Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Mixed Games Strategie: Interview mit WSOP $50k Championship-Sieger Brian Rast

Der Mann, der Phil Hellmuth im Heads-Up der WSOP $50.000 Players Championship schlagen konnte, verrät uns einige seiner Strategien für Spieler, die jetzt mit Mixed Games starten wollen.

Brian Rast
Brian Rast
 

Brian "tsarrast" Rast ist ein professioneller Pokerspieler aus dem kalifornischen Poway. Bei der World Series of Poker 2011 konnte er sich zwei Bracelets schnappen: Er gewann das $1.500 Pot Limit Hold'em Event und außerdem die $50.000 Player's Championship.

Bei der 50k Player's Championship konnte sich Rast im Heads-Up gegen Phil Hellmuth durchsetzen und ist somit bislang der einzige Spieler in diesem Jahr, der zwei WSOP-Bracelets gewinnen konnte. Für den Sieg erhielt er nicht nur das Preisgeld in Höhe von $1.720.328, sondern auch die Chip Reese-Trophäe. Seine Turniereinnahmen bei offiziellen Live-Turnieren betragen jetzt mehr als $3 Millionen.

AdminPokerStrategy.com: Brian, was ist der größte Fehler, den Spieler begehen können, wenn sie sich zum ersten Mal an Mixed Games heranwagen?

Brian Rast: Den größten Fehler, den ich damals begangen habe, war das Spielen auf zu hohen Limits. Es hat mich zu Beginn viel Geld gekostet, aber auf der anderen Seite konnte ich die Spielvarianten dadurch vielleicht etwas schneller lernen. Es war also so eine Art Kompromiss...Ich würde sagen, dass das von der finanziellen Seite her der größte Fehler ist, den man machen kann.

Bei der spielerischen Seite kann ein Fehler sein, nicht genügend Zeit in Varianten zu stecken, die deutlich anders sind als Hold'em. Also wie zum Beispiel 2-7 Triple Draw oder Stud 8.

AdminPokerStrategy.com: Was sollten NLHE-Spieler, die sich auf Omaha Hi-Lo fokussieren wollen, deiner Meinung nach beachten? Wie sollten sie vorgehen, um andere Spielvarianten erfolgreich zu meistern?

Brian Rast: Eine Sache, die man machen kann, ist zuerst Omaha High zu lernen, da man sich da als Holdem-Spieler leichter tut. Anschließend sollte man zu Hi-Lo switchen. So habe ich es gemacht und ich würde es jedem NLHE-Spieler empfehlen, zuerst Omaha zu lernen, da es sehr populär ist und man viel Geld gewinnen kann.

AdminPokerStrategy.com: Von welchen Händen in Razz hältst du lieber Abstand?

Brian Rast: Die Antwort auf diese Frage hängt wirklich immer von der Situation ab. Es kommt darauf an, ob bereits jemand mit in den Pot eingestiegen ist oder nicht. Wenn ja, kommt es darauf an, wie loose der Kontrahent ist...oder wie viele Low-Cards gibt es nach mir, lauter solche Dinge.

"Position bedeutet in Limit Holdem viel weniger und ich würde sagen, dass sie im Vergleich zu No Limit Holdem relativ unwichtig ist"

AdminPokerStrategy.com: Wie wichtig ist Position bei Limit Holdem im Vergleich zu No Limit?

Brian Rast: Position bedeutet in Limit Holdem viel weniger und ich würde eigentlich sagen, dass sie relativ unwichtig ist, wenn man sieht, wie wichtig Position bei No Limit Holdem ist.

Man kommt einfach nie in schwierige Situationen mit großen Bets, deshalb ist es nicht so wichtig, ob man zuerst am Zug ist oder nicht. Bei Pötten mit vielen Spielern macht es meiner Meinung nach etwas mehr aus als in Heads-Up-Situationen.

AdminPokerStrategy.com: Welche Fähigkeit ist bei Limit Holdem wichtiger - die Disziplin bei der Auswahl der eigenen Hand oder die Fähigkeit andere Spieler zu readen?

Brian Rast: Bei Limit ist es die Disziplin bei der Auswahl der eigenen Hände und bei No Limit kommt es auf die Fähigkeiten beim Readen der gegnerischen Hand an...aber ich denke natürlich schon, dass es auch bei Limit wichtig ist, den anderen Spieler zu readen und ihn auf die korrekte Handrange zu setzen. Aufgrund dessen trifft man ja dann Entscheidungen wie Call/Fold/etc.

Aber wenn man bei einem Pot zum Beispiel 8:1 bekommt, callt man normalerweise...und selbst wenn man hier einen schlechten Call macht, sind diese Entscheidungen nicht so schlecht im Vergleich zu Entscheidungen bei No Limit Holdem, wo die Bets pot-sized oder höher sein können. Demnach ist es grundsätzlich schon so, dass die Fähigkeit des richtigen Readens der gegnerischen Handrange bei NLHE viel wichtiger ist. Und in gleicher Weise ist es viel wichtiger, seine Starting Handrange zu mixen, da Bluffs dann viel effektiver sein werden.

AdminPokerStrategy.com: Zum Abschluss des Interviews: Kannst du unseren PokerStrategen den einen oder anderen Tipp für Mixed Games geben?

Brian Rast: Üben, üben, üben...es gilt das Gleiche wie zu Beginn eurer NLHE-Karriere. Und man sollte seine Studien von Zeit zu Zeit etwas variieren...und spielt wegen der Handequities immer mit dem Hold'em-Manager oder einem anderen Tool, damit ihr etwas lernen könnt!

Bei Stud-Games müsst ihr außerdem nicht nur an Calls zu Beginn der Hand denken, sondern beispielsweise auch, wie teuer euch Calls später auf der 7th Street kommen.

Folgt Brian Rast auf Twitter: @Tsarrast

von Mike Owens