraussetzung sein.
Die Aussicht auf eine Runde Poker, bei der man in von Masken bedeckte Gesichter blickt, hätte etwas Klinisches an sich und wenig von entspannter Atmosphäre, die man in einer geselligen Runde erwartet. Je mehr wir uns an das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit gewöhnen, umso vertrauter wird jedoch auch solch ein Anblick. Trotzdem bin ich persönlich der Meinung, dass eine Wiedereröffnung von Casinos aktuell zu früh käme.