Phil Ivey schuldet FTP angeblich $6 Millionen - Details zu Geschäftsbeziehungen
Subject:Poker wertete neu gewonnene Daten aus Transaktionen zwischen Full Tilt Poker und zwei seiner Pros, Phil Ivey und David Benyamine, aus. Ihrem Bericht zufolge liehen sich beide Pros mehrfach Geld von dem Pokerraum und haben dies noch nicht vollständig zurückgezahlt.
In einem ausführlichen Bericht über die finanziellen Beziehungen von Full Tilt Poker zu seinen Pros behauptet Subject:Poker, dass sich Phil Ivey und David Benyamine mehrfach Geld von FTP geliehen haben. Von Juni 2009 bis April 2011 hat sich Ivey offensichtlich, seinem Zahlungsverlauf zufolge, in mehr als 18 einzelnen Transaktionen mindestens $10.715.000 von Full Tilt geliehen.
Zusätzlich dazu soll Ivey in mehreren Marketing-Zahlungen mindestens $1,2 Millionen vom Pokerraum erhalten haben. Angeblich hat Ivey in mindestens fünf Fällen geliehenes Geld in Höhe von mehr als $5 Millionen zurückgezahlt. Laut Subject:Poker soll Ivey allerdings immer noch Schulden in Höhe von $6.215.000 haben.
Das würde auch erklären warum Tiltware vor einigen Wochen in ihrer Antwort auf die Anklageschrift von Ivey gegen Tiltware (die er mittlerweile fallen ließ) schrieb, dass der Full Tilt Pro der Firma "eine große Summe Geld schuldet".
Währenddessen soll David Benyamine in einem nicht zusammenhängenden Zeitraum von 18 Monaten in den Jahren 2008, 2010 und 2011 wenigstens $800.000 von Full Tilt an Gehalt, Honorar und Marketing-Zahlungen überwiesen bekommen haben. Er zahlte in diesem Zeitraum mindestens $750.000 an Krediten zurück.
Da diese Informationen von Iveys und Benyamines Full Tilt Poker Account-Zahlungsverläufen aus dem internen System von Full Tilt stammen, hat Subject:Poker keinerlei Informationen über eventuelle Zahlungen, die nicht über die Pokerraum-Accounts der Spieler abgewickelt wurden. Aufgrund des Abschaltens von Full Tilt am 29. Juni konnten nur Daten über Spieler-Spieler-Transfers oder andere Transaktionen, die innerhalb des Systems aufgezeichnet wurde, ausgewertet werden.
Weitere Details aus dem Bericht von Subject:Poker:
Phil Ivey:
- Viele der Kredite, die Ivey erhielt, wurden auf seinem Account unter der Bezeichnung "Vorschuss" gebucht und von Rich Bitar, Ray Bitars Bruder, abgesegnet.
- $3 Millionen wurden in sechs Teilzahlungen à $500k zwischen Juli und August 2009 ausgeliehen.
- $1 Million wurde am 29. Oktober von Ivey zurückgezahlt.
- Am 13. November gab es einen $500k-Kredit und anschließend gab es zwei $1 Millionen Rückzahlungen am 20. November und 22. November. Laut HighstakesDB verdiente Ivey durch Cash Games im Oktober und November 2009 circa $5 Millionen.
- Am 29. November wurde eine weitere $1 Million ausgeliehen.
- Im Frühling 2010 machte Ivey seine letzte Rückzahlung in Höhe von $1 Million. Anschließend erhielt er acht zusätzliche Kredite, die im Januar 2011 endeten und einen Wert von insgesamt $3.215.000 hatten – die Gesamtdifferenz zwischen Krediten und Rückzahlungen beträgt damit $6.215.000.
David Benyamine:
- 2008 erhielt er folgende monatliche Direktzahlungen auf seinen Full Tilt Poker Account: $15.000 Grundgehalt, circa $12.000 aus Rake Back, circa $4.000 als Marketinggehalt und circa $10.000 für "andere Dinge".
- Im Juni 2008 wurden $125.000 an Full Tilt mit dem Vermerk "Kreditrückzahlungen" gezahlt. Weitere $450.000 folgten im September (HighstakesDB zeigt, dass diese Zahlungen direkt nach einem $1,4 Millionen und einem $1 Million Gewinn erfolgten).
- Im Oktober 2008 wurde eine Warnung in Benyamines Account hinzugefügt: „Bitte melde Rich Bitar alle ausgehenden Überweisungen, die über $300k sind. Anderenfalls ist er dazu berechtigt, Geld zu transferieren.“ Diese Warnung erschien, nachdem Benyamine laut HighstakesDB innerhalb von ein paar Tagen einen Verlust in Höhe von $1,7 Millionen machte.
- Von Januar bis April 2010 wurden Rake Back-Zahlungen direkt nach der Überweisung an Benyamine wieder von Full Tilt eingezogen.
- Sein Grundgehalt wurde 2010 jedoch auf $41.667 erhöht.
- Die letzte bekannte Transaktion von Benyamine - eine $5.500-Auszahlung "für Reisekosten" - fand am 02. Mai 2011 statt, 17 Tage nachdem die meisten US-Spieler nicht mehr in der Lage waren, von ihren FPT-Accounts auszuzahlen.
- Im Juni 2011 informierten verschiedene Quellen Subject:Poker und gaben an, dass sie Benyamine bei einem Telefonat mit seinem Handy im Rio belauscht hatten. Er fragte bei diesem Anruf, wohin er gehen sollte, um Geld für seine Turnier-Buy-Ins zu bekommen – möglicherweise erhielt er also immer noch Zahlungen von FTP, nur wurden diese eben "offline" durchgeführt.