Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Neue Wendung im Fall Ivey vs. Borgata

Der Rechtsstreit um $10,16 Millionen zwischen dem Borgata und Phil Ivey bekommt eine neue Wendung, nachdem Daniel Cates und Illya Trincher Anspruch auf beschlagnahmte Gelder erheben.

Phil Ivey
Phil Ivey

Im anhaltenden Rechtsstreit von Phil Ivey mit dem Borgata hat sich eine interessante neue Entwicklung ergeben. Zuletzt hatte das Borgata die Einbehaltung von Iveys Gewinnen bei der World Series of Poker veranlasst, nun erhebt eine dritte Partei Anspruch auf einen Teil des Geldes.

Alles geht zurück auf Iveys berüchtigte Gerichtskonflikte rund um Edgesorting in den Jahren 2010 und 2012. Dabei waren Ivey und seine Partnerin Cheung Yin Sun in der Lage, kleine Mängel auf den Rückseiten der Spielkarten beim Baccarat zu erkennen. Ivey hatte so $9,6 Millionen gewonnen, sein Gewinn wurde jedoch rechtlich aberkannt und er dazu aufgefordert, dem Borgata $10,16 Millionen zurückzuzahlen. Als Resultat konnte das Borgata mithilfe des US Marshals Service Iveys WSOP-Gewinne aus dem Sommer tatsächlich beschlagnahmen lassen.

Daniel Cates und Illya Trincher haben Einspruch gegen die Beschlagnahme eingelegt, weil sie durch ein vereinbartes Staking Anteile an Iveys Gewinn bei der $50.000 Poker Players Championship in Höhe von $124.410 halten. Ihnen soll das Buy-in sowie 50% des darüber hinausgehenden Gewinns im Event zustehen, insgesamt also $87.205.

Ein Präzedenzfall

Phil Ivey phone logs
Gesprächsprotokoll als angeführtes Beweismittel (Zum Vergrößern klicken)

Eine Aufzeichnung eines Telefongesprächs zwischen Cates und Trincher wurden von ihnen als Beweis vorgebracht, dass das Staking tatsächlich in dieser Form vorlag.

Flushdraw.net hat einen ausführlichen Bericht zur neuen Wendung veröffentlicht und nahegelegt, dass dadurch ein Präzedenzfall mit Blick auf die gerichtliche Einstufung von Stakingvereinbarungen zustande kommen kann. Es scheint, als sei sich Ivey darüber im Klaren gewesen, dass seine Gewinne beschlagnahmt werden können. Für Cates und Trincher gilt das aber vermutlich nicht. Das würde bedeuten, dass sie einen Anspruch gegenüber Ivey erheben müssten, wenn sie ihr Geld bekommen wollen, nicht etwa gegen das Borgata. Wenn das Gericht im Sinne von Cates und Trincher entscheiden und einen Teil der beschlagnahmten Gelder den beiden zusprechen würde, könnte das die Tür für andere Pokerspieler mit ähnlichen rechtlichen Verpflichtungen öffnen, um diese durch Stakingdeals auszuhebeln.

Abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen des Falls dürfte bei einigen Pokerfans allein die Tatsache für Erstaunen sorgen, dass Ivey überhaupt von irgendjemand gestaket wird. Lange Zeit waren der Superstar der Pokerszene und sein tatsächlicher Wohlstand ein großes Mysterium, ein Vermögen von mehreren hundert Millionen stand dabei im Raum. Nun findet sich im Einspruch von Cates und Trincher jedoch auch eine Passage, die andeutet, dass Ivey nicht über genügend Vermögenswerte verfügt, um überhaupt den Anspruch von $10,16 Millionen gegen ihn zu erfüllen.