Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Phil Galfond startet eigene Mike-Postle-Ermittlung

Die Legende der Online-Community befindet sich unter mehreren bekannten Spielern, die nach dem jüngsten Hochkochen des Skandals beweisen wollen, dass Postle tatsächlich betrogen hat.





Es hatte den Anschein, als würde die Mike-Postle-Saga im Sande verlaufen, nachdem zuletzt jedoch ein Großteil der Kläger einem Vergleich zustimmten, eine Dokumentation über den Skandal bestätigt wurde und Turnierdirektor Justin Kuraitis zum Rundumschlag gegen die Pokercommunity ausgeholt hatte, ist das Thema wieder in aller Munde.

Die jüngste Entwicklung ist, dass mehrere Spieler mit hohem Bekanntheitsgrad ihre eigene Untersuchung der Betrugsvorwürfe gegenüber Postle gestartet haben, darunter auch niemand Geringeres als Phil Galfond. Kaum ein Spieler genießt wohl einen derart guten Ruf in der Pokercommunity wie Galfond, sodass seine eigene Recherche in dem Fall durchaus das Potenzial hat, die Sache ein für allemal abzuschließen, wenn auch vermutlich ohne rechtliche Konsequenzen.

Derweil bleibt der Pokercommunity aber nichts anderes übrig, als sich die polemisierende Haltung von Justin Kuraitis bei Twitter gefallen zu lassen, der weiterhin darauf pocht, dass keinerlei Fehlverhalten vorgelegen hat.

Für den Moment bleibt es offensichtlich bei einer Sackgasse, was die Debatte zwischen Kuraitis und der Pokercommunity betrifft. Die Spieler weisen auf eine erdrückende Menge an Ungereimtheiten in Postles Spiel hin, die am Ende nur dadurch zu erklären seien, dass der Beschuldigte irgendeine Form von Zugriff auf Insiderinformationen hatte. Kuraitis will jedoch nur einen eindeutig greifbaren Beweis akzeptieren. Weitere Diskussionen zwischen den Parteien werden also zu nichts führen, Galfond wies jedoch daraufhin, dass Whistleblowerin Veronica Brill durchaus Gefahr läuft, mit einer Gegenklage konfrontiert zu werden, sodass eine belastbare Datenbank über Mike Postles Spiel sehr hilfreich sein kann, wenn sie sich tatsächlich vor Gericht verteidigen muss.

Am Wochenende hat Bart Hanson derweil eine umfangreiche Zusammenstellung der aus seiner Sicht belastendsten Hände aus den Partien von Postle veröffentlicht. Wer erst jetzt über den Skandal stolpert, findet darin also einen guten Ausgangspunkt, um sich die Belastbarkeit der Anschuldigungen vor Augen zu führen. Nicht grundlos pocht die Community trotz der Niederlage vor Gericht weiter unnachgiebig darauf, dass von Mike Postle betrogen wurde.

Es wird wohl zweifelsfrei nicht das letzte Analysevideo bleiben, das wir zum Skandal rund um Mike Postle sehen werden. Die Sage wird sich also auch noch in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen.