NBA-Pokerskandal: So knackte das FBI den Fall
Jüngste Ermittlungen zu dem Fall, bei dem es um zweistellige Millionensummen geht, weißen drauf hin, dass möglicherweise vier Mafiafamilien beteiligt waren.

Mehrere Basketballspieler und Trainer wurden im Zusammenhang mit dem NBA-Poker-Skandal angeklagt, in dem unschuldige Opfer um Dutzende Millionen Dollar betrogen worden sein sollen.
Während das FBI seine Ermittlungen vorantreibt und weitere Festnahmen erwartet werden, liest sich die Art und Weise, wie die Bundesbehörde eine skrupellose Betrügerbande überführte, wie ein dramatisches Pokerspiel.
Von NBA-Legenden wie dem Cheftrainer der Portland Trail Blazers, Chauncey Billups, und dem ehemaligen Cleveland-Cavaliers-Spieler Damon Jones bis hin zu der Promi-Künstlerin Sophie „Pookie“ Wei – der NBA-Poker-Skandal hat zu Anklagen gegen 31 Personen geführt. Der Fall erstreckt sich über neun US-Bundesstaaten und mehrere Jahre.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, sich an manipulierten Pokerrunden beteiligt zu haben, bei denen verschiedene technische Mittel zum Einsatz kamen, darunter Röntgentechnik, eine gehackte DeckMate-2-Kartenmischmaschine und sogenannte „Quarterbacks“, um ahnungslose Opfer um Millionen zu betrügen. Es gibt bereits Präzedenzfälle: So wurde der ehemalige Center der Toronto Raptors, Jontay Porter, im Juli des vergangenen Jahres wegen Verschwörung verurteilt. Er erhielt eine lebenslange Sperre für die NBA und erwartet im Dezember seine Urteilsverkündung.
Hat der Basketball den Preis für die Vorwürfe bezahlt?

Die Ermittlungen des FBI umfassten sowohl die physischen Orte, an denen unschuldige Opfer finanziell ausgenutzt wurden, als auch den damit verbundenen Sportwettenbereich, in dem durchgesickerte Informationen dazu führten, dass Wetten auf Basketballspiele platziert wurden.
Die NBA selbst hat entschieden reagiert: Weder Terry Rozier, Guard von Miami Heat, noch der Trainer der Portland Trail Blazers, Chauncey Billups, erhalten derzeit Gehaltszahlungen. Besonders Rozier beteuert über seine Anwälte seine Unschuld und erklärte, er freue sich darauf, seine Position vor Gericht zu verteidigen.
Das FBI bleibt jedoch hart. Die Behörde erklärte, dass keine Anklage erhoben worden wäre, wenn man sich nicht sicher gewesen wäre, dass die Betroffenen in illegale Aktivitäten verwickelt waren. Rozier dürfte auf eine schnelle Lösung hoffen, da er eigentlich noch in dieser Woche die erste Rate seines Jahresgehalts in Höhe von $26.600.000 von den Miami Heat erhalten sollte.
„Der Betrug ist unfassbar“, sagte FBI-Direktor Kash Patel über die mutmaßlichen kriminellen Aktivitäten. „Wir sprechen hier über Dutzende Millionen Dollar an Betrug, Diebstahl und Erpressung im Rahmen einer mehrjährigen Untersuchung. Wir werden weiterhin dem Geld folgen, um sicherzustellen, dass Glücksspieloperationen jeglicher Art im Rahmen des Gesetzes bleiben, und diejenigen vor Gericht bringen, die unschuldige Opfer ausnutzen.“
Mit der Zusammenarbeit mehrerer Bundes- und Lokalbehörden, darunter Homeland Security und das New York Police Department (NYPD), wurden Telefon- und Bankdaten ausgewertet, Überwachungsmaterial gesichtet und Zeugenaussagen organisiert. Unabhängig davon, welcher einzelne Angeklagte welche Vorwürfe zu entkräften hat – es scheint, als stünde ihnen eine schwierige Aufgabe bevor, um ihre Unschuld glaubhaft zu machen.